{"id":4640,"date":"2020-01-22T11:07:24","date_gmt":"2020-01-22T10:07:24","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=4640"},"modified":"2020-01-22T11:07:24","modified_gmt":"2020-01-22T10:07:24","slug":"ausschreibung-nach-ausstellung-bewerbungen-zum-juergen-markus-preis-bis-15-april","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=4640","title":{"rendered":"Ausschreibung nach Ausstellung: Bewerbungen zum J\u00fcrgen-Markus-Preis bis 15. April"},"content":{"rendered":"<p>Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen f\u00f6rdern soll der J\u00fcrgen-Markus-Preis. Bis Mittwoch (15. April) k\u00f6nnen sich Menschen bewerben, deren Idee, Projekt oder Initiative hilft, Barrieren abzubauen. <!--more--><br \/>\nOberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies hat sich angeschaut, was die &#8222;Freunde des Kunstmuseums&#8220; als vergangene Preistr\u00e4ger mit dem Preisgeld realisiert haben. &#8222;Das Thema Barrierefreiheit hat f\u00fcr die Universit\u00e4tsstadt Marburg einen ganz hohen Stellenwert&#8220;, betonte er bei der Pressekonferenz zur Vergabe des J\u00fcrgen-Markus-Preises 2020 im Kunstmuseum.<br \/>\n&#8222;Menschen sind nicht behindert, sie werden behindert von Verh\u00e4ltnissen, die wir schaffen&#8220;, erkl\u00e4rte Spies. Auch wenn es ein schwieriges Unterfangen f\u00fcr nicht behinderte Menschen sei, alle m\u00f6glichen Hindernisse im Blick zu haben, sei die Barrierefreiheit bei allen st\u00e4dtischen Ma\u00dfnahmen und Projekten einer der Kernanspr\u00fcche, die immer mitgedacht werden.<br \/>\nDiese Haltung in der Stadt habe viele M\u00fctter und V\u00e4ter, aber sozusagen einen &#8222;\u00dcbervater&#8220;, n\u00e4mlich J\u00fcrgen Markus. Mit seiner au\u00dfergew\u00f6hnlichen Pers\u00f6nlichkeit und seinem Wirken habe er die Behindertenpolitik in Marburg gepr\u00e4gt, &#8222;energiereich, nachdr\u00fccklich und unnachgiebig&#8220;, erl\u00e4uterte der Oberb\u00fcrgermeister.<br \/>\nNach dem Tod von J\u00fcrgen Markus mit nur 52 Jahren im Jahr 2010 verlieh die Stadt Marburg erstmals 2012 einen nach ihm benannten Preis, der dazu dienen soll, das Bewusstsein f\u00fcr Barrierefreiheit und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in der breiten Bev\u00f6lkerung zu sch\u00e4rfen. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben und ist mit einem Preisgeld von 20.000 Euro dotiert, das auch an mehrere Preistr\u00e4ger verteilt werden kann.<br \/>\n&#8222;Dieser Preis ist kein Belohnungs-, sondern ein Motivationspreis&#8220;, sagte Spies. Er soll ein Ansporn sein und Projekte ansto\u00dfen beziehungsweise die Initiatoren mit dem Preisgeld in die Lage versetzen, Ideen umzusetzen.<br \/>\n&#8222;Diese Ideen k\u00f6nnen und sollen aus allen m\u00f6glichen Lebensbereichen kommen&#8220;, betonte Markus\u00b4Witwe Susanne Holz. Sie geh\u00f6rt dem Kuratorium an, das \u00fcber die Vergabe des Preises entscheidet. In den vergangenen Jahren geh\u00f6rte das inklusive Theaterprojekt &#8222;H\u00fcrdenlauf&#8220; ebenso zu den ausgezeichneten Ideen wie eine App, die das Bahnfahren f\u00fcr Behinderte erleichtern soll.<br \/>\nIm Jahr 2018 wurde der Verein &#8222;Freunde des Kunstmuseums&#8220; mit 15.000 Euro aus dem Topf des J\u00fcrgen-Markus-Preises gef\u00f6rdert. Was sich seitdem aus dem Gedanken entwickelt hat, das Museum auch f\u00fcr Menschen mit Einschr\u00e4nkungen verschiedenster Art attraktiv und erlebbar zu machen, bekamen Vertreter der Stadt und des Kuratoriums im Rahmen der Pressekonferenz erl\u00e4utert.<br \/>\nDr. Catharina Graepler und Dr. Bernhard Conrads aus dem Vorstand des Vereins pr\u00e4sentierten unter anderem taktile Pl\u00e4ne, die es Sehbehinderten erm\u00f6glichen, sich in den R\u00e4umen zu orientieren. Eine Museumsbrosch\u00fcre in leichter Sprache wurde bereits erarbeitet. Auch der Audioguide soll erweitert und auf Menschen mit Einschr\u00e4nkungen zugeschnitten werden.<br \/>\nZus\u00e4tzlich geh\u00f6rt ein Materialwagen zu den Ideen, die noch umgesetzt werden sollen. Bereits bestellte reliefartige &#8222;\u00dcbersetzungen&#8220; zum Ertasten von einzelnen Werken seien zun\u00e4chst einmal zur\u00fcckgestellt worden, erkl\u00e4rte Museumsdirektor Dr. Christoph Otterbeck.<br \/>\nFestgestellt worden sei, dass sie nicht bei allen gut ank\u00e4men. Stattdessen sei von Sehbehinderten und Blinden der Wunsch ge\u00e4u\u00dfert worden, Leinw\u00e4nde und Farbstrukturen anzufassen, was bei den Bildern selbst allerdings nicht m\u00f6glich ist.<br \/>\nDiese Erkenntnisse haben sich aus zwei Workshops ergeben, die die &#8222;Freunde des Kunstmuseums&#8220; im Jahr 2019 angeboten haben. &#8222;Wir haben uns Expert*innen in eigener Sache ins Haus geholt&#8220;, berichtete Graeper. Sowohl Menschen mit kognitiven Beeintr\u00e4chtigungen wie auch Blinde und Sehbehinderte haben das Museum in diesen Workshops kennengelernt und ihre Erlebnisse und W\u00fcnsche kommuniziert.<br \/>\nMit dem Geld des J\u00fcrgen-Markus-Preises solle kein Aktionismus betrieben, sondern zielgerichtet gearbeitet werden, sagte Conrads. Das beinhalte eine gr\u00fcndliche Vorbereitung.<br \/>\n&#8222;Eine tolle neue Erkenntnis war f\u00fcr uns, dass alle Menschen mit einer Behinderung &#8211; gleich welcher Art &#8211; vor allem auf eine Sache Wert legen, n\u00e4mlich Kontakt und eine pers\u00f6nliche Begleitung&#8220;, berichtete Conrads. Das Aufsichtspersonal m\u00fcsse zu &#8222;Besuchsbegleiter*Innen&#8220; werden. Das sei ebenso ein Gewinn f\u00fcr nicht behinderte Menschen wie andere Projekte auch.<br \/>\nConrads erkl\u00e4rte, nachdem er beim Besuch einer anderen Kunsthalle bewusst den Audioguide in leichter Sprache gew\u00e4hlt habe, wolle er den ab jetzt immer nutzen. &#8222;Das war so viel lebhafter.&#8220;<br \/>\nDas best\u00e4tigte auch Spies: &#8222;Ma\u00dfnahmen zur Inklusion sind keine Wohlt\u00e4tigkeit f\u00fcr Bed\u00fcrftige; sie sind eine Bereicherung f\u00fcr alle.&#8220; Ganz in diesem Sinne sollen auch die Projekte f\u00fcr den diesj\u00e4hrigen J\u00fcrgen-Markus-Preis ausgerichtet sein.<br \/>\nDas Formular zur Bewerbung f\u00fcr den Preis 2020 k\u00f6nnen Marburger Gruppen oder Organisationen anfordern beim Magistrat der Stadt Marburg oder herunterladen unter <a href=\"http:\/\/www.marburg.de\/juergen-markus-preis\">www.marburg.de\/juergen-markus-preis<\/a>. Die Bewerbungen k\u00f6nnen als Kurzdarstellung der Ma\u00dfnahme, Initiative oder des Projekts als Word-Datei auf maximal f\u00fcnf DIN A4-Seiten bis Mittwoch (15. April) bei der Behindertenhilfe der Stadt eingereicht werden. Die Preisverleihung findet am Freitag (11. September) um 15 Uhr im Historischen Saal des Rathauses statt.<br \/>\nMarkus wurde 1957 in Bad Driburg geboren. In den 70er Jahren kam er zum Studieren nach Marburg. 1982 zog er sich durch einen Sportunfall schwere Verletzungen zu, die eine Querschnittl\u00e4hmung zur Folge hatten.<br \/>\nIn seinem &#8222;zweiten Leben&#8220; danach engagierte er sich f\u00fcr ein menschenw\u00fcrdiges und selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Behinderungen unter anderem in der &#8222;Kr\u00fcppelinitiative Marburg&#8220; (KrIM), im &#8222;Verein zur F\u00f6rderung der Inklusion behinderter Menschen&#8220; (fib) und als Abgeordneter von B\u00fcndnis90\/Die Gr\u00fcnen im Stadtparlament. 1997 brachte er den Behindertenbeirat mit auf den Weg. Bevor er mit nur 52 Jahren starb, hatte er zunehmend mit gesundheitlichen Problemen in Folge seiner Verletzungen zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen f\u00f6rdern soll der J\u00fcrgen-Markus-Preis. Bis Mittwoch (15. 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Mit einem Preisgeld von 20.000 Euro w\u00fcrdigt die Stadt Marburg Ma\u00dfnahmen, Initiativen und Projekte, die Barrierefreiheit und Inklusion in der Universit\u00e4tsstadt verbessern. Seit\u2026","rel":"","context":"In &quot;Soziales&quot;","img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/img.youtube.com\/vi\/pqaOm0az-7o\/0.jpg?resize=350%2C200","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":8660,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=8660","url_meta":{"origin":4640,"position":2},"title":"Als Anreiz: Vorschl\u00e4ge f\u00fcr J\u00fcrgen-Markus-Preis gesucht","date":"27. Januar 2022","format":false,"excerpt":"F\u00fcr den \"J\u00fcrgen-Markus-Preis\" sucht das Kuratorium nach w\u00fcrdigen Preistr\u00e4ger*innen. Sie sollen Barrieren abbauen und Teilhabe f\u00f6rdern. Ab sofort k\u00f6nnen wieder Bewerbungen f\u00fcr den \"J\u00fcrgen- Markus-Preis: Marburg barrierefrei\" eingereicht werden. Die Stadt Marburg w\u00fcrdigt damit Engagement f\u00fcr Menschen mit Behinderung. 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