{"id":461,"date":"2017-04-28T14:41:39","date_gmt":"2017-04-28T12:41:39","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=461"},"modified":"2017-04-28T14:41:39","modified_gmt":"2017-04-28T12:41:39","slug":"tafeln-mit-namen-elisabeth-schellenberg-rudolf-otto-und-mascha-kaleko","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=461","title":{"rendered":"Tafeln mit Namen: Elisabeth Schellenberg, Rudolf Otto und Mascha Kal\u00e9ko"},"content":{"rendered":"<p>Von A wie Abendroth bis W wie Wolff reicht die Liste der Marburger, denen eine &#8222;Historische Hinweistafel&#8220; gewidmet ist. Diese Liste wurde nun um drei Namen erg\u00e4nzt. <!--more--><br \/>\nElisabeth Schellenberg, Rudolf Otto und Mascha Kal\u00e9ko werden nun auch durch solche Hinweistafeln gew\u00fcrdigt. Kulturdezernentin Dr. Kerstin Weinbach stellte die neuen Tafeln am Donnerstag (27. April) mit der Projektbeauftragten Kristina Lieschke, mit einem Grimm-Forscher und mit Kulturamtsleiter Dr. Richard Laufner vor. An eine Dichterin, einen Theologen und eine Marburgerin, die den Br\u00fcdern Grimm M\u00e4rchen vermittelte, erinnern die Tafeln an drei H\u00e4usern in der Marburger Innenstadt. Mascha Kal\u00e9ko, die mit ihrem Erstlingswerk &#8222;Das lyrische Stenogrammheft &#8211;<br \/>\nVerse vom Alltag&#8220; 1933 schlagartig bekannt wurde, lebte von 1916 bis 1918 in der Universit\u00e4tsstadt Marburg.<br \/>\nWeil sie aufgrund der kurzen Zeit in Marburg die Kriterien f\u00fcr die eigentlichen Historischen Tafeln nicht erf\u00fcllt, erh\u00e4lt die Dichterin &#8211; wie vor ihr bereits vier weitere Pers\u00f6nlichkeiten &#8211; eine &#8222;Ehrentafel&#8220;.<br \/>\nDiese Personen m\u00fcssen \u00fcberregional und \u00fcber ihre Fachgrenzen hinaus bekannt sein sowie einen relevanten Zeitraum in Marburg gelebt und eine wichtige Schaffensphase in Marburg verbracht haben. Zudem muss ein m\u00f6glichst langj\u00e4hriges Wohnhaus oder ein Nachfolgebau existieren, dessen Besitzer einer Tafelh\u00e4ngung zustimmt.<br \/>\nDie Ehrentafel von Mascha Kal\u00e9ko (1907 bis 1975) befindet sich am Haus Wilhelmstra\u00dfe 8a, in dem die Dichterin von 1917 bis 1918 lebte, bevor sie nach Berlin zog. Kal\u00e9kos literarische Karriere wurde vom Nationalsozialismus gestoppt.<br \/>\n1938 musste die J\u00fcdin in die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) emigrieren. 1960 siedelte sie mit ihrem Mann nach Israel \u00fcber. Damit ist laut Laufner auch ein aktueller Bezug zum Jubil\u00e4um &#8222;700 Jahre Judentum in Marburg&#8220; gegeben.<br \/>\nDie W\u00fcrdigung des Theologen und Religionswissenschaftlers Otto mit einer Historischen Hinweistafel wiederum passt zum Reformationsjahr. Rudolf Otto (1869 bis 1937) wurde 1917 als Professor f\u00fcr Systematische Theologie an die Philipps-Universit\u00e4t berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung 1929 lehrte.<br \/>\n1927 gr\u00fcndete er die Religionskundliche Sammlung der Universit\u00e4t. Er lebte von 1921 bis zum seinem Tod 1937 im Haus Sybelstra\u00dfe 8, wo seine &#8222;Historische Hinweistafel&#8220; nun angebracht ist.<br \/>\nElisabeth Schellenberg (1746 bis 1814) stammte aus Marburg und lebte wohl schon als Kind im Haus M\u00fchltreppe 1, bis sie zwischen 1786 und 1802 ins Siechenhaus St. Jost eintrat. Aus dieser Zeit ist sehr genau bekannt, unter welchen Verh\u00e4ltnissen sie lebte, weil es Berichte der &#8222;Armenkommission&#8220; gibt, wie der M\u00e4rchenforscher Prof. Dr. Holger Ehrhardt aus Kassel bei der Pr\u00e4sentation der Tafeln an dieser Adresse erl\u00e4uterte.<br \/>\nDagegen ist aus den Jahren zuvor kaum etwas \u00fcberliefert. Ehrhardt machte sich auf die Suche nach der Identit\u00e4t der &#8222;M\u00e4rchenfrau&#8220; aus Marburg, von der man wusste, dass sie den Br\u00fcdern Grimm die M\u00e4rchen &#8222;Aschenputtel&#8220; und &#8222;Der goldene Vogel&#8220; vermittelt hatte.<br \/>\n&#8222;Es war gar nicht so kompliziert, herauszufinden, wer diese M\u00e4rchenfrau gewesen ist&#8220;, erkl\u00e4rte Ehrhardt. Bekannt sei sogar, dass Jakob und Wilhelm Grimm h\u00e4ufig am Haus M\u00fchltreppe 1 vorbeiliefen, um sich mit Schellenberg zu treffen.<br \/>\nDass sie dort wohnte, d\u00fcrften die beiden aber nicht gewusst haben. Sie wuchs als uneheliches Kind eines Gerichtsboten in sehr \u00e4rmlichen Verh\u00e4ltnissen auf, berichtete der M\u00e4rchenforscher.<br \/>\nEhrhardt meinte, es sei \u00e4u\u00dferst selten, dass Forschung solche sch\u00f6nen Ergebnisse habe wie die &#8222;Historischen Hinweistafeln&#8220; in Marburg. Auch Weinbach betonte, dass mit diesem Projekt Geschichte an verschiedenen Orten erlebbar gemacht werde.<br \/>\nZwar sei es schwierig, alle &#8211; nun \u00fcber 40 &#8211; Tafeln auf einmal abzulaufen; punktuell k\u00f6nne man sich durch sie im Stadtbild aber sehr gut \u00fcber historische Pers\u00f6nlichkeiten informieren. Das Projekt sei nicht abgeschlossen; man sei offen f\u00fcr neue Vorschl\u00e4ge und Ideen, erkl\u00e4rte Weinbach.<br \/>\nF\u00fcr die erste Mai-Woche l\u00e4dt die Projektbeauftragte Kristina Lieschke zu einem Spaziergang zu &#8222;Marburger Ber\u00fchmtheiten&#8220; entlang zumindest einiger der Tafeln ein. Der Stadtspaziergang findet im Rahmen des Sommerprogramms des Vereins f\u00fcr hessische Geschichte und Landeskunde (Zweigverein Marburg) statt.<br \/>\nAm Donnerstag (4. Mai) ist die Elisabethkirche um 18 Uhr Treffpunkt f\u00fcr Interessierte. \u00dcber 90 Minuten geht es bis hinauf auf den Marktplatz. Die Teilnahme ist kostenlos.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von A wie Abendroth bis W wie Wolff reicht die Liste der Marburger, denen eine &#8222;Historische Hinweistafel&#8220; gewidmet ist. 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