{"id":4469,"date":"2019-11-28T19:33:33","date_gmt":"2019-11-28T18:33:33","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=4469"},"modified":"2019-11-28T19:33:33","modified_gmt":"2019-11-28T18:33:33","slug":"gene-befragt-zusammenhang-zwischen-panikstoerungen-und-depression","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=4469","title":{"rendered":"Gene befragt: Zusammenhang zwischen Panikst\u00f6rungen und Depression"},"content":{"rendered":"<p>Das Krankheitsbild der Panikst\u00f6rung beruht auf denselben Genen wie Depression und andere Erkrankungen. Das ist eines der Ergebnisse einer l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Studie, die Mediziner des Marburger Instituts f\u00fcr Humangenetik mit Fachkollegen durchgef\u00fchrt haben. <!--more--><br \/>\nIm Fachblatt &#8222;Molecular Psychiatry&#8220; berichten sie \u00fcber ihre Resultate. Panikst\u00f6rung ist eine der schwersten Angstst\u00f6rungen. Gekennzeichnet ist sie durch pl\u00f6tzliche und wiederholte Panikattacken.<br \/>\n&#8222;Bislang wusste man nicht, welche Gene f\u00fcr diese Krankheit verantwortlich sind&#8220;, erkl\u00e4rte der Marburger Mediziner Dr. Andreas Forstner, der die aktuelle Studie leitete. Um die genetischen Ursachen f\u00fcr Panikst\u00f6rungen herauszufinden, analysierten er und zahlreiche Fachleute aus dem In- und Ausland das Erbgut von Betroffenen und verglichen die Daten mit denen gesunder Personen.<br \/>\nDie Studie schlie\u00dft 2.248 Patientinnen und Patienten ein, deren Panikst\u00f6rung klinisch gut charakterisiert ist. Au\u00dferdem umfasst die Analyse 7.992 gesunde Kontrollpersonen.<br \/>\nDie Proben stammen aus den vier europ\u00e4ischen L\u00e4ndern D\u00e4nemark, Estland, Deutschland und Schweden. &#8222;Es handelt sich somit um die bisher gr\u00f6\u00dfte derartige Studie&#8220;, erkl\u00e4rte Seniorautor Prof. Dr. Johannes Schumacher, der dem Institut f\u00fcr Humangenetik der Philipps-Universit\u00e4t vorsteht.<br \/>\nF\u00fcr ihre Analyse nahm das Team Genvarianten unter die Lupe, die sich in einem einzelnen Baustein von anderen Versionen desselben Gens unterscheiden. Dabei handelt es sich um sogenannte &#8222;SNPs&#8220;. Die Forschungsgruppe \u00fcberpr\u00fcfte, ob SNPs an bestimmten Genorten bei Patienten mit Panikst\u00f6rung h\u00e4ufiger vorkommen als bei gesunden Personen.<br \/>\nZwar entdeckten die Forscherinnen und Forscher mit dieser Methode kein Gen, das f\u00fcr sich genommen die Panikattacken verursacht. Daf\u00fcr fanden sie jedoch heraus, dass ein genetischer Zusammenhang zwischen Panikst\u00f6rung und anderen Erkrankungen besteht. Dieser Zusammenhang besteht. mit depressiver St\u00f6rung sowie Neurotizismus.<br \/>\nDarunter versteht man einen Aspekt der Pers\u00f6nlichkeit, der sich unter anderem durch erh\u00f6hte Reizbarkeit auszeichnet. Diejenigen Erbanlagen, die zu Panikattacken beitragen, haben auch einen Einfluss auf die beiden anderen psychischen Erscheinungsbilder.<br \/>\n&#8222;Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Angstst\u00f6rungen und Depression die extremen Auspr\u00e4gungen von seelischen Veranlagungen sein k\u00f6nnten, die auch jeder ganz normalen, gesunden Pers\u00f6nlichkeit zugrunde liegen&#8220;, schlussfolgern die Autorinnen und Autoren aus den Daten. &#8222;Es ist durchaus wahrscheinlich, dass Personen mit gro\u00dfer Reizbarkeit eher als andere zu Gef\u00fchlen wie \u00c4ngstlichkeit neigen, die sich bis zu Panikattacken steigern k\u00f6nnen.&#8220;<br \/>\nSchumacher lehrt Humangenetik an der Philipps-Universit\u00e4t. Forstner leitet eine Nachwuchsgruppe am Marburger Institut f\u00fcr Humangenetik. Erst vor Kurzem ver\u00f6ffentlichte er eine gro\u00dfe genetische Studie zur bipolaren St\u00f6rung.<br \/>\nNeben Marburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern arbeiteten zahlreiche Fachleute deutscher sowie europ\u00e4ischer Universit\u00e4ten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen an der Studie mit. Aus Deutschland beteiligten sich neben der Philipps-Universit\u00e4t unter anderem die Universit\u00e4ten W\u00fcrzburg und Bonn, die Charit\u00e9 Berlin und das Max-Planck-Institut f\u00fcr Psychiatrie in M\u00fcnchen an den Untersuchungen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie weitere europ\u00e4ische F\u00f6rdereinrichtungen unterst\u00fctzten die zugrundeliegende wissenschaftliche Arbeit.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Krankheitsbild der Panikst\u00f6rung beruht auf denselben Genen wie Depression und andere Erkrankungen. Das ist eines der Ergebnisse einer l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Studie, die Mediziner des Marburger Instituts f\u00fcr Humangenetik mit Fachkollegen durchgef\u00fchrt haben.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[5],"tags":[157,2230,1592],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-1a5","jetpack-related-posts":[{"id":10345,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=10345","url_meta":{"origin":4469,"position":0},"title":"Neue Erkenntnisse: Genomstudie fand Ursachen f\u00fcr Speiser\u00f6hrenkrebs","date":"9. 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