{"id":441,"date":"2017-04-25T13:46:10","date_gmt":"2017-04-25T11:46:10","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=441"},"modified":"2017-04-25T13:46:10","modified_gmt":"2017-04-25T11:46:10","slug":"votum-spies-stellte-neue-radverkehrsplanung-vor","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=441","title":{"rendered":"Votum: Spies stellte neue Radverkehrsplanung vor"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Die jetzt vorgelegte Radverkehrsplanung kann sich sehen lassen nicht nur wegen ihres Umfangs von fast 400 Seiten, sondern auch in qualitativer Hinsicht.&#8220; Das hat Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies am Montag (24. April) bei der Vorstellung im Rathaus betont. <!--more--><br \/>\nDie nun fertiggestellte dritte Fortschreibung des Marburger Radverkehrsplans ist in einem umfassenden Beteiligungsprozess entstanden. &#8222;Wir werden die Radwege verbessern und Konfliktpotenziale abbauen&#8220;, versprach Spies. Gerade in der engen topographischen Lage von Marburg zwischen zwei Bergen gehe das in der Verkehrspolitik nur mit einem Miteinander.<br \/>\n&#8222;Es war uns allen bewusst, dass die Fortschreibung der Radverkehrsplanung Marburg eine anspruchsvolle Aufgabe werden w\u00fcrde&#8220;, erkl\u00e4rte Spies. &#8222;Zum Erfolg beigetragen hat unbedingt auch der umfassende Beteiligungsprozess, der die Planerstellung begleitete.&#8220; Dazu geh\u00f6rten ein \u00f6ffentliches Stadtforum, eine &#8211; mehrere Wochen verf\u00fcgbare &#8211; Beteiligungsplattform f\u00fcr Vorschl\u00e4ge von B\u00fcrgern auf der Homepage der Universit\u00e4tsstadt Marburg, die Beteiligung aller Ortsbeir\u00e4te und die st\u00e4ndige Begleitung durch den Radverkehrsbeirat mit seiner fachkundigen Besetzung.<br \/>\nNachdem der Vorg\u00e4ngerplan zu mehr als 90 Prozent umgesetzt worden ist, ging es bei der dritten Fortschreibung nicht nur darum, die gesamte Radverkehrsplanung zu \u00fcberarbeiten, sondern sie im Sinne eines attraktiven und sicheren Radverkehrs neu zu formulieren. Beauftragt hat die Stadt damit Mitte 2015 die &#8222;Planungsgruppe Nord &#8211; Mobilit\u00e4t und Verkehr&#8220; (PGN) aus Kassel in Zusammenarbeit mit dem B\u00fcro f\u00fcr Mobilit\u00e4tsberatung und Moderation aus Trier, das gro\u00dfe Erfahrungen bei Mobilit\u00e4ts- und Verkehrsprojekten und im umweltfreundlichen Verkehr einbrachte. Die Projektleitung lag bei Stadtentwicklungsreferent Wolfgang Liprecht, der gleichzeitig auch Vorsitzender des Radverkehrsbeirats ist.<br \/>\nDer neue Radverkehrsplan sei von zwei Grundgedanken getragen, erl\u00e4uterte Spies: &#8222;Das Fahrrad ist heute ein gleichberechtigter Bestandteil der Alltagsmobilit\u00e4t. Gerade deshalb m\u00fcssen wir den respektvollen Umgang aller Verkehrsteilnehmer bei der Planung mitdenken und st\u00e4rken.&#8220;<br \/>\nDabei gelte es besonders aufgrund von E-Bikes auch, die Geschwindigkeitsunterschiede zwischen Fu\u00dfg\u00e4ngern und Radfahrern einzubeziehen. Auch die Schaffung von Abstellpl\u00e4tzen f\u00fcr Fahrr\u00e4der sei f\u00fcr Marburg von hoher Bedeutung.<br \/>\nWeil das nicht nur f\u00fcr st\u00e4dtische Fl\u00e4chen richtig sei, habe die Stadt fr\u00fchzeitig mit der Philipps-Universit\u00e4t gesprochen, damit Stellpl\u00e4tze an der neuen Universit\u00e4tsbibliothek entstehen. Auch mit dem Investor f\u00fcr den Umbau des Allianz-Hauses an der Universit\u00e4tsstra\u00dfe ist die Stadt im Kontakt. Hier sollen laut Liprecht f\u00fcr Fahrr\u00e4der sowohl Pl\u00e4tze an der Universit\u00e4tsstra\u00dfe beim Savignyhaus als auch in Richtung Schulstra\u00dfe entstehen.<br \/>\nNach einer umfassenden Bestandsaufnahme der gesamten Radverkehrssituation in Marburg wurden f\u00fcr den jetzt vorgelegten Radverkehrsplan mehrere Schwerpunkte intensiver bearbeitet. Von besonderer Bedeutung war dabei die Analyse der Netzstruktur von Radtrassen, seien sie als eigenst\u00e4ndig gef\u00fchrte Radwege vorhanden oder als Radstreifen entlang bestehender Stra\u00dfen markiert.<br \/>\nSo hat die neue Radverkehrsplanung vor dem Hintergrund von Einwohnerverteilung und Wohnquartieren als &#8222;Quellpunkten&#8220; sowie von Zielpunkten wie Schulen, Uni-Fachbereichen, Arbeitspl\u00e4tzen und Handel innerhalb von zwei Jahren die Notwendigkeit f\u00fcr neue oder ver\u00e4nderte Radverkehrsverbindungen herausgearbeitet. Sie m\u00fcnden in \u00fcber 160 Vorschl\u00e4gen f\u00fcr Radverkehrsma\u00dfnahmen. Dabei handelt es sich um eine Rahmenplanung mit Vorschl\u00e4gen f\u00fcr die Linien-<br \/>\nund Netzplanung, die unter Beteiligung der Betroffenen durch Ausf\u00fchrungsplanungen konkretisiert, auf Umsetzbarkeit gepr\u00fcft und gegebenenfalls modifiziert werden muss. Auch die Priorit\u00e4tensetzung werde &#8211;<br \/>\nwie schon beim BildungsBauProgramm (BiBaP) erfolgreich erprobt &#8211; unter B\u00fcrgerbeteiligung erfolgen, versprach der Oberb\u00fcrgermeister.<br \/>\nOhne etwas vorwegzunehmen, stehen dabei aufgrund des Baus der neuen Universit\u00e4tsbibliothek mit Sicherheit Schutzstreifen am Pilgrimstein und in der Bahnhofstra\u00dfe ganz oben auf der Agenda. &#8222;Weiter brauchen wir f\u00fcr Fahrradfahrer eine bessere Erreichbarkeit der Lahnberge und auch der Au\u00dfenstadtteile wie Michelbach&#8220;, erl\u00e4uterte Verkehrsdezernent Spies. Dabei seien unterschiedliche M\u00f6glichkeiten auch mit den Tr\u00e4gern der Stra\u00dfen wie Hessen Mobil zu pr\u00fcfen.<br \/>\nAuf die Frage nach m\u00f6glichen Fahrradstra\u00dfen erl\u00e4uterte Spies, dass man die Entwicklung der Verkehrsstr\u00f6me zur Universit\u00e4tsbibliothek abwarten m\u00fcsse und dann gemeinsam dar\u00fcber nachzudenken sei, ob das f\u00fcr die Uferstra\u00dfe, die sich als Fahrradstra\u00dfe eigne, eine m\u00f6glicherweise sinnvolle L\u00f6sung sei. Auch Fahrradstra\u00dfen sind f\u00fcr den Autoverkehr weiter befahrbar; allerdings gilt dort Schrittgeschwindigkeit.<br \/>\nInsgesamt machte der Oberb\u00fcrgermeister deutlich: &#8222;Die Radverkehrsplanung ist nicht in Stein gemei\u00dfelt. Es kommt darauf an, auch auf Entwicklungen reagieren zu k\u00f6nnen.&#8220;<br \/>\nS\u00e4mtliche Punkte werden in der Radverkehrsplanung nun kartographisch, mit Luftbild und einem kurzen Text vorgestellt. Eine Herausforderung sind dabei immer wieder die meist in West-Ost-Richtung verlaufenden Trassen mit Steigungs- und Gef\u00e4llestrecken wie auf die Lahnberge oder in Richtung Marbach und Stadtwald, w\u00e4hrend es sich bei vielen Ma\u00dfnahmenvorschl\u00e4gen im Lahntal meist um Trassenerg\u00e4nzungen oder Optimierungen handelt.<br \/>\nGenauso wie das Radwegenetz geh\u00f6ren zur Radverkehrsplanung Marburg die Verbesserung der radspezifischen Infrastruktur. So sieht die Planung neue Radabstellanlagen, Ladestationen f\u00fcr Pedelecs und Radwegweisungen vor.<br \/>\nAuch die Atmosph\u00e4re im Sinne des Radverkehrs soll durch Werbe- und Marketingma\u00dfnahmen in Ausbildungs- und Arbeitsst\u00e4tten verbessert werden. Schlie\u00dflich soll auch der Handel daf\u00fcr gewonnen werden, radverkehrsafine Kunden im Sinne des Mobilit\u00e4tsmanagements st\u00e4rker an sich zu binden.<br \/>\nFahrradverleihsysteme, Wechsel des Verkehrsmittels auf einem Weg, bessere Verkehrssicherheit f\u00fcr den Radverkehr, Vielfalt der Fahrradtypen sowie Lastenfahrr\u00e4dern sollen auch in Marburg eine st\u00e4rkere Rolle spielen. Das gilt in besonderem Ma\u00dfe f\u00fcr E-Bikes oder Pedelecs, von denen in dieser topographisch schwierigen Stadt eine deutliche Steigerung des Anteils des Radverkehrs am Gesamtverkehr zu erwarten ist. Spies zeigte sich sehr zufrieden, dass die Universit\u00e4tsstadt Marburg mit der neuen Radverkehrsplanung eine sehr fortschrittliche Radverkehrsentwicklungsplanung erh\u00e4lt, die mit umfassender \u00d6ffentlichkeitsbeteiligung erstellt wurde, auf neuestem Kenntnisstand von Verkehr und Mobilit\u00e4t aufbaut und die geeignet ist, Konfliktpotenziale von Verkehrsteilnehmenden untereinander abzubauen.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Die jetzt vorgelegte Radverkehrsplanung kann sich sehen lassen nicht nur wegen ihres Umfangs von fast 400 Seiten, sondern auch in qualitativer Hinsicht.&#8220; Das hat Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies am Montag (24. 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