{"id":4176,"date":"2019-09-10T10:47:02","date_gmt":"2019-09-10T08:47:02","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=4176"},"modified":"2019-09-10T10:47:02","modified_gmt":"2019-09-10T08:47:02","slug":"licht-an-neuer-therapieansatz-bei-krebserkrankungen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=4176","title":{"rendered":"Licht an: Neuer Therapieansatz bei Krebserkrankungen"},"content":{"rendered":"<p>Chemikerinnen und Chemiker aus Marburg haben eine neuartige Verbindung hergestellt. Sie zerst\u00f6rt gezielt Tumore. <!--more--><br \/>\nAktiviert man die Substanz und bestrahlt sie anschlie\u00dfend mit Licht, so erzeugt sie aggressiven Sauerstoff, der das krankhafte Gewebe sch\u00e4digt. Das berichtet das Team um Juniorprofessorin Olalla V\u00e1zquez in der aktuellen Titelgeschichte des Fachblatts &#8222;Angewandte Chemie&#8220;.<br \/>\nBei der Photodynamischen Therapie zerst\u00f6rt man Tumore oder andere Gewebever\u00e4nderungen durch aggressiven Sauerstoff, der aus harmlosen Vorl\u00e4ufern erzeugt wird, wenn man sie mit Licht bestrahlt; ein lichtempfindlicher Photosensibilisator, der sich im neu entstandenen Gewebe anreichert, wandelt sich durch das eingestrahlte Licht zu einer Quelle giftiger Substanzen, die das Tumorgewebe sch\u00e4digen.<br \/>\n&#8222;Jedoch verursachen die bisherigen Photosensibilisatoren mitunter unerw\u00fcnschte Nebenwirkungen&#8220;, erkl\u00e4rte V\u00e1zquez, die die Forschungsarbeit leitete. &#8222;Daher besteht ein gro\u00dfer Bedarf an verbesserten Photosensibilisatoren, die keine Sch\u00e4den an gesundem Gewebe hervorrufen.&#8220;<br \/>\nDie Marburger Chemikerin und ihr Team suchten nach Molek\u00fclen, die zwei Eigenschaften verbinden: Zum einen sollen sie gezielt in krankhaftem Gewebe anzuschalten sein, zum anderen zur Erzeugung von aggressivem Sauerstoff f\u00fchren, wenn man sie mit Licht bestrahlt. Durch computerchemische Berechnungen lie\u00dfen sich die Eigenschaften und das Verhalten der in Frage kommenden Verbindung vorhersagen und gezielt anpassen.<br \/>\n&#8222;Wir gingen davon aus, dass ein Tetrazin-Motiv den Photosensibilisator inaktivieren k\u00f6nnte und dass sich dieser Effekt auch umkehren lasse&#8220;, schrieben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Sie verwendeten daher Tetrazin-Motive als Teil der lichtaktivierbaren Molek\u00fcle. Tetrazine sind ringf\u00f6rmige Molek\u00fcle aus Kohlenwasserstoff und Stickstoff, die bislang nicht f\u00fcr Photosensibilisatoren verwendet wurden.<br \/>\n&#8222;Sie wandeln sich erst durch eine Reaktion innerhalb der Zelle zu wirkungsvollen Photosensibilisatoren&#8220;, berichtete Greta Linden. Sie ist eine der Erstautorinnen der Studie.<br \/>\nDie Forschungsgruppe wies nach, dass ihr Ansatz Erfolg verspricht: Sie aktivierte den ruhenden Photosensibilisator im Zellkern von Krebszellen; nach Bestrahlung mit Licht wurden die Zellen abget\u00f6tet.<br \/>\n&#8222;Unsere neuartigen Photosensibilisatoren bieten bislang unbekannte M\u00f6glichkeiten, um den aktuellen Einschr\u00e4nkungen der photodynamischen Therapie entgegenzuwirken&#8220;, sagte Lei Zhang. Die Chemikerin ist die zweite Erstautorin des Aufsatzes. Studienleiterin V\u00e1zquez zeigte sich \u00fcberzeugt, &#8222;dass unsere Ergebnisse die T\u00fcr zu alternativen Methoden f\u00fcr eine intelligente photodynamische Therapie \u00f6ffnen&#8220;.<br \/>\nV\u00e1zquez leitet eine Nachwuchsgruppe f\u00fcr Chemische Biologie an der Philipps-Universit\u00e4t. Neben ihrer Arbeitsgruppe beteiligten sich der Chemiker Dr. Uwe Linne und die Computerchemie-Nachwuchsgruppe von Privatdozent Dr. Ralf Tonner aus Marburg ebenso an der Studie wie der Physikochemiker Dr. Dmitri Kosenkov von der Monmouth University aus New Jersey (USA). Der Fond der Chemischen Industrie, die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie die Fulbright-Kommission haben die zugrundeliegende Forschungsarbeit unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Chemikerinnen und Chemiker aus Marburg haben eine neuartige Verbindung hergestellt. 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