{"id":4168,"date":"2019-09-07T12:47:29","date_gmt":"2019-09-07T10:47:29","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=4168"},"modified":"2019-09-07T13:02:14","modified_gmt":"2019-09-07T11:02:14","slug":"pegasus-hilft-modellprojekt-fuer-kinder-psychisch-kranker-eltern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=4168","title":{"rendered":"Pegasus hilft: Modellprojekt f\u00fcr Kinder psychisch kranker Eltern"},"content":{"rendered":"<p>Seit gut einem Jahr l\u00e4uft das Modellprojekt &#8222;Pegasus&#8220; mit naturp\u00e4dagogischen Angeboten f\u00fcr Kinder psychisch erkrankter Eltern. Jetzt zogen die Verantwortlichen eine erste, positive Zwischenbilanz. <!--more--><br \/>\nRund 50 Kinder haben bisher die Angebote besucht. Daneben fanden etwa 180 Beratungskontakte mit Eltern statt. Nicht nur f\u00fcr die Betroffenen ist der Erfolg dieses Modells &#8222;die <a href=\"http:\/\/marburg.news\/?cat=1830\">gute Nachricht<\/a> der Woche&#8220;.<br \/>\n&#8222;Pegasus&#8220; wird vom Verein zu F\u00f6rderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit (bsj Marburg) durchgef\u00fchrt. Dieser freie Jugendhilfetr\u00e4ger ist im Landkreis Marburg-Biedenkopf mit vielf\u00e4ltigen p\u00e4dagogischen Projekten und Angeboten t\u00e4tig. &#8222;Wir k\u00f6nnen auf eine sehr erfolgreiche erste Planungs- und Durchf\u00fchrungsphase zur\u00fcckblicken&#8220;, sagte Monika Stein von der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung des bsj Marburg bei der Vorstellung der Zwischenbilanz im Landratsamt.<br \/>\nDas zentrale Ziel des pr\u00e4ventiv ausgerichteten Modellprojekts ist eine nachhaltige St\u00e4rkung von Kindern psychisch erkrankter Eltern im Alter zwischen acht und zw\u00f6lf Jahren, die im Landkreis Marburg-Biedenkopf wohnen. Unter der Tr\u00e4gerschaft des bsj Marburg e.V. erm\u00f6glicht das Projekt mit naturp\u00e4dagogischen Angeboten eine F\u00f6rderung der Kinder.<br \/>\n&#8222;Wir haben die bereits bestehenden Vernetzungen im Landkreis Marburg-Biedenkopf sehr gut nutzen und schnell tragf\u00e4hige Kooperationen aufbauen k\u00f6nnen&#8220;, berichtete Stein. &#8222;Diese erm\u00f6glichen eine gute Erreichbarkeit von Familien und Kindern im Landkreis.&#8220; Durch die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Sozialen Dienst des Kreises k\u00f6nnten Kinder, bei denen die Mitarbeitenden des ASD einen hohen Bedarf feststellten, in unterschiedlicher, bedarfsgerechter Weise an dem Modellprojekt teilhaben.<br \/>\nDie bisher angebotenen Wochenenden seien von Beginn an sehr stark nachgefragt und stets ausgebucht gewesen. Auch die beiden Waldgruppen wurden gut angenommen, sodass die Verantwortlichen insgesamt sehr zufrieden mit dem Projektstart seien, sagten Projektleiterin Anika Mund und Sabine Losen, die mit der praktischen Umsetzung betraut ist. Die Nachfrage best\u00e4tige aber auch deutlich den Bedarf alltagsintegrierter p\u00e4dagogischer Angebote f\u00fcr Kinder psychisch erkrankter Eltern.<br \/>\nDie Projekt-Verantwortlichen haben auch festgestellt, dass Eltern, denen teilweise sehr bewusst ist, welche enormen Herausforderungen durch die Erkrankung f\u00fcr ihre Kinder entstehen, dem Modellprojekt mit gro\u00dfer Hoffnung und Dankbarkeit begegnen.<br \/>\nNiedrigschwellige offene Wochenend- und Ferienfreizeiten bieten den teilnehmenden M\u00e4dchen und Jungen acht bis zehn Mal pro Jahr die M\u00f6glichkeit, eine Auszeit von ihrem gewohnten und belasteten Umfeld zu erfahren. Spielerische und erlebnisreiche Aktivit\u00e4ten in der Natur er\u00f6ffnen den Kindern neue Erfahrungsm\u00f6glichkeiten und Chancen der Selbstwertsteigerung. Die Teilnahme an einer der beiden regelm\u00e4\u00dfig stattfindenden Waldgruppen bietet Gelegenheit, den altersspezifischen Bedarf auf p\u00e4dagogischer Ebene aufzugreifen und zu bearbeiten, die pers\u00f6nlichen und sozialen Ressourcen der Kinder und Jugendlichen zu st\u00e4rken sowie einen regelm\u00e4\u00dfigen Austausch mit Gleichaltrigen in einer stabilen Gruppe zu erfahren, um dar\u00fcber auch Freundschaften zu schlie\u00dfen.<br \/>\nDie Arbeit mit den Eltern erm\u00f6glicht zudem eine indirekte Begleitung der Kinder in ihren angesto\u00dfenen Entwicklungen. Unsicherheiten auch gegen\u00fcber Hilfsangeboten k\u00f6nnen abgebaut und die famili\u00e4re Kommunikation verbessert werden. \u00dcber eine flankierende fall- und strukturbezogene Schnittstellenarbeit kann auch \u00fcberpr\u00fcft werden, ob Anschlussoptionen im vorhandenen Hilfesystem f\u00fcr die Jungen und M\u00e4dchen im Anschluss an die Projektteilnahme f\u00f6rderlich sein k\u00f6nnten.<br \/>\n&#8222;Es ist gut und wichtig, dass es dieses Projekt gibt, das Kinder in ihrem Alltag unterst\u00fctzt, st\u00e4rkt und f\u00f6rdert&#8220;, stellte Landr\u00e4tin Kirsten Fr\u00fcndt fest. Hier erhielten Kinder die Aufmerksamkeit, die sie brauchen um gesund aufzuwachsen. Auch Marco Ackermann und Siegfried Heppner vom Fachbereich Familie, Jugend und Soziales des Kreises sind von den St\u00e4rken des Projekts \u00fcberzeugt: &#8222;Wir sind sehr zufrieden mit dem bisherigen Ablauf und \u00fcberzeugt von der Notwendigkeit dieses unb\u00fcrokratischen Angebots.&#8220;<br \/>\nPegasus bietet Kindern psychisch erkrankter Eltern vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten, sich fortw\u00e4hrend in ihrem Alltag oder situationsbezogen mit erlebnisreichen, spielerischen und abenteuerlichen Naturaktivit\u00e4ten zu besch\u00e4ftigen. &#8222;Die dadurch angesto\u00dfenen neuen Erfahrungen treiben die individuellen Entwicklungsprozesse voran&#8220;, erl\u00e4uterte Loosen. Kinder, die sonst teilweise gezwungen seien, die Verpflichtungen und T\u00e4tigkeiten ihrer Eltern zu \u00fcbernehmen, k\u00f6nnten in einem kindgerechten Raum st\u00e4rkende, stabilisierende und selbstwertsteigernde Erfahrungen sammeln, Unsicherheiten abbauen und so ihre Widerstandsf\u00e4higkeit f\u00fcr den belastenden Alltag kr\u00e4ftigen.<br \/>\n&#8222;Da psychische Erkrankungen nach wie vor stark tabuisiert werden, haben diese Kinder h\u00e4ufig wenig Kontakt zu anderen Kindern und k\u00f6nnen sie selten oder gar nicht zu sich nach Hause einladen. &#8222;Durch die gemeinsamen Aktivit\u00e4ten in einer kleinen Gruppe wird der soziale Austausch mit Gleichaltrigen gef\u00f6rdert und eine solche Isolation und Ausgrenzung verhindert&#8220;, berichtete Mund.<br \/>\nDer Unsicherheit, in welcher Verfassung man seine Eltern zu Hause antreffen k\u00f6nnte, stehe ein best\u00e4ndiges &#8211; strukturiertes und damit verl\u00e4ssliches &#8211;<br \/>\np\u00e4dagogisches Umfeld Halt gebend gegen\u00fcber. &#8222;Bei Pegasus k\u00f6nnen Kinder einfach unbeschwert Kind sein und sich eigenen Themen und Fragestellungen widmen&#8220;, sagte Mund.<br \/>\nWie Stein berichtete, wurde w\u00e4hrend der Aufbauphase des Projekts gro\u00dfer Wert auf eine gute Vernetzung gelegt, um Informationen \u00fcber zahlreiche Kooperationspartner an die Zielgruppe herantragen zu k\u00f6nnen. Das entstandene Netzwerk umfasst den Allgemeinen Sozialen Dienst, die Beratungsstellen der Universit\u00e4tsstadt Marburg sowie des Landkreises, freie Jugendhilfetr\u00e4ger sowie Tr\u00e4ger sozialp\u00e4dagogischer Familienhilfen, den Fachbereich Psychologie der Philipps-Universit\u00e4t, sozialpsychiatrische Dienste, Psychotherapeuten, die Aus- und Weiterbildungseinrichtung f\u00fcr klinische Verhaltenstherapie AWKV gGmbH, \u00c4rztinnen und \u00c4rzte im Landkreis Marburg-Biedenkopf, die Schulsozialarbeiter sowie Mitarbeitende der offenen Kinder- und Jugendarbeit, Grundeschulen, den schulpsychologischen Dienst, das KreisJobCenter (KJC) und \u00fcber den Arbeitskreis Kinder psychisch kranker Eltern auch die vitos-Klinik und die Klinik f\u00fcr Psychiatrie und Psychotherapie des Universit\u00e4tsklinikums Marburg.<\/p>\n<p>* pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit gut einem Jahr l\u00e4uft das Modellprojekt &#8222;Pegasus&#8220; mit naturp\u00e4dagogischen Angeboten f\u00fcr Kinder psychisch erkrankter Eltern. 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