{"id":3665,"date":"2019-05-18T09:10:18","date_gmt":"2019-05-18T07:10:18","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=3665"},"modified":"2019-05-18T09:10:18","modified_gmt":"2019-05-18T07:10:18","slug":"exzellent-land-wuerdigt-medizinische-lehre-in-marburg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=3665","title":{"rendered":"Exzellent: Land w\u00fcrdigt medizinische Lehre in Marburg"},"content":{"rendered":"<p>Medizinische Lehre ist in Marburg preisverd\u00e4chtig exzellent. Das ist die gute Nachricht der Woche. <!--more--><br \/>\nDer Fachbereich Medizin der Philipps-Universit\u00e4t erh\u00e4lt den Hessischen Hochschulpreis f\u00fcr Exzellenz in der Lehre 2019 f\u00fcr Kurse zur Verbesserung der Patientensicherheit. Das Preisgeld betr\u00e4gt 60.000 Euro.<br \/>\nAm Fachbereich wird das Thema Patientensicherheit in der Lehre gro\u00dfgeschrieben. Prof. Dr. Stefan B\u00f6sner und Dr. Egbert Opitz und ihr Team haben f\u00fcr das Kursprogramm &#8222;Klug entscheiden &#8211; Sicher behandeln&#8220; f\u00fcr Medizinstudierende nun den Hessischen Hochschulpreis f\u00fcr Exzellenz in der Lehre 2019 erhalten. Der Preis wurde in diesem Jahr zum zehnten Mal vom Hessischen Ministerium f\u00fcr Wissenschaft und Kunst ausgeschrieben und ist mit insgesamt 115.000 Euro dotiert. 60.000 Euro davon erh\u00e4lt die Philipps-Universit\u00e4t.<br \/>\n&#8222;Ich freue mich sehr, dass die Jury das Kursprogramm des Fachbereichs Medizin mit diesem wichtigen Preis w\u00fcrdigt. Die Auszeichnung verdeutlicht, dass die Philipps-Universit\u00e4t Marburg Lehrenden viel Raum gibt, aktuelle Herausforderungen ihres jeweiligen Faches f\u00fcr Studierende erfahrbar zu machen&#8220;, sagt Prof. Dr. Katharina Krause, Pr\u00e4sidentin der Philipps-Universit\u00e4t. &#8222;Mit dem Themenfeld Patientensicherheit nimmt der Fachbereich Medizin deutschlandweit eine Vorreiterrolle ein &#8211; eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Lehrsituation f\u00fcr die Studierenden, von der sie nur profitieren k\u00f6nnen.&#8220;<br \/>\nAktuellen Daten zufolge kommt es in Deutschland bei zwei bis vier Prozent aller Krankenhausaufenthalte zu vermeidbaren Komplikationen. &#8222;Diese treten auch im ambulanten Bereich auf, allerdings gibt es daf\u00fcr weniger Studiendaten. Besonders betroffen sind die Bereiche Arzneimitteltherapie und Diagnosestellung&#8220;, sagt Prof. Dr. Stefan B\u00f6sner, Allgemeinmediziner am Fachbereich Medizin der Philipps-Universit\u00e4t Marburg. &#8222;Wenn es um die Gesundheit von Patientinnen und Patienten geht, ist jeder Fehler einer zu viel. Deshalb darf das Thema nicht totgeschwiegen werden &#8211; weder im Krankenhausalltag noch in den Arztpraxen und schon gar nicht in der Ausbildung von Medizinerinnen und Medizinern&#8220;, sagt B\u00f6sner.<br \/>\nVor diesem Hintergrund entwickelten Prof. Dr. Stefan B\u00f6sner und Dr. Egbert Opitz mit einem Expertenteam unterschiedlicher Fach- und Berufsgruppen das Kursprogramm &#8222;Klug entscheiden &#8211; Sicher behandeln&#8220; f\u00fcr Medizinstudierende im Praktischen Jahr (PJ), das auf drei Einzelkursen basiert: &#8222;Patientensicherheit &#8211; Wie kann ich meine Patienten vor einem vermeidbaren Schaden bewahren?&#8220;, &#8222;Clinical Reasoning&#8220; und &#8222;Leitlinien-basierte Arzneimitteltherapie multimorbider Patienten&#8220;.<br \/>\nDr. Egbert Opitz entwickelte zusammen mit erfahrenen Klinikern, Lehrkr\u00e4ften der Marburger Krankenpflegeschule, einer Mediatorin, einer Juristin und einem Berufspiloten mit kontinuierlicher Unterst\u00fctzung der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung des Marburger Universit\u00e4tsklinikums 2015 den Kurs &#8222;Patientensicherheit &#8211; Wie kann ich meine Patienten vor einem vermeidbaren Schaden bewahren?&#8220;. In diesem Kurs lernen die Studierenden die wichtigsten Fehlerquellen bei der Versorgung von Patientinnen und Patienten sowie geeignete Gegenma\u00dfnahmen kennen. Als Projektaufgabe analysieren sie Krankenakten eigener Patientinnen und Patienten auf m\u00f6gliche Fehlerquellen und erarbeiten Verbesserungsvorschl\u00e4ge, die an die Klinikleitung gespiegelt werden. &#8222;Noch w\u00e4hrend ihres Studiums erhalten die Studierenden eine R\u00fcckmeldung zu bereits umgesetzten oder geplanten Verbesserungsma\u00dfnahmen&#8220;, sagt Opitz. &#8222;Das ist sehr wichtig, um die eigene Selbstwirksamkeit zu erfahren&#8220;. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen die Studierenden bei einem freiwilligen Segelflug-Schnupperkurs und einem Kletterkurs etablierte Sicherheitsmechanismen anderer Hochsicherheitsbereiche kennenlernen.<br \/>\nProf. Dr. Stefan B\u00f6sner entwickelte mit seinem Team die Kurse &#8222;Clinical Reasoning&#8220; und &#8222;Leitlinien-basierte Arzneimitteltherapie multimorbider Patienten&#8220;. Im Seminar &#8222;Clinical Reasoning&#8220; werden den Studierenden verschiedene \u00e4rztliche Denk-, Handlungs- und Entscheidungsprozesse explizit gemacht. Das Lehrtandem, bestehend aus einem niedergelassenen Allgemeinarzt und einem internistischen Kliniksarzt, zeigt anhand von realen Fallbeispielen die Vielfalt diagnostischer Strategien, die in Klinik und Praxis zur Anwendung kommen. Durch Einsatz der &#8222;Think aloud&#8220;-Technik, bei der die Dozentinnen und Dozenten ihre jeweiligen diagnostischen \u00dcberlegungen laut aussprechen, k\u00f6nnen die Studierenden die Entscheidungswege erfahrener \u00c4rztinnen und \u00c4rzte besser nachvollziehen und reflektieren.<br \/>\nDer Kurs &#8222;Leitlinien-basierte Arzneimitteltherapie multimorbider Patienten&#8220; stellt den Studierenden reale Medikationspl\u00e4ne und Befunde allgemeinmedizinischer Patientinnen und Patienten sowie die aktuellen \u00e4rztlichen Behandlungsleitlinien der jeweiligen Krankheit zur Verf\u00fcgung. In Kleingruppen diskutieren die Studierenden mit einem Allgemeinmediziner und einem Klinischen Pharmakologen gef\u00e4hrliche Behandlungsverl\u00e4ufe, auf die sofort reagiert werden muss, um diese sicherer zu erkennen. Dar\u00fcber hinaus erwerben sie die Kompetenz, allgemeine Therapieempfehlungen mit den Pr\u00e4ferenzen der jeweiligen Patientinnen und Patienten abzugleichen und bestehende Medikationspl\u00e4ne in sinnvoller Weise umzustellen bzw. zu k\u00fcrzen.<br \/>\nDie drei unter dem Kursprogramm &#8222;Klug entscheiden &#8211; Sicher behandeln&#8220; zusammengefassten Kurse sind in dieser Form einzigartig in Deutschland. &#8222;An der Philipps-Universit\u00e4t k\u00f6nnen Medizinstudierende \u00fcber das Basiswissen zur Patientensicherheit hinaus auch die Basiskompetenz zur Durchf\u00fchrung realer Projekte zur Erh\u00f6hung der Patientensicherheit erwerben&#8220;, sagt Dr. Egbert Opitz. Den Kursteilnehmerinnen und -teilnehmern wird dar\u00fcber hinaus bescheinigt, dass sie die Anforderungen der Stufe II des Fortbildungskonzepts &#8222;Patientensicherheit&#8220; der deutschen \u00c4rzteschaft erf\u00fcllen. Dem ausgezeichneten Lehrteam geh\u00f6ren an:<br \/>\nProf. Dr. Peter Alter, Prof. Dr. Annette Becker, Prof. Dr. Stefan B\u00f6sner, Prof. Dr. Frank Czubayko, Prof. Dr. Norbert Donner-Banzhoff, Adina Ende, Daniela Falkenberg, Dr. Marcel Goedecke, Dr. Sylvia Heinis, Antje Inselsberger, Dr. Andreas Jerrentrup, Nora Jochens, Dr. Ina Kluge, Dr. Beate Kolb-Niemann, Prof. Dr. Christoph Nies, Dr. Egbert Opitz, Dr. Martin Sassen, Prof. Dr. J\u00fcrgen Sch\u00e4fer, Gabriele Schwarz, Alexander Wild, Prof. Dr. Thomas Worzfeld und Prof. Dr. Hinnerk Wulf.<br \/>\nDer Hessische Hochschulpreis f\u00fcr Exzellenz in der Lehre ist deutschlandweit der h\u00f6chst dotierte und einer der renommiertesten Lehrpreise und wird f\u00fcr herausragende und innovative Lehrleistungen verliehen. Prof. Dr. Stefan B\u00f6sner erh\u00e4lt den Hessischen Hochschulpreis f\u00fcr Exzellenz in der Lehre bereits zum zweiten Mal. Im Jahr 2012 wurde er f\u00fcr das Seminar &#8222;Differentialdiagnose in der Prim\u00e4rversorgung&#8220; ausgezeichnet.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4tzei Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Medizinische Lehre ist in Marburg preisverd\u00e4chtig exzellent. 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