{"id":3626,"date":"2019-05-15T19:17:28","date_gmt":"2019-05-15T17:17:28","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=3626"},"modified":"2019-05-15T19:17:28","modified_gmt":"2019-05-15T17:17:28","slug":"ausgelobt-neue-emmy-noether-nachwuchsgruppe-zu-beryllium","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=3626","title":{"rendered":"Ausgelobt: Neue Emmy Noether-Nachwuchsgruppe zu Beryllium"},"content":{"rendered":"<p>Eine neue Emmy Noether-Nachwuchsgruppe arbeitet jetzt an der Philipps-Universit\u00e4t zur Berylliumchemie. Beryllium und seine Verbindungen haben viele positive Eigenschaften. <!--more--><br \/>\nDavonprofitieren zahlreiche Anwendungen der Luft- und Raumfahrt, Chirurgie oder auch Hochfrequenztechnik. Es gibt aber ein wesentliches Problem: Das Element gilt als hochgiftig.<br \/>\nWie genau der K\u00f6rper mit Beryllium interagiert, ist allerdings bislang unzureichend gekl\u00e4rt. Dr. Magnus Buchner vom Fachbereich Chemie der Philipps-Universit\u00e4t m\u00f6chte diese Forschungsl\u00fccke schlie\u00dfen.<br \/>\nDie Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) f\u00f6rdert das Vorhaben mit knapp 1,5 Millionen Euro f\u00fcr die Einrichtung einer Emmy Noether-Nachwuchsgruppe. Das Programm der DFG er\u00f6ffnet besonders qualifizierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern die M\u00f6glichkeit, sich durch die eigenverantwortliche Leitung einer Nachwuchsgruppe \u00fcber einen Zeitraum von sechs Jahren f\u00fcr eine Hochschulprofessur zu qualifizieren.<br \/>\nDas Element Beryllium ist in vielen technischen Anwendungen unverzichtbar: Berylliummetall ist aufgrund seiner geringen Dichte ein wichtiger Leichtbauwerkstoff in der Luft- und Raumfahrtindustrie. Berylliumbronzen sind zur Herstellung von nicht funkenschlagendem Werkzeug &#8211; beispielsweise f\u00fcr chirurgische Instrumente &#8211; unerl\u00e4sslich.<br \/>\nBerylliumkeramiken zeichnen sich durch ihre gro\u00dfe W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit, hohen elektrischen Widerstand bei hohen Temperaturen und ihre Bruchfestigkeit aus und sind daher in der Hochspannungs- und Hochfrequenztechnik nicht ersetzbar. &#8222;Die Liste wichtiger Anwendungen lie\u00dfe sich noch sehr lange weiterf\u00fchren. Das Element hat eine gro\u00dfe wirtschaftliche Bedeutung&#8220;, sagt Dr. Magnus Buchner vom Fachbereich Chemie der Philipps-Universit\u00e4t, Projektleiter der neuen Emmy Noether-Nachwuchsgruppe. Doch aufgrund der vermeintlich hohen Toxizit\u00e4t gilt das Arbeiten mit dem Element und dessen Verbindungen als problematisch &#8211; nach dem Einatmen geringster Mengen berylliumhaltiger Stoffe k\u00f6nnen schwere Lungensch\u00e4digungen auftreten.<br \/>\n&#8222;Allerdings ist die Chemie des Berylliums &#8211; verglichen mit dessen Nachbarn im Periodensystem der Elemente &#8211; deutlich unterentwickelt&#8220;, erkl\u00e4rte Buchner. &#8222;Es gibt noch zahlreiche offene Forschungsfragen, insbesondere was die Interaktion mit dem menschlichen K\u00f6rper betrifft.&#8220;<br \/>\nDaher seien die bisherigen Aussagen hinsichtlich der Toxizit\u00e4t nicht haltbar. &#8222;Aktuelle Untersuchungen zeigen beispielsweise, dass die Giftigkeit des Berylliums eher in der Grauzone zwischen Autoimmunerkrankung und allergischer \u00dcberreaktion angesetzt werden muss&#8220;, erkl\u00e4rte Buchner. &#8222;Doch um hier valide Aussagen treffen zu k\u00f6nnen, muss das Element tiefergehender untersucht werden.&#8220;<br \/>\nHauptziel des gef\u00f6rderten Projekts ist daher, einige der Mysterien um das Element Beryllium zu l\u00fcften. &#8222;Es ist wichtig, Beryllium mit dem wissenschaftlichen Respekt und der Neugier zu behandeln, den es verdient&#8220;, forderte Buchner. &#8222;In vielen F\u00e4llen hat sich vermeintlich altbekanntes Wissen, das sich in Lehrb\u00fcchern findet, schlicht als falsch herausgestellt.&#8220;<br \/>\nMit einem besseren Grundverst\u00e4ndnis \u00fcber Beryllium und seine Verbindungen k\u00f6nnten m\u00f6glicherweise seine Eigenschaften f\u00fcr die Anwendungsf\u00e4lle optimiert werden. Das sei auch im Sinne des Gesundheits- und Umweltschutzes.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine neue Emmy Noether-Nachwuchsgruppe arbeitet jetzt an der Philipps-Universit\u00e4t zur Berylliumchemie. Beryllium und seine Verbindungen haben viele positive Eigenschaften.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[5],"tags":[1917,182,1014],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-Wu","jetpack-related-posts":[{"id":5444,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=5444","url_meta":{"origin":3626,"position":0},"title":"Neue Nachwuchsgruppe: 1,6 Millionen Euro f\u00fcr Klimaforschung","date":"22. Juli 2020","format":false,"excerpt":"Wie fixieren Bakterien das Klimagas Kohlendioxid? Das m\u00f6chte eine neue Emmy Noether-Nachwuchsgruppe an der Philipps-Universit\u00e4t erforschen. 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