{"id":3039,"date":"2019-02-06T16:36:25","date_gmt":"2019-02-06T15:36:25","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=3039"},"modified":"2019-02-06T16:36:25","modified_gmt":"2019-02-06T15:36:25","slug":"klingeln-im-kopf-neuro-feedback-training-soll-tinnitus-lindern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=3039","title":{"rendered":"Klingeln im Kopf: Neuro-Feedback-Training soll Tinnitus lindern"},"content":{"rendered":"<p>Kann ein Neurofeedback-Training helfen, die Belastungen durch Phantomger\u00e4usche zu vermindern? Das testet nun eine Arbeitsgruppe aus der Marburger Psychologie. <!--more--><br \/>\nDas Marburger Team um die Psychologin Dr. Cornelia Weise und ihre Kooperationspartner vom Forschungszentrum &#8222;Eriksholm Research Center&#8220; aus D\u00e4nemark erhalten f\u00fcr ihre Forschungsarbeit eine F\u00f6rderung der Stiftung &#8222;Oticon Foundation&#8220;; mehr als 45.000 Euro flie\u00dfen an die Philipps-Universit\u00e4t.<br \/>\n&#8222;Das Summen und Zischen in meinem Kopf ist immer da&#8220;, berichtete Martin Jensen. &#8222;Im Kino, beim Einkaufen, sogar, wenn ich schlafen gehe.&#8220; Seit sieben Jahren lebt der d\u00e4nische Psychologe mit Tinnitus &#8211; und erforscht nun als Gastwissenschaftler in Marburg eine neue Methode, mit der die Belastungen durch Phantomger\u00e4usche abgemildert werden sollen.<br \/>\nTinnitus ist eine St\u00f6rung der H\u00f6rfunktion, bei der Betroffene Ger\u00e4usche wahrnehmen, die nicht auf ein \u00e4u\u00dferes Schallereignis zur\u00fcckgehen: das ber\u00fcchtigte Klingeln im Ohr. Die Erkrankung tritt bei 10 bis 20 Prozent der Bev\u00f6lkerung auf, sch\u00e4tzen Fachleute.<br \/>\n&#8222;Leider gibt es derzeit keine Heilung f\u00fcr Tinnitus&#8220;, erkl\u00e4rte die Psychologin Dr. Cornelia Weise von der Philipps-Universit\u00e4t, die das Forschungsprojekt leitet. &#8222;Daher erforschen wir &#8211; wie eine wachsende Anzahl von Forschungsgruppen weltweit &#8211; neue Wege, um das Klingeln in den Ohren zum Schweigen zu bringen.&#8220;<br \/>\nEine solche neuartige Behandlungsm\u00f6glichkeit bietet das Neurofeedback, dessen Wirkung das Team nun erforscht. &#8222;Tinnitus ist ein Phantomger\u00e4usch&#8220;, erl\u00e4uterte Jensen. &#8222;Das unaufh\u00f6rliche Klingeln wird durch aktive Neuronen im Gehirn verursacht, obwohl objektiv kein Ger\u00e4usch von au\u00dfen vorhanden ist.&#8220;<br \/>\nBeim Neurofeedback schauen die Betroffenen ihrer eigenen Hirnaktivit\u00e4t zu, die durch Elektroden auf der Kopfoberfl\u00e4che aufgenommen und auf einem Bildschirm sichtbar gemacht wird. Die Probanden trainieren dabei, Kontrolle \u00fcber Gehirnprozesse zu erlangen, die unter normalen Umst\u00e4nden unwillk\u00fcrlich ablaufen. &#8222;Mit dem Neurofeedback hoffen wir, diejenige Aktivit\u00e4t im Gehirn zu reduzieren, die f\u00fcr die Erzeugung der anhaltenden Ger\u00e4uschwahrnehmung verantwortlich ist&#8220;, legte Jensen dar.<br \/>\nDas Klingeln im Ohr an sich zu vermindern, ist jedoch nur einer von mehreren Effekten, die das Forschungsteam mit dem Training zu erzielen hofft. Dieses soll zudem auch beeinflussen, wie die Betroffenen ihren Tinnitus wahrnehmen und bewerten.<br \/>\n&#8222;Manche Menschen leben gut mit Tinnitus und k\u00f6nnen ihn ignorieren, auch wenn er laut ist&#8220;, f\u00fchrte Weises Mitarbeiterin Eva H\u00fcttenrauch aus. &#8222;Andere mit kaum h\u00f6rbarem Tinnitus hingegen haben gro\u00dfe Schwierigkeiten, sich damit abzufinden.&#8220;<br \/>\nDie Unf\u00e4higkeit, den eigenen Tinnitus zu akzeptieren, kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen f\u00fchren. Das k\u00f6nnen Schlafprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten oder Angstzust\u00e4nde sein.<br \/>\nWarum wird die St\u00f6rung mitunter als so belastend erlebt? &#8222;Vermutlich spielen diejenigen Teile des Gehirns daf\u00fcr eine bedeutsame Rolle, die f\u00fcr die Verarbeitung von Emotionen verantwortlich sind&#8220;, erkl\u00e4rte Weise. &#8222;Wir hoffen, dass wir mit dem Neurofeedback-Training dieses sogenannte Tinnitus-Belastungs-Netzwerk unterbrechen, damit die Betroffenen mit dem st\u00e4ndigen Rauschen im Kopf besser zurechtkommen&#8220;, sagte ihr Mitarbeiter Martin Jensen.<br \/>\nNeben Weises Arbeitsgruppe und dem &#8222;Eriksholm Research Center&#8220; beteiligt sich auch die Klinik f\u00fcr Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des Universit\u00e4tsklinikums Marburg an der Kooperation.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kann ein Neurofeedback-Training helfen, die Belastungen durch Phantomger\u00e4usche zu vermindern? 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