{"id":2417,"date":"2018-07-12T19:27:37","date_gmt":"2018-07-12T17:27:37","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=2417"},"modified":"2018-07-12T19:27:37","modified_gmt":"2018-07-12T17:27:37","slug":"zecken-ausgezaehlt-fsme-erreger-im-landkreis-nachgewiesen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=2417","title":{"rendered":"Zecken ausgez\u00e4hlt: FSME-Erreger im Landkreis nachgewiesen"},"content":{"rendered":"<p>Seit mehreren Jahren gilt Marburg-Biedenkopf als Risikogebiet f\u00fcr die von Zecken \u00fcbertragene FSME-Erkrankung. Die &#8222;Fr\u00fchsommer-Meningoenzephalitis&#8220; (FSME ist eine &#8211; von Viren ausgel\u00f6ste &#8211; Entz\u00fcndung des Gehirns und der Hirnh\u00e4ute. <!--more--><br \/>\nJetzt haben Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt des Kreises den FSME-Erreger tats\u00e4chlich in Zecken im Kreisgebiet nachgewiesen. Die Einstufung als Risikogebiet erfolgte durch das Robert-Koch-Institut (RKI) mittels einer statistischen Auswertung des \u00f6rtlichen Auftretens von Erkrankungsf\u00e4llen. Sie richtet sich also nach dem Wohnort der Erkrankten und nicht nach der Herkunft der Zecken.<br \/>\nMarburger Virologen hatten in den 90er Jahren erstmals FSME-Erkrankungen im Landkreis Marburg-Biedenkopf erkannt. In der Vergangenheit wurden die meisten FSME-F\u00e4lle aus dem \u00f6stlichen Teil des Kreises gemeldet. Allerdings haben die \u00c4rzte des Gesundheitsamtes auch einige F\u00e4lle aus dem westlichen und n\u00f6rdlichen Bereich des Kreises beobachtet.<br \/>\n&#8222;In weiten Teilen Europas k\u00f6nnen Zecken das FSME-Virus \u00fcbertragen&#8220;, erl\u00e4uterte Dr. Martin Just, der beim Gesundheitsamt des Kreises f\u00fcr den Infektionsschutz zust\u00e4ndig ist. &#8222;Wenngleich die meisten Infektionen durch das FSME-Virus ohne Symptome verlaufen oder nur eine milde Erkrankung die Folge ist, k\u00f6nnen auch schwere Erkrankungsverl\u00e4ufe mit einer Hirnhautentz\u00fcndung (Meningitis) oder Entz\u00fcndung des Gehirns (Enzephalitis) auftreten.&#8220;<br \/>\nDer Nachweis von FSME-Viren bei Menschen ist nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig. Die Zahl der gemeldeten FSME-F\u00e4lle schwankt von Jahr zu Jahr und liegt in Deutschland in der Regel zwischen 200 und 400 j\u00e4hrlichen F\u00e4llen. Im Jahr 2017 wurde mit 485 F\u00e4llen eine hohe Erkrankungsrate registriert.<br \/>\nDie meisten Erkrankungen treten in Bayern und Baden-W\u00fcrttemberg auf. In Hessen ist insbesondere das Gebiet des Odenwalds betroffen.<br \/>\nIm Landkreis Marburg-Biedenkopf ist in diesem Jahr bislang noch kein FSME-Fall nachgewiesen worden. Im Jahr 2017 war es ein Fall.<br \/>\n&#8222;Wenngleich Zecken mehr oder weniger \u00fcberall in der Natur zu finden sind, sind Zecken, die das FSME-Virus in sich tragen, oft nur in einem kleinen Areal anzutreffen&#8220;, berichtete der Mikrobiologe Dr. Michael Br\u00f6ker. Manchmal habe es nur die &#8222;Gr\u00f6\u00dfe eines Fu\u00dfballfeldes oder noch kleiner. In diesen so genannten Naturherden enthalten nicht alle Zecken das FSME-Virus, sondern nur etwa eine von 500 bis 1.000 Zecken. Bisher konnte das FSME-Virus aber nicht direkt in Zecken im Landkreis Marburg-Biedenkopf nachgewiesen werden.&#8220;<br \/>\nRegelm\u00e4\u00dfig macht sich Br\u00f6ker auf die Suche nach den achtbeinigen Parasiten, die zu den Spinnentieren gez\u00e4hlt werden. Er ist bei seiner Arbeit mit dem Gesundheitsamt des Kreises vernetzt.<br \/>\n&#8222;Eine M\u00f6glichkeit, das FSME-Virus in einem bestimmen Gebiet nachzuweisen, besteht darin, dort Zecken zu sammeln und dann mittels biochemischer Methoden das Erbgut des FSME-Virus zu identifizieren&#8220;, erkl\u00e4rte Br\u00f6ker. Wegen der geringen Infektionsrate der Zecken mit dem Virus werde deutlich, dass man viele Zecken sammeln m\u00fcsse, um statistisch gesehen einen Treffer zu erzielen.<br \/>\n&#8222;In der Regel sollte man schon 1.000 Zecken in dem zu untersuchenden Areal sammeln&#8220;, erl\u00e4uterte Br\u00f6ker. Dazu zieht der Wissenschaftler wei\u00dfe Stofft\u00fccher durch das Unterholz und \u00fcber Wiesen und sammelt dann mit einer Pinzette jede einzelne Zecke ein, die an dem Tuch h\u00e4ngen geblieben ist.<br \/>\nVor drei Jahren fing Br\u00f6ker damit an, Zecken im Landkreis Marburg-Biedenkopf zu sammeln. Er arbeitet dabei mit dem deutschen FSME-Konsiliarlabor am Institut f\u00fcr Mikrobiologie der Bundeswehr in M\u00fcnchen zusammen. Dort werden die notwendigen Laboruntersuchungen vorgenommen.<br \/>\nSein Augenmerk richtete Br\u00f6ker dabei zun\u00e4chst auf den Ostkreis, weil von dort die meisten F\u00e4lle berichtet worden waren. Dort konnte er jedoch keine Zecken nachweisen, die das FSME-Virus in sich trugen.<br \/>\n&#8222;Allerdings konnte ich vor zwei Jahren einen Naturherd \u00f6stlich der Stadt Wetter identifizieren&#8220;, berichtete Br\u00f6ker. &#8222;Hier hatte sich eine Person infiziert, die dort regelm\u00e4\u00dfig spazieren ging.&#8220;<br \/>\nIm vergangenen Jahr erkrankte zudem eine Person aus dem S\u00fcdkreis. Sie erinnerte sich, beim Sammeln von Pilzen bei Wetter-Am\u00f6nau von einer Zecke gestochen worden zu sein.<br \/>\nBr\u00f6ker ging auch diesem Fall nach: Da das Areal des vermuteten Infektionsorts recht gut eingrenzbar war, sammelte Br\u00f6ker gezielt in diesem Gebiet und wurde f\u00fcndig. Damit war ein zweiter FSME-Naturherd im Landkreis Marburg-Biedenkopf &#8211; nunmehr westlich von Wetter &#8211; gefunden worden.<br \/>\n&#8222;Es ist m\u00f6glich, dass die Durchseuchung der Zecken mit FSME-Virus dort sehr gering ist und dass man wesentlich mehr Zecken sammeln m\u00fcsste, um das Virus nachweisen zu k\u00f6nnen&#8220;, lautet die Einsch\u00e4tzung des Mikrobiologen. Es k\u00f6nne aber auch sein, dass die Naturherde dort erloschen sind und das Virus nun eher westlich und n\u00f6rdlich anzutreffen ist.<br \/>\n&#8222;M\u00f6glich ist aber auch, dass man schlichtweg an den falschen Stellen Zecken gesammelt hat&#8220;, erkl\u00e4rte Br\u00f6ker. &#8222;Auch knapp daneben ist daneben.&#8220;<br \/>\nZecken k\u00f6nnen eine Vielzahl von Bakterien und Viren \u00fcbertragen, die eine Krankheit verursachen k\u00f6nnen. Am h\u00e4ufigsten ist die durch Bakterien verursachte Borreliose.<br \/>\n&#8222;Etwa jede f\u00fcnfte Zecke enth\u00e4lt Borreliose-Bakterien; aber nicht jeder aber nicht jeder Stich hat eine Erkrankung zur Folge&#8220;, erl\u00e4uterte Br\u00f6ker. &#8222;Infektionen durch FSME sind dagegen deutlich seltener&#8220;, wei\u00df auch Just.<br \/>\n&#8222;Wer sich h\u00e4ufig in der Natur aufh\u00e4lt &#8211; also zum Beispiel Wanderer, Jogger, Beeren- und Pilzsammler, Forstarbeiter oder J\u00e4ger &#8211; sollte sich durch entsprechende, helle Kleidung sch\u00fctzen und seinen K\u00f6rper nach dem Aufenthalt in der Natur nach Zecken absuchen, um die Tiere m\u00f6glichst noch vor dem Biss oder sobald als m\u00f6glich nach dem Biss zu entfernen&#8220;, riet Just. &#8222;Das ist die beste Vorbeugung gegen Infektionen&#8220; Das gelte umso mehr, da gegen die h\u00e4ufigste &#8211; durch Zecken \u00fcbertragene &#8211;<br \/>\nInfektion durch Borreliose-Bakterien keine sch\u00fctzende Impfung zur Verf\u00fcgung stehe.<br \/>\n&#8222;Durch eine FSME-Impfung kann man der Infektion mit dem Virus vorbeugen&#8220;, erl\u00e4uterte Just. &#8222;In Risikogebieten wie dem Landkreis Marburg-Biedenkopf geh\u00f6rt die FSME-Impfung zu den Empfehlungen St\u00e4ndigen Impfkommission (STIKO) am RKI.&#8220; F\u00fcr entsprechende Beratungen st\u00fcnden die Haus\u00e4rzte zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>* pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit mehreren Jahren gilt Marburg-Biedenkopf als Risikogebiet f\u00fcr die von Zecken \u00fcbertragene FSME-Erkrankung. Die &#8222;Fr\u00fchsommer-Meningoenzephalitis&#8220; (FSME ist eine &#8211; von Viren ausgel\u00f6ste &#8211; Entz\u00fcndung des Gehirns und der Hirnh\u00e4ute.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[5,4],"tags":[1451,1452,1453],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-CZ","jetpack-related-posts":[{"id":19656,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=19656","url_meta":{"origin":2417,"position":0},"title":"Jetzt aufpassen: Hessische Ministerin warnt vor Zecken","date":"4. M\u00e4rz 2026","format":false,"excerpt":"Mit dem Fr\u00fchling beginnt auch die Saison f\u00fcr Zecken und Tigerm\u00fccke. 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