{"id":2316,"date":"2018-06-14T07:49:26","date_gmt":"2018-06-14T05:49:26","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=2316"},"modified":"2018-07-11T14:01:55","modified_gmt":"2018-07-11T12:01:55","slug":"preistraeger-peter-fischer-erinnerungskultur-muss-in-der-dna-sein","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=2316","title":{"rendered":"Preistr\u00e4ger Peter Fischer: Erinnerungskultur muss in der DNA sein"},"content":{"rendered":"<p>Im besten jiddischen Sinne ist Peter Fischer f\u00fcr Monika Bunk &#8222;a Mentsch&#8220;. Die 2. Vorsitzende der J\u00fcdischen Gemeinde Marburg hielt am Mittwoch (13. Juni) die Laudatio auf den Pr\u00e4sidenten von Eintracht Frankfurt. <!--more--><br \/>\nIm Historischen Saal des Rathauses erhielt der Pr\u00e4sident des gr\u00f6\u00dften Sportvereins in Hessen am Mittwoch (13. Juni) das &#8222;Marburger Leuchtfeuer f\u00fcr Soziale B\u00fcrgerrechte&#8220;. Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies und Egon Vaupel als Sprecher der Jury \u00fcberreichten ihm die undotierte Auszeichnung im Namen der Stadt Marburg und der Humanistischen Union (HU).<br \/>\nDamit w\u00fcrdigen sie Fischers entschiedenes Eintreten f\u00fcr Vielfalt und Respekt vor der W\u00fcrde aller Menschen. &#8222;Peter Fischer hat eine klare und eindeutige Haltung gegen Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung eingenommen an einer Stelle, an der sich viele weggeduckt h\u00e4tten&#8220;, erkl\u00e4rte Spies. &#8222;Damit ist er zu einer Symbolfigur f\u00fcr weltoffenen Sport geworden.&#8220;<br \/>\nAn vielen Stellen werde heute in der Gesellschaft der Rahmen der Spielregeln verlassen. Hier seien klare Worte n\u00f6tig.<br \/>\n&#8222;Er bleibt auch bei starkem Gegenwind standhaft und macht damit Eintracht Frankfurt weit \u00fcber die Fu\u00dfball-Bundesliga hinaus zu einem Vorbild f\u00fcr gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein&#8220;, hob der Oberb\u00fcrgermeister hervor. &#8222;Eine solche Pers\u00f6nlichkeit ehren wir in Marburg ausgesprochen gerne.&#8220; Die Preisvergabe an Peter Fischer sei eine Ermutigung f\u00fcr alle Menschen, sich mit Zivilcourage gegen Ausl\u00e4nderfeindlichkeit zu stellen.<br \/>\n&#8222;Nie wieder Faschismus!&#8220;, forderte der HU-Regionalvorsitzende Franz-Josef Hanke und bedankte sich bei Fischer daf\u00fcr, dass er diese Haltung in den Sport hineintrage. &#8222;Wir alle sind dazu aufgerufen, uns f\u00fcr unsere Demokratie zu engagieren. Das gilt f\u00fcr alle Bereiche der Gesellschaft, auch f\u00fcr den Fu\u00dfball.&#8220; Bei der Unterst\u00fctzung gefl\u00fcchteter Menschen habe er die Erfahrung gemacht, dass Sportvereine sich vor Ort schon seit Jahren f\u00fcr Gefl\u00fcchtete einsetzen und Sport ohne Ansehen von Herkunft oder Hautfarbe gemeinsam leben.<br \/>\nDie Laudatio auf den Leuchtfeuer-Preistr\u00e4ger hielt Monika Bunk. Die stellvertretende Vorsitzende der j\u00fcdischen Gemeinde ging auf die Geschichte der Eintracht ein, bei der j\u00fcdische Spieler w\u00e4hrend des Nationalsozialismus l\u00e4nger spielen konnten als anderswo.<br \/>\n&#8222;Das ist auch auf die Freundschaft und Zivilcourage der Eintracht-Familie zur\u00fcckzuf\u00fchren&#8220;, erkl\u00e4rte sie. Auch bei der Neugr\u00fcndung nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges habe der Verein sich klar gegen Rassismus gestellt.<br \/>\n&#8222;Auch wenn Sportvereine grunds\u00e4tzlich parteipolitisch und religi\u00f6s neutral sein sollen, k\u00f6nnen sie sich &#8211; gerade bei dem Einfluss den sie haben &#8211; nicht aus ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung stehlen, sondern m\u00fcssen ein Beispiel geben &#8211; ein sichtbares Leuchtfeuer sein &#8211; , wenn sie ihre \u00dcberzeugungen und Werte gef\u00e4hrdet sehen&#8220;, sagte Bunk. &#8222;Hier braucht es immer wieder Menschen wie Peter Fischer mit Zivilcourage und Leidenschaft.&#8220;<br \/>\nMit Fischer habe zum ersten Mal der Pr\u00e4sident eines Bundesligaclubs deutlich \u00f6ffentlich Stellung gegen rassistische Hetze bezogen. Damit tue er &#8222;das einzig Richtige: er gibt Antidemokraten gar keine B\u00fchne zur Selbstdarstellung&#8220;.<br \/>\nMan d\u00fcrfe nicht so tun, als seien Rassismus und v\u00f6lkischer Nationalismus Meinungen, die diskutiert werden d\u00fcrfen. &#8222;Wir m\u00fcssen Rassismus diskutieren. Aber wir m\u00fcssen aufh\u00f6ren, es mit Rassisten zu tun&#8220;, forderte Bunk.<br \/>\n&#8222;Peter Fischer hat Gesicht gezeigt und in seinem Verein und damit auch weit dar\u00fcber hinaus deutlich gemacht, dass Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft nicht geduldet werden d\u00fcrfen&#8220;, erkl\u00e4rte Vaupel. Sport sei integrativ und bringe Menschen zusammen. Der Jury-Sprecher lobte Fischers mutiges Eintreten f\u00fcr eine weltoffene Gesellschaft, obwohl er daf\u00fcr Anzeigen, Kritik und Schm\u00e4hungen erdulden muss.<br \/>\n&#8222;Sie haben mich \u00fcberrascht&#8220;, gab der Preistr\u00e4ger nach den Reden bekannt. Er wisse den Preis sehr zu w\u00fcrdigen, denn die Inhalte, f\u00fcr die er verliehen werde, h\u00e4tten seine Sympathie.<br \/>\n&#8222;Danke, dass Sie als Stadt Marburg diesen Preis auch politisch unterst\u00fctzen&#8220;, sagte er. Er sei stolz, dass viele tausend Menschen wegen seiner Haltung Mitglied bei der Eintracht geworden seien.<br \/>\nAu\u00dferdem betonte er: &#8222;Erinnerungskultur ist etwas, das in unserer DNA sein muss. Das m\u00fcssen wir weitergeben und uns k\u00fcmmern.&#8220;<br \/>\n&#8222;Ich habe daheim mehrere Ordner voller Drohungen&#8220;, berichtete Fischer. &#8222;Aber es geht mir darum, Spuren zu hinterlassen und Dinge zu ver\u00e4ndern.&#8220; Er erwarte, &#8222;dass Menschen sich zu Wort melden&#8220;.<br \/>\nZum Abschluss des Empfangs, der von Jury-Mitglied Jochen Sch\u00e4fer musikalisch umrahmt wurde, bat Spies den Pr\u00e4sidenten von Eintracht Frankfurt, sich in das Goldene Buch der Stadt Marburg einzutragen. Au\u00dferdem erhielt er als Geschenk einen Charakterkopf: Der K\u00fcnstler Rupert Eichler hatte den Kopf des Preistr\u00e4gers aus Ton nachgestaltet.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im besten jiddischen Sinne ist Peter Fischer f\u00fcr Monika Bunk &#8222;a Mentsch&#8220;. Die 2. Vorsitzende der J\u00fcdischen Gemeinde Marburg hielt am Mittwoch (13. 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