{"id":2303,"date":"2018-06-06T12:56:24","date_gmt":"2018-06-06T10:56:24","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=2303"},"modified":"2018-06-07T08:49:34","modified_gmt":"2018-06-07T06:49:34","slug":"belehrungen-harald-lesch-begeisterte-gut-800-zuhoerende","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=2303","title":{"rendered":"Belehrungen: Harald Lesch begeisterte gut 800 Zuh\u00f6rende"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Da drau\u00dfen ist weit und breit fast nichts&#8220;, beschrieb Prof. Dr. Harald Lesch etwas \u00fcberspitzt das Universum. &#8222;Eigentlich ist das stinklangweilig.&#8220; <!--more--><br \/>\nTrotzdem waren am Dienstag (5. Juni) gut 800 Interessierte in die Universit\u00e4tskirche gekommen, um dem Astrophysiker von der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t (LMU) M\u00fcnchen zuzuh\u00f6ren. Im Rahmen der &#8222;Lectio Philippina&#8220; pr\u00e4sentierte er dort &#8222;Nachrichten vom Rande des Universums&#8220;. Oberkirchenrat R\u00fcdiger Glufke untermalte Leschs Aussagen zwischendurch mit kongenialen musikalischen Zwischenspielen auf der Orgel.<br \/>\n&#8222;Das Universum dehnt sich immer weiter aus&#8220;, erkl\u00e4rte Lesch. Inzwischen habe man berechnen k\u00f6nnen, wann es durch einen Urknall entstanden ist. Dazu nannte er eine unvorstellbar gro\u00dfe Zahl an Jahren.<br \/>\nEbenso schwer vorstellbar ist jene kleinste Zahl, mit der sich physikalisch sinnvoll eine L\u00e4nge oder eine Wirkung beschreiben l\u00e4\u00dft. Heiter erkl\u00e4rte Lesch dem \u00fcberwiegend studentischen Publikum auch, wie der Nachweis der &#8211; von Albert Einstein in seiner Allgemeinen Relativit\u00e4tstheorie dargestellten &#8211; Gravitationswellen durch kleinste Abweichungen elektromagnetischer Signale erbracht wurde.<br \/>\n&#8222;Wenn jemand selbst findet, was er sich ausgedacht hat, dann hat das etwas Fischiges&#8220;, meinte Lesch. Ganz anders sei das, wenn jemand eine Theorie best\u00e4tigt, der von ihr gar keine Ahnung hatte.<br \/>\n Belustigt berichtete er von zwei amerikanischen Radiotechnikern, die st\u00e4ndig merkw\u00fcrdige Signale in der Antenne hatten, die sie sich nicht erkl\u00e4ren konnten. Astrophysiker jedoch merkten auf, als sie die Berichte der beiden h\u00f6rten: die beiden Radiotechniker hatten die bereits theoretisch vorhergesagte elektromagnetische Strahlung gefunden, die das ganze Universum als &#8222;Echo&#8220; des Urknalls seit dem Zeitpunkt erf\u00fcllt, als das Licht sich ungehindert ausbreiten konnte.<br \/>\nGeradezu kabarettreif legte Lesch einen Parforceritt durch die Erkenntnisse der Astrophysik hin. Lachen und Beifall des Publikums waren ihm dabei sicher. Unterhaltsam und mitunter auch ein wenig s\u00fcffisant warf er mit Zahlen, deren Gr\u00f6\u00dfe oder Winzigkeit sowie Schlussfolgerungen daraus um sich.<br \/>\nGekonnt improvisierte Glufke zwischendurch auf der Orgel Medleys aus Klassischer Musik, bekannten Volksliedern und Popsongs. Meist hatten sie das Thema Raumfahrt, Sterne oder Mond zum Gegenstand.<br \/>\nAls zwischendurch ein Handy st\u00f6rte, erkl\u00e4rte Lesch dieses Ger\u00e4t zu einer Folge der physikalischen Forschung. Vor 20 Jahren h\u00e4tten nur \u00c4rzte oder Krankenpflegekr\u00e4fte Signalgeber mit in Veranstaltungen genommen: &#8222;Dann ging es auch immer um Leben und Tod. Heute unterbrechen wir alles wegen eines Handys und tun dabei, als ginge es um Leben und Tod.&#8220;<br \/>\nDie Kritik am Umgang mit der Technik und Erkenntnissen der Wissenschaft war dann auch Lechs eigentliches Motiv f\u00fcr den Vortrag: &#8222;Wenn man vom Universum redet, kommen viele&#8220;, erkl\u00e4rte er. &#8222;Schlussfolgerungen f\u00fcr den eigenen Alltag ziehen aber nur wenige aus wissenschaftlichen Erkenntnissen.&#8220;<br \/>\nDabei sei inzwischen klar, dass es universelle Naturgesetze gibt. Sie setzten der Ausdehnung ebenso Grenzen wie einer Verkleinerung von physikalischen Elementen. Diese Naturgesetze erkl\u00e4rten Klimawandel und die Gefahr der Atomtechnik ebenso wie andere Ph\u00e4nomene der Natur.<br \/>\n&#8222;Meine Generation hat versagt&#8220;, stellte Lesch unter Verweis auf die vielen &#8222;Elterntaxis&#8220; zur Schule fest. &#8222;Wir h\u00e4tten alles wissen k\u00f6nnen.&#8220; Doch dieses Wissen werde zuwenig in Handeln umgem\u00fcnzt, erkl\u00e4rte Lesch.<br \/>\nAus der schier unendlichen Weite des Universums leitete der Astrophysiker klare Forderungen f\u00fcr den allt\u00e4glichen Umgang mit dem eigenen Lebensumfeld ab. Plastik und Abgase m\u00f6glichst zu vermeiden, begr\u00fcndete er mit der Aufforderung Ciceros, jede Entscheidung von ihrem Ende her zu bedenken.<br \/>\nZum Schluss seines Vortrags erl\u00e4uterte Lesch die Gr\u00fcnde, warum die Menschheit nur dank des Monds entstehen konnte. Ebenso &#8222;zuf\u00e4llig&#8220; k\u00f6nne sie auch jederzeit wieder ausgel\u00f6scht werden, warnte er.<br \/>\nEine Gefahr sieht Lesch in der sogenannten &#8222;K\u00fcnstlichen Intelligenz&#8220; (KI). &#8222;K\u00fcnstliche Intelligenz hat mit Intelligenz nichts zu tun&#8220;, erkl\u00e4rte er. &#8222;Die Central Intelligence Agency ist auch keine zentrale Agentur f\u00fcr Intelligenz.&#8220;<br \/>\nMit tosendem Applaus bedankten sich die Anwesenden am Ende bei Lesch und seinem Freund Glufke sowie Prof. Dr. Karl Pingg\u00e9ra von der Hessischen Stipediatenanstalt &#8222;Collegium Philippinum&#8220;, der die beiden eingeladen hatte. Ihr kurzweiliger Blick zu den Sternen sollte letztlich den Blick auf die eigene Erde sch\u00e4rfen, damit unbestreitbare Erkenntnisse der Wissenschaft nicht aus \u00dcberheblichkeit und Gro\u00dfmannssucht beiseite geschoben werden.<\/p>\n<p>* Franz-Josef Hanke<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Da drau\u00dfen ist weit und breit fast nichts&#8220;, beschrieb Prof. Dr. Harald Lesch etwas \u00fcberspitzt das Universum. &#8222;Eigentlich ist das stinklangweilig.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[5,2,4],"tags":[1398,1399,1400],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-B9","jetpack-related-posts":[{"id":19211,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=19211","url_meta":{"origin":2303,"position":0},"title":"Neuer Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer: Harald Spreda \u00fcbernimmt Leitung des Diakonischen Werks","date":"15. 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