{"id":2251,"date":"2018-05-24T12:16:50","date_gmt":"2018-05-24T10:16:50","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=2251"},"modified":"2018-05-24T12:16:50","modified_gmt":"2018-05-24T10:16:50","slug":"krebs-und-lungenentzuendung-18-millionen-euro-fuer-zwei-sonderforschungsbereiche","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=2251","title":{"rendered":"Krebs und Lungenentz\u00fcndung: 18 Millionen Euro f\u00fcr zwei Sonderforschungsbereiche"},"content":{"rendered":"<p>Zwei Sonderforschungsbereiche des Forschungscampus Mittelhessen (FCMH) gehen in die dritte F\u00f6rderphase. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat ihre Weiterf\u00fchrung am Freitag (18. Mai) bewilligt. <!--more--><br \/>\n&#8222;Mit diesen beiden Erfolgen tr\u00e4gt der Forschungscampus Mittelhessen dazu bei, Ursachen und Therapien von Krankheiten weiter zu erforschen und leistet so einen wichtigen Beitrag zur Forschung im Gesundheitsbereich&#8220;, erkl\u00e4rte Universit\u00e4tspr\u00e4sidentin Prof. Dr. Katharina Krause. Bewilligt hat die DFG weitere Gelder f\u00fcr den Sonderforschungsbereich \/ Transregio (SFB\/TRR) 81 &#8222;Chromatinver\u00e4nderungen in Differenzierung und Malignit\u00e4t&#8220; und den SFB\/TRR 84 &#8222;Angeborene Immunit\u00e4t der Lunge: Mechanismen des Pathogenangriffs und der Wirtsabwehr in der Pneumonie&#8220;.<br \/>\nBeim SFB\/TRR &#8222;Chromatinver\u00e4nderungen in Differenzierung und Malignit\u00e4t&#8220; ist die Philipps-Universit\u00e4t die Sprecherhochschule. Ebenfalls antragstellend sind die Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen und das Erasmus University Medical Center Rotterdam. In der dritten F\u00f6rderperiode wird der SFB\/TRR mit 7,1 Millionen Euro f\u00fcr vier Jahre gef\u00f6rdert.<br \/>\nSprecher Prof. Dr. Alexander Brehm vom Institut f\u00fcr Molekularbiologie und Tumorforschung der Philipps-Universit\u00e4t gab seiner Freude \u00fcber die Zusage Ausdruck: &#8222;Die Erforschung epigenetischer Mechanismen der Genregulation im Kontext der Tumorentstehung ist ein ausgewiesener Schwerpunkt des Fachbereichs Medizin. Dar\u00fcber hinaus spielen epigenetische Prozesse auch bei Erkrankungen des Nerven- und des Immunsystems sowie bei Entz\u00fcndungen und Infektionen eine wichtige Rolle. Die erneute F\u00f6rderung durch die DFG erm\u00f6glicht uns, unsere erfolgreiche Arbeit in einem einzigartigen internationalen Netzwerk von Forschungsgruppen der Universit\u00e4ten Marburg und Gie\u00dfen, des Max-Planck-Instituts Bad Nauheim und des Erasmus Medical Center Rotterdam fortzuf\u00fchren.&#8220;<br \/>\nDas Forschungsprogramm dieses SFB befasst sich mit epigenetischen Prozessen der Genregulation, die bei der Differenzierung gesunder Zellen und bei der Tumorentstehung ablaufen. Chromatin ist das Material, aus dem Chromosomen bestehen. Es setzt sich aus DNA sowie einer Vielzahl an Proteinen zusammen.<br \/>\nDie genetische Information, die von Zelle zu Zelle und von Generation zu Generation weitergegeben wird, steckt in der DNA. Die Aktivierung von Genen durch die Proteinbestandteile des Chromatins f\u00fchrt zur Bildung ihrer Genprodukte wie Enzymen und anderen Faktoren, die vielf\u00e4ltige Prozesse innerhalb der Zelle aus\u00fcben. Das An- und das Abschalten von Genen wird epigenetisch gesteuert; es erfolgt durch Ver\u00e4nderung der Zusammensetzung und Struktur des Chromatins.<br \/>\nDer Mensch und andere h\u00f6here Organismen besitzen eine Vielzahl unterschiedlicher Zelltypen mit gro\u00dfen Unterschieden in Aussehen und Funktion. Obwohl die Zellen eines Organismus weitgehend identische Gene enthalten, sind beispielsweise in einer Herzmuskelzelle andere Gene aktiv als in einer Blutzelle. Zelltypspezifische Genaktivit\u00e4tsmuster bilden sich aus, wenn spezialisierte Zellen sich von Vorl\u00e4uferzellen wie Muskelstammzellen oder Blutstammzellen differenzieren.<br \/>\nIm Falle einer pathologischen Ver\u00e4nderung kann das fehlerhafte An- und Abschalten von Genen dazu f\u00fchren, dass Muskelstammzellen zerst\u00f6rtes Muskelgewebe nicht mehr regenerieren oder dass Blutstammzellen sich nicht mehr in die spezialisierten Zellen des Blutsystems differenzieren, sondern maligne werden und beginnen, sich unkontrolliert zu teilen. Das f\u00fchrt dann zu einer Leuk\u00e4mie.<br \/>\nDer Sonderforschungsbereich erforscht die epigenetischen Prozesse, die der Steuerung von Genen w\u00e4hrend der Differenzierung von gesunden Zellen und der Fehlsteuerung von Genen bei der Entstehung von Tumoren und anderen Erkrankungen zugrunde liegen. Die Erforschung dieser molekularen Prozesse verbessert das grundlegendes Verst\u00e4ndnis der Zelldifferenzierung und wird Ansatzpunkte f\u00fcr neue epigenetische Therapieans\u00e4tze identifizieren.<br \/>\nEbenfalls weiter bewilligt wurde der SFB\/TRR &#8222;Angeborene Immunit\u00e4t der Lunge: Mechanismen des Pathogenangriffs und der Wirtsabwehr in der Pneumonie&#8220;. Hier liegt die Sprecherschaft bei der Charit\u00e9 in Berlin. Die beiden Universit\u00e4ten Gie\u00dfen und Marburg sind an dem Sonderforschungsbereich beteiligt.<br \/>\nDie gesamte F\u00f6rdersumme f\u00fcr die dritte F\u00f6rderperiode betr\u00e4gt 11 Millionen Euro. Davon gehen rund 800.000 Euro nach Marburg. Die F\u00f6rderdauer betr\u00e4gt vier Jahre.<br \/>\nProf. Dr. Bernd Schmeck von der Philipps-Universit\u00e4t erkl\u00e4rte die Bedeutung seiner Forschung: &#8222;Die Lungenentz\u00fcndung ist weltweit die h\u00e4ufigste Todesursache durch Infektionskrankheiten. Sie wird noch schwerer behandelbar durch die zunehmenden Antibiotikaresistenzen. In unserem Forschungsverbund k\u00f6nnen wir mit den modernsten Methoden neue Therapieans\u00e4tze entwickeln und erproben. Damit befinden wir uns an der Schnittstelle der Forschungsschwerpunkte Infektionskrankheiten und Lungenkrankheiten des Forschungscampus Mittelhessen.&#8220;<br \/>\nLungenentz\u00fcndung ist eine echte Volkskrankheit mit hoher Sterblichkeit. Neue therapeutische Ans\u00e4tze, die \u00fcber die Gabe von Antibiotika hinausgehen, werden dringend ben\u00f6tigt.<br \/>\nDer SFB\/TRR verfolgt das Konzept, dass Infektion und Entz\u00fcndung in der Lunge Kompartment-spezifischen Regeln unterliegen. Das gelte unter anderem, weil die Abwehr von Krankheitserregern zeitlich und \u00f6rtlich so fein abgestimmt werden muss, dass die Organfunktion nicht zusammenbricht.<br \/>\nDer Sonderforschungsbereich basiert auf drei ineinandergreifenden Bereichen. Das Methodenspektrum der Projekte ist weit gespannt; die Fragestellungen werden mit morphologischen, biochemischen, molekularbiologischen sowie zell- und organphysiologischen Verfahren bearbeitet.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei Sonderforschungsbereiche des Forschungscampus Mittelhessen (FCMH) gehen in die dritte F\u00f6rderphase. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat ihre Weiterf\u00fchrung am Freitag (18. 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