{"id":2176,"date":"2018-04-30T18:23:12","date_gmt":"2018-04-30T16:23:12","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=2176"},"modified":"2018-04-30T18:23:12","modified_gmt":"2018-04-30T16:23:12","slug":"gut-angekommen-zentrale-universitaetsbibliothek-feierlich-eroeffnet","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=2176","title":{"rendered":"Gut angekommen: Zentrale Universit\u00e4tsbibliothek feierlich er\u00f6ffnet"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Das Herz und Hirn einer Universit\u00e4t ist ihre Bibliothek&#8220;, sagte Boris Rhein. Die neue Zentrale Universit\u00e4tsbibliothek (ZUB) wurde am Montag (30. April) feierlich er\u00f6ffnet. <!--more--><br \/>\nNeben dem Hessischen Minister f\u00fcr Wissenschaft und Kunst (HMWK) war auch sein Kabinettskollege Dr. Thomas Sch\u00e4fer aus Wiesbaden zur Bibliothekser\u00f6ffnung nach Marburg gekommen. &#8222;Dein Geld ist hier gut angelegt&#8220;, h\u00e4tten ihm mehrere Besucher der Einweihungsfeier erkl\u00e4rt. Doch es sei nicht sein Geld, betonte der Finanzminister, &#8222;denn ich bin nur der Kassierer im Dienst von sechs Millionen Hessen&#8220;.<br \/>\n120 Millionen Euro hat das neue Geb\u00e4ude gekostet. 2014 war der Erste Spatenstich erfolgt. Seit Montag (9. April) ist die neue ZUB im Testbetrieb ge\u00f6ffnet.<br \/>\n&#8222;6.000 Studierende kommen t\u00e4glich hierher&#8220;, berichtete Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies. &#8222;Abends gehen sie auch alle wieder nach Hause.&#8220; Dadurch entst\u00fcnden riesige Verkehrsstr\u00f6me, die die Stadt nun im Auge behalten und auf die sie gegebenenfalls auch rasch reagieren wolle.<br \/>\nEinen Zebrastreifen vom Haupteingang \u00fcber die Deutschhausstra\u00dfe zum Firmaneiplatz hatte Universit\u00e4tspr\u00e4sidentin Prof. Dr. Katharina Krause in ihrer Begr\u00fc\u00dfung gefordert. Sch\u00e4fer forderte den anwesenden SPD-Bundestagsabgeordneten S\u00f6ren Bartol auf, das gleich vor Ort zu kl\u00e4ren. Spies erg\u00e4nzte diese Anregung um die Bereitschaft der Stadt, auch die Einrichtung einer Fu\u00dfg\u00e4ngerampel zu pr\u00fcfen.<br \/>\nIhre Freude \u00fcber das neue Bibliotheksgeb\u00e4ude begr\u00fcndete Krause mit den unzureichenden Verh\u00e4ltnissen in der bisherigen Universit\u00e4tsbibliothek (UB) direkt an der Autobahnausfahrt &#8222;Marburg-Mitte&#8220;. Der Turm neben der Philosophischen Fakult\u00e4t (Phil. Fak.) sei inzwischen marode und die R\u00e4umlichkeiten viel zu beengt. Ein Umzug der Bibliothek sei deshalb dringend notwendig geworden.<br \/>\nErfreut \u00e4u\u00dferte sich die Universit\u00e4tspr\u00e4sidentin dar\u00fcber, dass alle Fachbereiche ihre Zusagen eingehalten und ihre Fachbereichsbibliotheken in die neue ZUB eingebracht haben. Ebenso freute sie sich \u00fcber die Unterst\u00fctzung des Projekts durch die Universit\u00e4tsstadt Marburg und das Land Hessen. Vor Allem aber lobte sie die Beteiligten am Bauvorhaben und die Besch\u00e4ftigten der Bibliothek.<br \/>\nDie ZUB ist bereits der sechste Ort der Universit\u00e4tsbibliothek seit der Universit\u00e4tsgr\u00fcndung im Jahr 1527. Drei Bibliotheken befanden sich in Universit\u00e4tsgeb\u00e4uden in der Oberstadt, bevor an der Universit\u00e4tsstra\u00dfe das erste eigenst\u00e4ndige Bibliotheksgeb\u00e4ude errichtet wurde. Ihm folgte 1967 der achtst\u00f6ckige Turm an der Stadtautobahn und nun das vierst\u00f6ckige Geb\u00e4ude auf dem &#8222;Campus Firmanei&#8220; an der Deutschhausstra\u00dfe.<br \/>\n&#8222;R\u00e4ume erm\u00f6glichen Entwicklung; und in diesem Sinne hat die UB Marburg mit ihrem neuen Bibliotheksgeb\u00e4ude beste Voraussetzungen, um Forschende, Lehrende und Studierende mit zeitgem\u00e4\u00dfen Diensten zu unterst\u00fctzen&#8220;, erl\u00e4uterte Bibliotheksdirektorin Dr. Andrea Wolff-W\u00f6lk. &#8222;Dabei geht es nicht nur um die klassische Literatur- und Informationsversorgung. Die Bibliothek versteht sich als zentraler Lern- und Arbeitsort, der durch seine differenzierten und offenen Raumangebote universit\u00e4res Leben und Lernen f\u00f6rdern m\u00f6chte.&#8220;<br \/>\nDie Bibliotheksdirektorin zitierte einen G\u00e4stebucheintrag zur Er\u00f6ffnung der vorherigen UB im Jahr 1967. Damals habe der Vorsitzende des internationalen Bibliotheksverbands das Geb\u00e4ude f\u00fcr seine Funktionalit\u00e4t gepriesen. Dieses Lob k\u00f6nne man auf den Neubau genauso \u00fcbertragen, erkl\u00e4rte sie.<br \/>\nIn der neuen Universit\u00e4tsbibliothek sind auf 18.500 Quadratmetern Fl\u00e4che rund 1.250 moderne Nutzerarbeitspl\u00e4tze entstanden. Sie alle verf\u00fcgen \u00fcber Zugang zum WLAN.<br \/>\nEin Gro\u00dfteil der Einzelarbeitspl\u00e4tze ist in sogenannten &#8222;Leseinseln&#8220; bei den Freihandbereichen angeordnet. Die Bibliothek will nicht nur ein stiller Lernort sein, sondern auch ein Ort der wissenschaftlichen Interaktion und der Kommunikation. Daher stehen neben rund 727 Einzelarbeitspl\u00e4tzen auch unterschiedlich gro\u00dfe Gruppenr\u00e4ume zur Verf\u00fcgung.<br \/>\nErg\u00e4nzt wird das Angebot durch ein Medienzentrum, in dem in Zukunft audiovisuelle Medien nicht nur bearbeitet, sondern auch produziert werden k\u00f6nnen. Die umfangreichen Altbest\u00e4nde der Bibliothek sind in einem klimatisierten Sondermagazin aufgestellt und k\u00f6nnen in dem angeschlossenen Lesesaal und Seminarraum genutzt werden.<br \/>\nEine Besonderheit stellen die Lounge-Bereiche dar. Ausgestattet mit Sesseln und Sofas, sollen sie dem Arbeiten in entspannter Atmosph\u00e4re und als Kommunikationsorte dienen. Veranstaltungs- und Ausstellungsr\u00e4ume sollen die Bibliothek zu einem kulturellen Zentrum universit\u00e4ren und st\u00e4dtischen Lebens machen. Dazu tr\u00e4gt auch die im Erdgeschoss der UB gelegene Cafeteria &#8222;CoLibri&#8220; bei, die circa 240 Pl\u00e4tze bietet und vom Studentenwerk Marburg betrieben wird.<br \/>\nIn dem neuen Geb\u00e4ude k\u00f6nne man zugleich flanieren und studieren, freute sich die Universit\u00e4tspr\u00e4sidentin. Der Entwurf f\u00fcr das Geb\u00e4ude stammt von dem Darmst\u00e4dter Architekturb\u00fcro Sinning. Architekt Norbert Sinnig begr\u00fcndete bei dem Festakt bas besondre architektonische Konzept des gigantischen Bauwerks inmitten der Stadt.<br \/>\nDas viergeschossige Bibliotheksgeb\u00e4ude f\u00fcgt sich harmonisch in die historische Umgebungsbebauung ein. H\u00f6he und Farbgebung nehmen Bezug auf die historischen Nachbarbauten: Die rote Sandsteinfarbe von Elisabethkirche und Sch\u00e4fer-Bau findet sich im Atrium wieder; der helle Putz der angrenzenden Gr\u00fcnderzeitbauten bestimmt die Farbigkeit der Fassaden.<br \/>\nDas 190 Meter lange, zweifach geknickte Geb\u00e4ude wird von einem gl\u00e4sernen Atrium diagonal durchschnitten. \u00dcber das Atrium gelangen die Besucherinnen und Besucher in die Bibliothek. Zugleich dient die von einem geschwungenen Glasdach \u00fcberspannte Halle auch als \u00f6ffentlicher Durchgang und verbindet auf diese Weise die Bibliothek mit der Stadt.<br \/>\nAuch im Innenraum greife der Neubau die Besonderheiten Marburgs auf: &#8222;Die Vorspr\u00fcnge der Atriumfassaden zitieren die typischen Fachwerkgassen. Die gro\u00dfe Freitreppe und die &#8222;Leseterrassen&#8220; erinnern an die Topographie der Oberstadt.&#8220;<br \/>\nDie in den 20er Jahren errichtete Hautklinik wurde grundlegend saniert und f\u00fcr die Bibliotheksverwaltung umgebaut. Ein zweigeschossiges Medien- und Informationszentrum verbindet das Verwaltungsgeb\u00e4ude mit der Bibliothek. Beim Abriss oder Umbau von insgesamt 17 \u00e4lteren Geb\u00e4uden seien die einzigen Mehrkosten entstanden, berichtete Sinning, weil deren Substanz zum Teil mit gr\u00f6\u00dferem Aufwand fachgerecht habe entsorgt werden m\u00fcssen.<br \/>\nDirektor Thomas Platte vom Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) berichtete vom Aufwand der Entw\u00e4sserungsma\u00dfnahmen w\u00e4hrend der Ausschachtung der Baugrube. Letztlich stehe das Geb\u00e4ude sicher auf einer schweren Grundplatte und halte aufgrund seines Gewichts dem Druck des aufsteigenden Grundwassers stand. 3,2 Millionen B\u00fccher t\u00e4ten da ihr \u00dcbriges, bemerkte er: &#8222;Das ist der Grund, warum sich auch ein Ingenieur \u00fcber dicke B\u00fccher freut.&#8220;<\/p>\n<p>* Franz-Josef Hanke<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Das Herz und Hirn einer Universit\u00e4t ist ihre Bibliothek&#8220;, sagte Boris Rhein. Die neue Zentrale Universit\u00e4tsbibliothek (ZUB) wurde am Montag (30. 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