{"id":2142,"date":"2018-04-19T14:14:59","date_gmt":"2018-04-19T12:14:59","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=2142"},"modified":"2018-04-19T14:14:59","modified_gmt":"2018-04-19T12:14:59","slug":"gier-ist-gefaehrlich-forscher-untersuchten-konfliktbereitschaft","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=2142","title":{"rendered":"Gier ist gef\u00e4hrlich: Forscher untersuchten Konfliktbereitschaft"},"content":{"rendered":"<p>Wer mehr von einem Beutezug profitiert als der Rest der eigenen Gruppe, heizt den Konflikt mit Gegnern an, auch wenn es das Wohlergehen der eigenen Gruppe gef\u00e4hrdet. Das ergibt sich aus Verhaltensexperimenten. <!--more--><br \/>\nEin Forschungsteam aus K\u00f6ln, Marburg und Toulouse hat sie mit \u00e4thiopischen Halbnomaden durchgef\u00fchrt. Die Fachzeitschrift &#8222;Nature Human Behaviour&#8220; berichtet in ihrer aktuellen Online-Ausgabe \u00fcber die Ergebnisse.<br \/>\nF\u00fcr die meisten Menschen gibt es in gewaltsamen Konflikten mehr zu verlieren als zu gewinnen. Weshalb kommt es dennoch immer wieder zu solchen Auseinandersetzungen?<br \/>\n&#8222;Die Regel, nach der Beute in Siegergruppen aufgeteilt wird, hat starken Einfluss auf die individuelle Bereitschaft, sich in Konflikten zu engagieren&#8220;, erkl\u00e4rte Mitverfasser Dr. Hannes Rusch. Der Wirtschaftswissenschaftler forscht an der Philipps-Universit\u00e4t.<br \/>\nGemeinsam mit Juniorprofessorin Dr. G\u00f6n\u00fcl Dogan von der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln und dem Anthropologen Dr. Luke Glowacki aus Toulouse nahm Rusch insbesondere zwei Aspekte unter die Lupe: Welchen Einfluss haben Aufteilungsregeln auf die Bereitschaft des Einzelnen, sich in einem Konflikt f\u00fcr die eigene Gruppe einzusetzen? Wie relevant sind solche materiellen Anreize, wenn Gruppen aufeinandertreffen, die eine feindselige Vorgeschichte haben?<br \/>\nUm diese Fragen zu beantworten, f\u00fchrte das Forscherteam ein \u00f6konomisches Experiment mit drei \u00e4thiopischen Bev\u00f6lkerungsgruppen durch. Zwei dieser Volksgruppen verbindet seit langem eine gemeinsame Geschichte gewaltsamer Feindseligkeiten. Mit der dritten Bev\u00f6lkerungsgruppe hingegen bestehen allseits friedliche Handelsbeziehungen.<br \/>\nRund 200 Angeh\u00f6rige dieser Volksgruppen nahmen an einem modellhaften Konfliktspiel teil. &#8222;Die historische Feindschaft zwischen den Volksgruppen hat nur dann einen messbaren Einfluss auf das Entscheidungsverhalten, wenn die Beute zu gleichen Teilen in der Gewinnergruppe aufgeteilt wird&#8220;, legte Mitverfasserin Dogan dar. &#8222;In diesem Fall w\u00e4hlten die Teilnehmer vorwiegend defensive Strategien.&#8220;<br \/>\nEin anderes Bild ergibt sich, wenn die Gewinner ihre Beute ungleich unter sich aufteilen: In diesem Fall w\u00e4hlen die Benachteiligten defensive Strategien, w\u00e4hrend die Profiteure offensiv-aggressives Verhalten zeigen. &#8222;Die Vorgeschichte der Bev\u00f6lkerungsgruppen spielt hier keine messbare Rolle&#8220;, f\u00fchrt der dritte Mitverfasser Glowacki aus.&#8220;<br \/>\n&#8222;Unsere Resultate werfen ein neues Licht auf gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Gruppen&#8220;, res\u00fcmierte Rusch. &#8222;Wenn einige Gruppenmitglieder besonders von solchen Konflikten profitieren, k\u00f6nnen es gerade diese Profiteure sein, die offensiv aggressiv werden. Oft genug mag das schon ausreichen, um die Spirale von Gewalt und Gegengewalt in Gang zu setzen.&#8220;<br \/>\nDogan ist Juniorprofessorin am Seminar f\u00fcr Unternehmensentwicklung und Wirtschaftsethik der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln. Rusch arbeitet im Fachgebiet Finanzwissenschaft der Philipps-Universit\u00e4t Marburg. Der Anthropologe Glowacki ist Gastwissenschaftler am Institute for Advanced Study in Toulouse.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer mehr von einem Beutezug profitiert als der Rest der eigenen Gruppe, heizt den Konflikt mit Gegnern an, auch wenn es das Wohlergehen der eigenen Gruppe gef\u00e4hrdet. Das ergibt sich aus Verhaltensexperimenten.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[5,2,4],"tags":[1305,1306,701],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-yy","jetpack-related-posts":[{"id":12484,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=12484","url_meta":{"origin":2142,"position":0},"title":"Vier Tage die Woche: Arbeitszeitverk\u00fcrzung als Mittel gegen Fachkr\u00e4ftemangel","date":"1. Mai 2023","format":false,"excerpt":"Die Vier-Tage-Woche ist in aller Munde. Zum \"Tag der Arbeit\" ist diese Forderung brandaktuell. W\u00e4hrend Gewerkschaften am 1. 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