{"id":20607,"date":"2026-09-21T18:43:46","date_gmt":"2026-09-21T16:43:46","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=20607"},"modified":"2026-09-21T18:43:46","modified_gmt":"2026-09-21T16:43:46","slug":"veranschaulichung-schueler-schickten-wetterballons-in-die-stratosphaere","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=20607","title":{"rendered":"Veranschaulichung: Sch\u00fcler schickten Wetterballons in die Stratosph\u00e4re"},"content":{"rendered":"<p>Acht Schulklassen aus Mittelhessen haben Wetterballons in die Stratosph\u00e4re geschickt. Darunter waren auch zwei Schulklassen aus Marburg. <!--more--><br \/>\nBeim Projekt &#8222;SkyMi &#8211; Mittelhessen hebt ab!&#8220; entwickelten Schulklassen eigene Fragestellungen und sammelten Forschungsdaten in luftiger H\u00f6he. Acht Wetterballons starteten dazu in ganz Mittelhessen mit Experimenten in Richtung Weltall. Wer Mitte September in den Himmel schaute, hat sie vielleicht gesehen: An acht Orten in Mittelhessen sind Wetterballons in Richtung Stratosph\u00e4re aufgestiegen.<br \/>\nJeder hatte einen eigenen Forschungsauftrag im Gep\u00e4ck. Sieben davon starteten am Donnerstag (17. September). Einer folgte am Freitag (18. September).<br \/>\nBeim Projekt &#8222;SkyMi &#8211; Mittelhessen hebt ab!&#8220; erhielten Schulen aus der Region die M\u00f6glichkeit, mittels Wetterballon-Sets echte Forschungsdaten in zirka 35 Kilometern H\u00f6he zu sammeln. An jedem Startpunkt gab es dazu reichlich Besuch und Zuschauende. Organisiert wurde das Projekt vom &#8222;Sch\u00fcler:innen-Forschungszentrum Mittelhessen&#8220; (SFM) gemeinsam mit dem Forschungscampus Mittelhessen, der Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen, der Philipps-Universit\u00e4t Marburg und der Technischen Hochschule Mittelhessen. Im Februar gewannen sechs Schulprojekten im Wettbewerb. Zwei weitere erhielten die M\u00f6glichkeit, mit Unterst\u00fctzung der Hessischen Staatskanzlei Ballonmissionen durchzuf\u00fchren.<br \/>\nMonatelang hatten die Teams auf diesen Moment hingearbeitet. Sie haben Ideen konkretisiert, ihre Versuchsaufbauten entwickelt und sich auf den Start vorbereitet. Entsprechend gro\u00df war die Aufregung vor dem Abflug; ebenso gro\u00df der Jubel, als die Ballons am Himmel verschwanden. Jeder hatte eine Kapsel an Bord, in der die Experimente, Kameras, Tracker und Messger\u00e4te mitflogen.<br \/>\n&#8222;Die Sch\u00fcler haben jetzt die Gelegenheit, Experimente unter Bedingungen zu machen, die auf der Erde so nicht m\u00f6glich sind&#8220;, sagte Dirk Winkel vom SFM. Dass es super angekommen ist, erg\u00e4nzte sein Kollege Dr. Alexander Kremper, der den Wettbewerb federf\u00fchrend organisiert hat: &#8222;Man hat die Vorfreude, aber auch die Anspannung bei den Teams gemerkt.&#8220; Die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler hoben hervor, dass man bei solchen Live-Experimenten insbesondere praktische Erfahrungen sammelt wie erste Kontakte mit der Messtechnik: &#8222;Das ist viel besser als nur Theorie im Unterricht.&#8220;<br \/>\nDie Bandbreite der Forschungsfragen ist gro\u00df: Die Westerwaldschule Driedorf erforscht die Spuren menschlichen Handelns auf die Landschaft. Die Gesamtschule Gie\u00dfen-Ost will herausfinden, wie H\u00f6he und UV-Strahlung die Effizienz von Solarzellen beeinflussen. F\u00fcr die Johann-Textor-Schule Haiger ist die Mission zugleich der Auftakt f\u00fcr weitere Forschungsprojekte zu Konstruktion, Materialwahl und Daten\u00fcbertragung. In Neu-Anspach hat die Adolf-Reichwein-Schule eine eigene Pr\u00e4zisionswaage zur Ermittlung der Gewichtskraft konstruiert. Die Georg-B\u00fcchner-Schule Stadtallendorf untersucht den Einfluss von Industrie und Landwirtschaft auf die Atmosph\u00e4re.<br \/>\nInteressante Proben reisten im Ballon des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums Gie\u00dfen: Das Team m\u00f6chte erforschen, ob die UV-Strahlung die Aktivit\u00e4t von Hefe ver\u00e4ndert und ob Bitter Lemon in gro\u00dfer H\u00f6he fluoresziert. Ein gemeinsames Team der Elisabethschule, des Gymnasium Philippinum und der Montessorischule Marburg untersucht biologische Proben und fragt, wie gut unterschiedliche Materialien vor Strahlung sch\u00fctzen. Die Goldbachschule Dillenburg-Frohnhausen fotografiert die Erdkr\u00fcmmung und m\u00f6chte ebenfalls wissen, wie Pflanzen und Mikroorganismen die Bedingungen \u00fcberstehen.<br \/>\nInzwischen sind die Forschungskapseln, die alle Teams live verfolgen konnten, wieder auf der Erde angekommen. Die der beiden Gie\u00dfener Schulen landeten beim Truppen\u00fcbungsplatz Wildflecken in der Rh\u00f6n. Sie wurden von der Bundeswehr geborgen und \u00fcbergeben.<br \/>\nDer Ballon aus Driedorf erreichte mit 41 Kilometern eine enorme Flugh\u00f6he. Die Kapsel aus Haiger landete bereits nach 95 Minuten, der Ballon aus Neu-Anspach schaffte es hingegen bis nach Bayern.<br \/>\nNun warten die Teams gespannt darauf, welche Daten und Bilder ihre Experimente aus der Stratosph\u00e4re mitgebracht haben. Denn der Flug ist nur der erste Teil der Mission: Jetzt beginnt die wissenschaftliche Arbeit. Die Ergebnisse sollen im November bei einer gemeinsamen Veranstaltung vorgestellt werden. Erst dann ist die Mission wirklich abgeschlossen. Mehrere Teams wollen ihre Arbeiten zudem bei &#8222;Jugend forscht&#8220; einreichen.<br \/>\nSkyMi zeigt, wie MINT-Bildung in Mittelhessen durch die praktische Herangehensweise motivieren kann: Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler entwickeln eigene Ideen und \u00fcbernehmen Verantwortung f\u00fcr ihre Forschung, w\u00e4hrend Hochschulen und weitere Partner ihr Wissen, Technik und Infrastruktur mit einbringen. Das Live-Tracking beispielsweise wurde durch eine Arbeitsgruppe der Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen erm\u00f6glicht. \u00dcber muonpi.org lassen sich alle Flugrouten auch im Nachhinein nachvollziehen. Dar\u00fcber hinaus war die Gruppe mit einem eigenen Experiment zur Messung der kosmischen Strahlung an Bord aller Ballons beteiligt.<br \/>\nAuch Hessens Kultusminister Armin Schwarz hob anl\u00e4sslich der Starts die Bedeutung solcher praxisnahen Forschungsprojekte hervor: Eigenst\u00e4ndiges Experimentieren, das Entwickeln von Forschungsfragen und das Arbeiten mit Technik erm\u00f6glichten Jugendlichen Erfahrungen, die weit \u00fcber die Vermittlung von Unterrichtsinhalten hinausgingen.<\/p>\n<p>* pm: Regionalmanagement Mittelhessen, Gie\u00dfen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Acht Schulklassen aus Mittelhessen haben Wetterballons in die Stratosph\u00e4re geschickt. 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