{"id":20590,"date":"2026-09-17T17:10:00","date_gmt":"2026-09-17T15:10:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=20590"},"modified":"2026-09-17T17:10:00","modified_gmt":"2026-09-17T15:10:00","slug":"lernintensitaet-weniger-schlaf-vor-der-pruefung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=20590","title":{"rendered":"Lernintensit\u00e4t: Weniger Schlaf vor der Pr\u00fcfung"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Jurafuchs&#8220; hat die Lernintensit\u00e4t von \u00fcber 11.100 Studenten an 37 Universit\u00e4ten untersucht. An den Unis in Jena, M\u00fcnster und Freiburg steigt die Lernintensit\u00e4t kurz vor Pr\u00fcfungen am st\u00e4rksten an <!--more--><br \/>\nan welcher Universit\u00e4t sind die Studenten am flei\u00dfigsten? Wo ist der Pr\u00fcfungsstress am gr\u00f6\u00dften? Und wo lernen Studenten besonders gerne in der Nacht?<br \/>\nDiesen Fragen ist das Lernportal &#8222;Jurafuchs&#8220; in der j\u00e4hrlichen Analyse von \u00fcber 100 Millionen Lerneinheiten von rund 11.100 Jurastudierenden an 37 Universit\u00e4ten auf den Grund gegangen. Das Ergebnis wurde am Donnerstag (17. September) bekanntgegeben: : Mit durchschnittlich 7.824 absolvierten Lerneinheiten pro Nutzer landet die Philipps-Universit\u00e4t Marburg im Flei\u00df-Ranking im unteren Mittelfeld. Kurz vor den Pr\u00fcfungen steigt die Lernintensit\u00e4t an der Universit\u00e4t um 35,1 Prozent an.<br \/>\nNach der Pr\u00fcfungsphase ist vor dem Semesterbeginn: Ab Oktober f\u00fcllen sich Deutschlands H\u00f6rs\u00e4le wieder und es wird flei\u00dfig gelernt. Wie sehr sich das Lernverhalten je nach Universit\u00e4t unterscheidet und wo das Lernpensum kurz vor den Pr\u00fcfungen besonders deutlich zunimmt, zeigt eine aktuelle Analyse der Lernplattform Jurafuchs. Demnach steigt die Lernintensit\u00e4t an den Universit\u00e4ten in den drei Wochen vor den Pr\u00fcfungen im Schnitt um ein Drittel und an einer Universit\u00e4t sogar um mehr als 70 Prozent an.<br \/>\nF\u00fcr die Untersuchung wurden mehr als 100 Millionen Lerneinheiten von \u00fcber 11.100 Studierenden an 37 Universit\u00e4ten ausgewertet. Eine Lerneinheit umfasst dabei das Bearbeiten von F\u00e4llen, Fachfragen, Karteikarten und anderen digitalen Lernformaten. Die Analyse wurde bereits zum zweiten Mal durchgef\u00fchrt.<br \/>\n2026 geschah das auf einer deutlich gr\u00f6\u00dferen Datenbasis: 11.127 statt 6.290 Nutzer und 37 statt 29 Universit\u00e4ten wurden ber\u00fccksichtigt. Im Schnitt absolvieren die Studierenden der untersuchten Unis 9.063 Lerneinheiten pro Nutzer und Jahr.<br \/>\nSpitzenreiter in dieser Statistik ist die Universit\u00e4t Trier mit durchschnittlich 11.379 Lerneinheiten pro Nutzer. Auf Platz zwei folgt die Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t Jena mit durchschnittlich 11.276 Lerneinheiten pro Student. \u00c4hnlich flei\u00dfig sind die Jurafuchs-Nutzer an der Heinrich-Heine-Universit\u00e4t D\u00fcsseldorf und an der Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg mit 10.900 beziehungsweise 10.677 absolvierten Lerneinheiten. Die Top F\u00fcnf komplettiert die Hannoveraner Gottfried Wilhelm Leibniz Universit\u00e4t mit 10.585 beantworteten Aufgaben.<br \/>\nDeutlich weniger wird hingegen an der Julius-Maximilians-Universit\u00e4t W\u00fcrzburg gelernt, die mit durchschnittlich 7.331 Lerneinheiten pro Jurafuchs-Nutzer das Schlusslicht bildet. Auch die Studenten der Ruprecht-Karls-Universit\u00e4t Heidelberg und der Johann Wolfgang Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt am Main kommen mit 7.472 beziehungsweise 7.597 Aktivit\u00e4ten pro Nutzer auf vergleichsweise niedrige Werte. Nur etwas h\u00f6her ist das Lernpensum an der Universit\u00e4t Hamburg mit 7.678 und an der Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg (7.799).<br \/>\nWer kurz vor seiner Pr\u00fcfung steht, lernt oftmals Tag und Nacht. Besonders die Studenten der Universit\u00e4t Bielefeld bleiben mit anteilig 16,1 Prozent sogar zwischen 22 und 6 Uhr wach, um sich Pr\u00fcfungswissen anzueignen. Dahinter folgen die FernUniversit\u00e4t in Hagen mit 15,8 Prozent, die Universit\u00e4t Augsburg mit 14,3 Prozent, die Universit\u00e4t Bremen mit 14,2 Prozent und die Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg mit 14 Prozent, wo ebenfalls vergleichsweise h\u00e4ufig gelernt wird, wenn der Rest des Landes schl\u00e4ft.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus gibt es einige Universit\u00e4ten, an denen die Lernintensit\u00e4t kurz vor den Pr\u00fcfungen deutlich st\u00e4rker zunimmt als an anderen. Im Schnitt steigt sie in den drei Wochen vor den Pr\u00fcfungen um 33,2 Prozent an. Am gr\u00f6\u00dften ist der Pr\u00fcfungsdruck offenbar an der Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t Jena, wo in dieser Phase 74,4 Prozent mehr Lerneinheiten als im Jahresdurchschnitt absolviert werden. Dahinter folgen die Universit\u00e4t M\u00fcnster mit einer Zunahme um 67,4 Prozent und die Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg mit einem Lernanstieg von 56,3 Prozent.<br \/>\nAuch unter den Studenten der Universit\u00e4t Trier (+55,5 Prozent) und der Julius-Maximilians-Universit\u00e4t W\u00fcrzburg (+54,3 Prozent) steigt die Lernintensit\u00e4t drei Wochen vor den Pr\u00fcfungen durchschnittlich deutlich an. Es gibt aber auch zwei Universit\u00e4ten, an denen die Lernintensit\u00e4t kurz vor den Pr\u00fcfungen sogar zur\u00fcckgeht: Unter den Studenten der Gottfried Wilhelm Leibniz Universit\u00e4t Hannover und der Universit\u00e4t Regensburg nimmt das Lernpensum um 4,8 beziehungsweise 1,8 Prozent ab.<br \/>\n&#8222;Mehr als 100 Millionen Lerneinheiten zeigen uns sehr deutlich, wie unterschiedlich an deutschen Universit\u00e4ten gelernt wird&#8220;, kommentierte Jurafuchs-Mitgr\u00fcnder Dr. Carl-Wendelin Neubert die Ergebnisse der Untersuchung. &#8222;Besonders auff\u00e4llig ist, wie stark sich das Lernpensum vielerorts auf die Wochen vor den Pr\u00fcfungen konzentriert. In Jena werden dann beispielsweise fast 75 Prozent mehr Lerneinheiten absolviert als im Jahresdurchschnitt. Das deutet darauf hin, wie stark der Lerndruck f\u00fcr viele Studierende zunimmt, je n\u00e4her die Pr\u00fcfungen r\u00fccken. Dass es auch anders geht, zeigen Regensburg und Hannover, wo die Lernintensit\u00e4t vor den Pr\u00fcfungen sogar leicht abnimmt.&#8220;<br \/>\nNeubert erg\u00e4nzte: &#8222;F\u00fcr derartige Analysen eignet sich das Jurastudium besonders gut, denn juristisches Lernen ist stark von Wiederholung und Anwendung gepr\u00e4gt und verlangt \u00fcber einen langen Zeitraum, Wissen immer wieder abzurufen, auf neue F\u00e4lle anzuwenden und dauerhaft zu festigen. Dadurch k\u00f6nnen wir sehr genau beobachten, wann und wie intensiv Studierende lernen. Dennoch gilt auch in diesem Jahr, in dem wir die Datenbasis noch einmal deutlich erh\u00f6hen konnten, dass sich die Ergebnisse nicht uneingeschr\u00e4nkt auf andere Studieng\u00e4nge \u00fcbertragen lassen.&#8220;<br \/>\nEins sei jedoch f\u00fcr jedes Studium richtig: &#8222;Mehr lernen bedeutet nicht automatisch besser lernen. Wer weniger Lerneinheiten ben\u00f6tigt, kann genauso gut besonders effizient lernen. Diese \u00dcberzeugung hat zu Beginn des Jahres auch eine unabh\u00e4ngige Studie zur Nutzung unserer Lernplattform best\u00e4tigt. Demnach ging schon ein vergleichsweise geringer zus\u00e4tzlicher Lernaufwand mit einer deutlichen Leistungssteigerung einher. Im besten Fall sorgen kontinuierliches Lernen und die gezielte Arbeit an Wissensl\u00fccken dann sogar daf\u00fcr, dass der gro\u00dfe Endspurt vor der Pr\u00fcfung gar nicht erst n\u00f6tig wird.&#8220;<\/p>\n<p>* pm: Jurafuchs, Berlin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Jurafuchs&#8220; hat die Lernintensit\u00e4t von \u00fcber 11.100 Studenten an 37 Universit\u00e4ten untersucht. 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