{"id":20472,"date":"2026-08-27T14:40:00","date_gmt":"2026-08-27T12:40:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=20472"},"modified":"2026-08-27T14:40:00","modified_gmt":"2026-08-27T12:40:00","slug":"kulturdominanz-hessisches-landestheater-eroeffnet-neue-spielzeit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=20472","title":{"rendered":"Kulturdominanz: Hessisches Landestheater er\u00f6ffnet neue Spielzeit"},"content":{"rendered":"<p>Ab Freitag (18. September) l\u00e4dt das Hessische Landestheater Marburg ein zu seinen Er\u00f6ffnungspremieren. Hautpfiguren sind Angela Merkel, ein Nashorn und Franz Kafka alias Josef K. <!--more--><br \/>\nMitte September feiert das Hessische Landestheater Marburg (HLTM) die gro\u00dfe Er\u00f6ffnung der Spielzeit 2026\/2027 unter dem Motto &#8222;Der morgige Tag ist uns allen&#8220;. Am Freitag (18. September) er\u00f6ffnet Juliane Hendes &#8222;ANGELALAND&#8220; in der Regie von Intendantin Eva Lange die neue Saison am Hessischen Landestheater Marburg. Das ist ein St\u00fcck Zeitgeschichte mit speziell ausgew\u00e4hlter Musik.<br \/>\nUm 18.30 Uhr begr\u00fc\u00dft das HLTM alle Besucher*innen vor den T\u00fcren des Erwin-Piscator-Hauses mit einem Sektempfang. Um 19 Uhr findet die Einf\u00fchrung zum St\u00fcck statt. Vor Beginn dessen um 19.30 Uhr halten schlie\u00dflich die Intendantinnen Eva Lange und Carola Unser-Leichtwei\u00df sowie Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies feierliche Er\u00f6ffnungsreden. Im Anschluss an die Vorstellung findet eine \u00f6ffentliche Premierenfeier im ersten Obergeschoss des Erwin-Piscator-Hauses statt.<br \/>\nAngela Merkel hat in ihrer 16-j\u00e4hrigen Kanzlerinnenschaft zusammengef\u00fchrt, was nicht zusammen sein konnte. Manchmal auch nicht wollte. Auch in sich selbst! &#8222;Sie war das Land. Das ganze Land. Angelaland.&#8220;<br \/>\nKarl-Konrad wird das Wort ergreifen und einen Abend lang diese ber\u00fchmte Angela in seinen und in unseren Mittelpunkt stellen. Revue passieren lassen, was da alles war an konspirativen und historischen Ereignissen und gleichzeitig fragen: &#8222;Was ist aus uns Deutschen geworden, was geblieben? &#8222;Der Gedanke an Angela Merkel l\u00f6st doch Geborgenheit aus.&#8220; Oder nicht?&#8220;<br \/>\nJa, es k\u00f6nnten nur Versatzst\u00fccke der Wirklichkeit(en) werden. Doch Karl-Konrad hat Angela gekannt, mit ihr zusammen Wein getrunken, gelacht und gesungen. Er wei\u00df genau, was f\u00fcr eine witzige Person Angela war und ist, welche Lieder sie mochte und mag.<br \/>\nPerspektiven auf Deutschland werden durch die Autorin Juliane Hendes und die Regisseurin Eva Lange an diesem Abend neu vermessen. Die Blickwinkel &#8222;unseres Landes&#8220; ins Hier und Jetzt werden neu geschrieben. Unsere Erinnungssynapsen neu belebt. Am Ende bleibt die &#8222;Freiheit&#8220;, welche weiterreichen kann als jede Kanzlerinnenschaft. Mit dabei sind die gemeinsamen Songs, aus Ost und West, Nord und S\u00fcd, und was wir daraus machen.<br \/>\nSeit 2016 arbeitet Hendes als freie Dramaturgin und Autorin. Als Autorin besch\u00e4ftigt sie sich unter anderem mit ostdeutscher Geschichte und ihrer westdeutschen Wahrnehmung. Das St\u00fcck ist &#8222;Ein Liederabend f\u00fcr alle Menschen ab 14 Jahren, die unsere Geschichte mit einem Augenzwinkern f\u00fcr die Zukunft, f\u00fcr unser Sp\u00e4ter, erleben m\u00f6chten und aufh\u00f6ren wollen, sich etwas vorzumachen&#8220;.<br \/>\nBereits am Folgetag gibt es die zweite Er\u00f6ffnungspremiere &#8222;KOMMT DAS NASHORN&#8220;. Das Figurentheater f\u00fcr Menschen ab 3 Jahre nach einem Bilderbuch von Heinz Janisch begeistert erstmals am Samstag (19. September) um 15 Uhr im Mini Tasch im Theater am Schwanhof. Nach dem gro\u00dfen Erfolg von &#8222;DAS GRAND HOTEL DER GEF\u00dcHLE&#8220; in der vorangegangenen Spielzeit kehrt KUSS-Gewinnerin Adeline R\u00fcss nun f\u00fcr ihre zweite Regie-Arbeit f\u00fcr das HLTM nach Marburg zur\u00fcck.<br \/>\nDas gro\u00dfe graue Nashorn w\u00fcnscht sich, so leicht und klein und flink wie der Vogel zu sein, der sich auf seinem R\u00fccken ausruht. Er hingegen w\u00fcnscht sich, gro\u00df und kr\u00e4ftig wie das Nashorn zu sein. Keiner der beiden kommt jedoch aus seiner Haut und seinem K\u00f6rper; und das ist auch gut so , denn jeder hat seine ihm eigenen herrlichen Eigenschaften.<br \/>\nDas Nashorn wird gebraucht &#8211; als Zufluchtsort, als Gebirge. Der Vogel wird gebraucht &#8211; als vergn\u00fcgter Gef\u00e4hrte, als Schneeflocke. Wie jedes Tier haben auch die Menschen ihre ganz eigenen F\u00e4higkeiten und Besonderheiten.<br \/>\nDas St\u00fcck stellt allen kleinen und gro\u00dfen Besucher*innen die Fragen nach eben diesen: Bist du eher erhaben und majest\u00e4tisch wie ein L\u00f6we? Oder flink und klug wie eine kleine Maus? L\u00e4ssig und lang wie eine Giraffe? Oder leise und listig wie ein Uhu? Am Ende steht die Botschaft: Wir alle sind verschieden und doch sind wir alle gut so, wie wir sind.<br \/>\nEs ist ein St\u00fcck f\u00fcr alle Menschen ab 3 Jahre, die entdecken wollen, welches Tier in ihnen steckt und wie sch\u00f6n es ist, verschieden zu sein. Die Premiere ist am Samstag, 19. September) um 15 Uhr im &#8222;Mini Tasch&#8220; des Theaters am Schwanhof.<br \/>\nAm Samstag (26. September) um 19.30 Uhr feiert das HLTm schlie\u00dflich die dritte Er\u00f6ffnungspremiere im Gro\u00dfen Tasch im Theater am Schwanhof. Franz Kafkas &#8222;DER PROZESS&#8220; findet in einer Fassung von Regisseurin Bettina Rehm und Dramaturg Cornelius Edlefsen den Weg auf die Marburger B\u00fchne, und erm\u00f6glicht fortan allen Menschen ab 14Jahren, sich mit Recht und Gerechtigkeit auseinanderzusetzen und ihren kritischen Blick auf die Gegenwart zu schulen. Am Tag seines drei\u00dfigsten Geburtstags wird Josef K. &#8211;<br \/>\nerster Prokurist einer gro\u00dfen Bank &#8211; verhaftet. Weder wird das ihm zur Last gelegte Verbrechen genannt, noch wird er in Gewahrsam genommen. K. soll weiter seinem Beruf nachgehen und seinen Alltag wie bisher gestalten.<br \/>\nInformationen, die ihm die erst einmal die &#8211; wie ein b\u00f6ser Scherz anmutende &#8211; Situation erkl\u00e4ren k\u00f6nnten, werden ihm verwehrt. Auf der Suche nach Antworten wird Josef K. immer tiefer in das Labyrinth einer undurchschaubaren B\u00fcrokratie hineingezogen, die scheinbar willk\u00fcrlich agiert und ihren eigenen, nicht nachvollziehbaren Regeln folgt. Bald bestimmt das ihm unbekannte Justizsystem sein ganzes Leben. Am Ende steht der Tod Josef K.s, ohne dass ein Urteil gef\u00e4llt oder ihm eine Schuld bewiesen wurde.<br \/>\nDer unvollendete Roman Franz Kafkas (1883 &#8211; 1924) ist ein surrealer Albtraum, ein Krimi und ein sprachlich dichtes Kunstwerk, das sich jeder eindeutigen Deutung entzieht und im Augenschein jeder Gegenwart eine neue Dringlichkeit beweist. In einer Zeit, in der Justiz- und Rechtssysteme weltweit ins Wanken geraten, manipuliert werden, in denen Recht und Gerechtigkeit immer mehr zur Auslegungssache der Herrschenden werden, zeigt sich Kafkas Roman heute aktueller denn je. Die Premiere findet am Samstag (26. September) um 19.30 Uhr im &#8222;Gro\u00dfen TaSch&#8220; des Theaters am Schwanhof statt.<\/p>\n<p>* pm: Hessisches Landestheater Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ab Freitag (18. September) l\u00e4dt das Hessische Landestheater Marburg ein zu seinen Er\u00f6ffnungspremieren. 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