{"id":20423,"date":"2026-08-12T12:27:11","date_gmt":"2026-08-12T10:27:11","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=20423"},"modified":"2026-08-12T12:27:11","modified_gmt":"2026-08-12T10:27:11","slug":"anstehende-behandlungen-blutwert-weist-auf-handlungsbedarf-hin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=20423","title":{"rendered":"Anstehende Behandlungen: Blutwert weist auf Handlungsbedarf hin"},"content":{"rendered":"<p>Marburger Forschende haben ein Fr\u00fchwarnsignal im Blut entdeckt. Ein einfacher Blutwert weist auf erh\u00f6hten Behandlungsbedarf bei Lungenentz\u00fcndung hin. <!--more--><br \/>\nEine Lungenentz\u00fcndung z\u00e4hlt trotz guter Behandlungsm\u00f6glichkeiten weiterhin zu den h\u00e4ufigsten infektionsbedingten Todesursachen. Marburger Forschende haben nun einen Weg gefunden, fr\u00fcher vorherzusagen, welche Patientinnen und Patienten ein h\u00f6heres Risiko f\u00fcr eine Behandlung auf der Intensivstation haben oder l\u00e4nger im Krankenhaus bleiben werden. Das Forschungsteam um Dr. Barbara Weckler und Prof. Dr. Bernd Schmeck vom Institut f\u00fcr Lungenforschung der Philipps-Universit\u00e4t hat einen bereits routinem\u00e4\u00dfig bestimmten Blutwert identifiziert, der dabei helfen k\u00f6nnte. Ihr Studienergebnisse ver\u00f6ffentlichen die Forschenden in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins &#8222;CHEST&#8220; als einer der international f\u00fchrenden Fachzeitschriften f\u00fcr Lungenerkrankungen.<br \/>\nIm Fokus der Untersuchung stehen die sogenannten &#8222;Eosinophilen&#8220;. Das ist eine spezialisierte &#8222;Eingreiftruppe&#8220; der Immunabwehr, die im Blut zirkuliert. Die Marburger Studie zeigt: Die Zahl dieser Zellen ist ein entscheidender Wegweiser f\u00fcr den Krankheitsverlauf.<br \/>\nDie Mediziner*innen vom Institut f\u00fcr Lungenforschung der Philipps-Universit\u00e4t Marburg untersuchten gemeinsam mit weiteren Teams der Universit\u00e4tsmedizin Marburg sowie des Deutschen Zentrums f\u00fcr Lungenforschung die Bedeutung der Eosinophilenzahl im Blut von Patient*innen mit einer au\u00dferhalb des Krankenhauses erworbenen Lungenentz\u00fcndung. F\u00fcr die Studie werteten die Forschenden die Daten von 2.880 erwachsenen Patient*innen im Altern von 56 bis 78 Jahren aus, die im Rahmen des &#8222;CAPNETZ&#8220;-Netzwerks in deutschen Universit\u00e4tskliniken behandelt wurden. F\u00fcr die Analyse des Zusammenhangs zwischen Eosinophilenzahl und Behandlungsbedarf standen vollst\u00e4ndige Datens\u00e4tze von 1.673 Patient*innen zur Verf\u00fcgung. Mit Hilfe statistischer Modelle untersuchten die Forschenden den Zusammenhang zwischen der Eosinophilenzahl bei Krankenhausaufnahme und dem Bedarf an intensivmedizinischer Behandlung, k\u00fcnstlicher Beatmung sowie der Dauer des Krankenhausaufenthalts.<br \/>\nDie Auswertung ergab: Patientinnen und Patienten mit h\u00f6chstens zehn Eosinophilen pro Mikroliter Blut mussten deutlich h\u00e4ufiger auf einer Intensivstation behandelt werden als Patient*innen mit h\u00f6heren Werten. Der Unterschied lag bei 14,2 gegen\u00fcber 8,5 Prozent. Zudem ben\u00f6tigten sie \u00f6fter eine k\u00fcnstliche Beatmung und blieben im Durchschnitt l\u00e4nger im Krankenhaus. Ihre Verweildauer lag bei 10,2 gegen\u00fcber 9,0 Tagen.<br \/>\nDer gro\u00dfe Vorteil dieser Entdeckung ist: Es ist keine zus\u00e4tzliche Untersuchung n\u00f6tig. &#8222;Da dieser Wert bei jedem Patienten, der mit einer Lungenentz\u00fcndung ins Krankenhaus kommt, im Rahmen des Standard-Blutbildes sowieso gemessen wird, liegt die Information bereits vor&#8220;, erkl\u00e4rte Weckler. F\u00fcr die Betroffenen bedeutet das: Keine zus\u00e4tzliche Nadel und kein Warten auf Speziallabore!<br \/>\n&#8222;Die Eosinophilenzahl im Blut kann ohne zus\u00e4tzlichen Aufwand helfen, bereits bei der Aufnahme abzusch\u00e4tzen, welche Patient*innen voraussichtlich einen h\u00f6heren Behandlungsbedarf im Krankenhaus haben&#8220;, sagte Weckler. &#8222;Nun k\u00f6nnten \u00dcberwachung und Therapie von Patient*innen sowie der Einsatz von Krankenhausressourcen fr\u00fchzeitig gezielter geplant werden.&#8220;<br \/>\nNach Ansicht der Forschenden k\u00f6nnte die Eosinophilenzahl bestehende klinische Bewertungssysteme sinnvoll erg\u00e4nzen. Weitere Studien sollen nun pr\u00fcfen, wie sich der Marker in klinische Entscheidungsprozesse integrieren l\u00e4sst und welche biologischen Mechanismen dem Zusammenhang zugrunde liegen.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marburger Forschende haben ein Fr\u00fchwarnsignal im Blut entdeckt. 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