{"id":20395,"date":"2026-08-06T15:23:01","date_gmt":"2026-08-06T13:23:01","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=20395"},"modified":"2026-08-06T15:23:01","modified_gmt":"2026-08-06T13:23:01","slug":"in-marburg-heisenberg-professur-fuer-esther-moeller","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=20395","title":{"rendered":"In Marburg: Heisenberg-Professur f\u00fcr Esther M\u00f6ller"},"content":{"rendered":"<p>Esther M\u00f6ller erforscht die arabische Welt als Zufluchtsort. Ihre Heisenberg-Professur an der Philipps-Universit\u00e4t er\u00f6ffnet neue Perspektiven auf Flucht- und Migrationsgeschichte. <!--more--><br \/>\nMit Prof. Dr. Esther M\u00f6ller hat die Philipps-Universit\u00e4t Marburg eine ausgewiesene Expertin f\u00fcr die Geschichte des Nahen Ostens und Nordafrikas sowie f\u00fcr Global- und transnationale Geschichte als Heisenberg-Professorin gewonnen. Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gef\u00f6rderte Professur ist am Fachbereich Geschichte und Kulturwissenschaften sowie am Centrum f\u00fcr Nah- und Mittelost-Studien (CNMS) angesiedelt. Im Mittelpunkt ihrer Forschung steht das Heisenberg-Projekt &#8222;Fluchtpunkt arabische Welt. Der Nahe Osten und Nordafrika als Ort der Ankunft und des Transits im 20. Jahrhundert&#8220;. Darin richtet M\u00f6ller den Blick auf die MENA-Region (Middle East and North Africa) als Zufluchtsort und Transitregion f\u00fcr Menschen aus Europa, aus der Region selbst und aus dem subsaharischen Afrika und er\u00f6ffnet damit neue Perspektiven auf Flucht- und Migrationsgeschichte.<br \/>\nIm Zentrum des Projekts stehen \u00c4gypten, Algerien, Tunesien und Marokko. M\u00f6ller untersucht unter anderem die Flucht deutschsprachiger Menschen w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs in die Region und fragt danach, welche Rolle die Gesellschaften des Nahen Ostens und Nordafrikas als aktive Gestalter politischer, sozialer und kultureller Entwicklungen spielten. Das Forschungsvorhaben kn\u00fcpft an ihre Habilitation zur Geschichte humanit\u00e4rer Hilfe in der arabischen Welt an. In ihrer Forschung zum \u00c4gyptischen Roten Halbmond konnte sie zeigen, welche zentrale Bedeutung humanit\u00e4re Hilfe f\u00fcr die Entwicklung \u00c4gyptens zwischen Kolonialismus und Postkolonialismus hatte. Die Ergebnisse erscheinen Anfang 2027 in einer Monografie bei &#8222;Cambridge University Press&#8220;.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus arbeitet M\u00f6ller unter anderem an einem &#8222;Oxford Handbook of the Modern Mediterranean mit&#8220; und ist, gemeinsam mit dem Leibniz-Dubnow-Institut f\u00fcr j\u00fcdische Geschichte und Kultur in Leipzig und dem Leibniz-Institut f\u00fcr Europ\u00e4ische Geschichte in Mainz an dem Leibniz-Verbundprojekt &#8222;Ambivalent Pasts. Jewish Colonial Experiences&#8220; beteiligt, das sich mit j\u00fcdischen Erfahrungen im kolonialen Mittelmeerraum besch\u00e4ftigt. Weitere Schwerpunkte sind die Geschichte kolonialer Bildungspolitik im Libanon &#8211; das Thema ihrer Dissertation -, die Geschichte internationaler Organisationen und die Geschichte von Empathie aus globaler Perspektive. An der Philipps-Universit\u00e4t hat sie zudem im letzten Semester ein Bachelor-Seminar zur Geschichte Pal\u00e4stinas und Israels angeboten, um den Studierenden auch f\u00fcr aktuelle Fragen das notwendige differenzierte Hintergrundwissen zu geben, mit dem diese ihre eigene Meinung entwickeln k\u00f6nnen.<br \/>\n&#8222;Mit Esther M\u00f6ller gewinnt die Universit\u00e4t Marburg eine international hervorragend vernetzte Wissenschaftlerin, die innovative Perspektiven auf die Geschichte des Nahen Ostens und Nordafrikas er\u00f6ffnet&#8220;, sagte Forschungsvizepr\u00e4sident Prof. Dr. Gert Bange. &#8222;Wir freuen uns besonders, dass ihre Heisenberg-Professur sowohl am Fachbereich Geschichte und Kulturwissenschaften als auch am Centrum f\u00fcr Nah- und Mittelost-Studien verankert ist. Diese enge Verbindung schafft ideale Voraussetzungen f\u00fcr interdisziplin\u00e4re Forschung und st\u00e4rkt das Profil der Universit\u00e4t Marburg in einem gesellschaftlich hochrelevanten Themenfeld.&#8220;<br \/>\nM\u00f6ller studierte Franz\u00f6sisch und Geschichte und fand \u00fcber die franz\u00f6sische Kolonialgeschichte zur Geschichte der arabischen Welt. &#8222;Meine Abschlussarbeit im Studium habe ich \u00fcber die deutsch-franz\u00f6sischen Beziehungen und den Algerienkrieg geschrieben&#8220;, berichtete die Wissenschaftlerin. &#8222;Und nach einer Rundreise durch Jordanien, Syrien und den Libanon nach dem Studium war mir klar, dass ich mich mit dieser Region auch wissenschaftlich besch\u00e4ftigen m\u00f6chte.&#8220;<br \/>\nForschungsaufenthalte im Libanon und in \u00c4gypten pr\u00e4gten ihren wissenschaftlichen Werdegang ebenso wie Stationen am Centre Marc Bloch Berlin, an der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin, Sciences Po Paris, der Universit\u00e4t der Bundeswehr M\u00fcnchen und dem Leibniz-Institut f\u00fcr Europ\u00e4ische Geschichte in Mainz. F\u00fcr Marburg entschied sie sich bewusst: Die Verbindung aus internationaler Geschichtsforschung am Fachbereich Geschichte und Kulturwissenschaften, der deutschlandweit einzigartigen interdisziplin\u00e4ren Expertise des CNMS sowie den Forschungsaktivit\u00e4ten des Zentrums f\u00fcr Konfliktforschung biete ein ideales Umfeld f\u00fcr ihre Arbeit. Zugleich sch\u00e4tzt sie die St\u00e4rke des mittelhessischen Hochschulstandorts Marburg &#8211; die enge fachliche und r\u00e4umliche Vernetzung der Universit\u00e4t sowie den offenen, kollegialen Austausch \u00fcber F\u00e4chergrenzen hinweg.<br \/>\nHerausragenden Wissenschaftler*innen, die alle Voraussetzungen f\u00fcr die Berufung auf eine Langzeit-Professur erf\u00fcllen, soll durch das Heisenberg-Programm erm\u00f6glicht werden, sich weiterhin auf eine wissenschaftliche Leitungsposition vorzubereiten und in dieser Zeit weiterf\u00fchrende Forschungsthemen zu bearbeiten. Benannt ist das Programm nach dem deutschen Physiker und Nobelpreistr\u00e4ger Werner Heisenberg (1901-1976). Die Heisenberg-Professur ist der direkte durch die DFG angebotene Weg zur Lebenszeitprofessur, gewisserma\u00dfen ein durch die DFG gef\u00f6rderter &#8222;Tenure Track&#8220;: Sie setzt voraus, dass die Leitung einer Hochschule im Inland zusagt, die Professur nach dem Ende der DFG-F\u00f6rderung dauerhaft weiter zu finanzieren.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Esther M\u00f6ller erforscht die arabische Welt als Zufluchtsort. 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