{"id":20388,"date":"2026-08-05T11:44:34","date_gmt":"2026-08-05T09:44:34","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=20388"},"modified":"2026-08-05T11:44:34","modified_gmt":"2026-08-05T09:44:34","slug":"global-analyse-arealverschiebung-bei-schmetterlingen-durch-klimawandel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=20388","title":{"rendered":"Global-Analyse: Arealverschiebung bei Schmetterlingen durch Klimawandel"},"content":{"rendered":"<p>Der Klimawandel verschiebt die Verbreitung von Schmetterlingen weltweit. Das hat der Marburger \u00d6kologe Dr. Stefan Pinkert aus lokalen Erfassungen der Arealverschiebungen herausgelesen. <!--more--><br \/>\nDer Klimawandel ver\u00e4ndert die Verbreitungsgebiete von Schmetterlingen weltweit st\u00e4rker als bislang bekannt. Eine internationale Studie unter Leitung der Monash University (Melbourne in Australien) hat erstmals Daten zu 1.758 Schmetterlingsarten aus 105 L\u00e4ndern zusammengef\u00fchrt und zeigt: Rund jede zehnte bekannte Schmetterlingsart hat ihr Verbreitungsgebiet bereits ver\u00e4ndert.<br \/>\nIn fast 80 Prozent der dokumentierten F\u00e4lle stehen diese Verschiebungen mit Klimawandel und Extremwetterereignissen in Verbindung. An der im Fachmagazin &#8222;Nature Ecology &amp; Evolution&#8220; ver\u00f6ffentlichten Studie war auch der Marburger Biodiversit\u00e4tsforscher Dr. Stefan Pinkert beteiligt. Er trug ma\u00dfgeblich dazu bei, weltweit verstreute Verbreitungsdaten und unterschiedliche taxonomische Informationen zu harmonisieren und zur bisher umfangreichsten Erfassung von Arealverschiebungen bei Insekten zusammenzuf\u00fchren.<br \/>\nF\u00fcr die Studie wertete das 68-k\u00f6pfige, internationale Forschungsteam mehr als 6.000 dokumentierte Arealverschiebungen aus wissenschaftlichen Publikationen, Museumsdaten und Expertinnen- und Expertenwissen aus. Eine besondere Herausforderung bestand darin, die Daten aus unterschiedlichen Quellen vergleichbar zu machen. Arten wurden in verschiedenen L\u00e4ndern und Datens\u00e4tzen oft unter unterschiedlichen wissenschaftlichen Namen gef\u00fchrt. So mussten die Forschenden die rund 113.000 Namen mit rund 19.000 Arten abgleichen.<br \/>\n&#8222;Unsere Aufgabe in Marburg bestand darin, die weltweiten Verbreitungsdaten von Schmetterlingen zu harmonisieren und die zugrunde liegende Taxonomie zu vereinheitlichen&#8220;, berichtete Pinkert. Erst dadurch lie\u00df sich aus tausenden Einzelbeobachtungen ein weltweit vergleichbarer Datensatz erstellen. &#8222;Indem wir jahrzehntelang verstreute Beobachtungen in einer gemeinsamen Datenbasis zusammengef\u00fchrt haben, k\u00f6nnen wir erstmals globale Muster der Arealverschiebungen und ihre Ursachen erkennen&#8220;, erl\u00e4uterte Pinkert.<br \/>\n&#8222;Schmetterlinge sind wichtige Fr\u00fchwarnindikatoren f\u00fcr den Zustand unserer \u00d6kosysteme&#8220;, kommentierte der federf\u00fchrende Forscher Dr. Shawan Chowdhury von der Monash Universit\u00e4t im australischen Melbourne. &#8222;Wenn sich ihre Verbreitungsgebiete so stark verschieben, zeigt das, wie tiefgreifend der Klimawandel bereits in nat\u00fcrliche Lebensgemeinschaften eingreift.&#8220;<br \/>\nDie Ergebnisse zeigen zugleich gro\u00dfe Wissensl\u00fccken. Vor allem in tropischen Regionen fehlen bislang ausreichend hochwertige Verbreitungsdaten, obwohl dort der Gro\u00dfteil der weltweiten Schmetterlingsvielfalt vorkommt. Die Forschenden fordern deshalb einen deutlichen Ausbau des Biodiversit\u00e4tsmonitorings sowie eine st\u00e4rkere Digitalisierung von Sammlungsbest\u00e4nden und die Einbindung regionaler Forschung.<br \/>\n&#8222;Unsere Studie ist ein wichtiger Schritt, um den weltweiten Insektenr\u00fcckgang besser zu verstehen&#8220;, erl\u00e4uterte Pinkert. &#8222;Sie zeigt aber auch, wie dringend wir insbesondere in den Tropen mehr Daten ben\u00f6tigen. Ohne belastbare Grundlagen werden wir Ver\u00e4nderungen zu sp\u00e4t erkennen und Schutzma\u00dfnahmen nicht wirksam planen k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Klimawandel verschiebt die Verbreitung von Schmetterlingen weltweit. Das hat der Marburger \u00d6kologe Dr. Stefan Pinkert aus lokalen Erfassungen der Arealverschiebungen herausgelesen.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[5],"tags":[5758,1491,1856],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-5iQ","jetpack-related-posts":[{"id":16137,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=16137","url_meta":{"origin":20388,"position":0},"title":"Die Unaufhaltsamen: Abholzung versch\u00e4rft den Klimawandel","date":"15. August 2024","format":false,"excerpt":"Abholzung versch\u00e4rft den Klimawandel in tropischen Bergregenw\u00e4ldern wie etwa am Kilimandscharo. 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