{"id":20323,"date":"2026-07-16T18:18:56","date_gmt":"2026-07-16T16:18:56","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=20323"},"modified":"2026-07-16T18:18:56","modified_gmt":"2026-07-16T16:18:56","slug":"missachtete-menschenrechte-dfg-verlaengert-forschungsgruppe-zu-migration","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=20323","title":{"rendered":"Missachtete Menschenrechte: DFG verl\u00e4ngert Forschungsgruppe zu Migration"},"content":{"rendered":"<p>Die DFG-Forschungsgruppe &#8222;MeDiMi&#8220; wird f\u00fcr weitere vier Jahre gef\u00f6rdert. Das interdisziplin\u00e4re Projekt der Universit\u00e4ten Gie\u00dfen und Marburg sowie der Freien Universit\u00e4t Amsterdam erforscht die Rolle der Menschenrechte in Konflikten \u00fcber Migration. <!--more--><br \/>\nIn Konflikten \u00fcber Migrationsfragen berufen sich die Beteiligten vielfach auf Menschenrechte, um ihre Interessen und Selbstverst\u00e4ndnisse zu formulieren. Das geschieht im Recht ebenso wie in politischen Konflikten und allt\u00e4glichen Situationen. Die Forschungsgruppe &#8222;Menschenrechtsdiskurse in der Migrationsgesellschaft&#8220; (MeDiMi) bezeichnet das als &#8222;Vermenschenrechtlichung&#8220; der Diskurse einer Migrationsgesellschaft und widmet sich der empirischen Erforschung und theoretischen Vertiefung dieses Konzepts. Nun hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) MeDiMi f\u00fcr eine zweite F\u00f6rderphase von 2027 bis 2031 ausgew\u00e4hlt. Die erfolgreiche Forschung zur Rolle der Menschenrechte in Konflikten \u00fcber Migration wird mit sieben neuen Einzelprojekten an der Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen (JLU), der Philipps-Universit\u00e4t Marburg sowie der Freien Universit\u00e4t Amsterdam in den Niederlanden fortgesetzt.<br \/>\nVon 2022 bis 2026 hat die Forschungsgruppe das Ph\u00e4nomen der &#8222;Vermenschenrechtlichung&#8220; aus rechts-, sozial- und kulturwissenschaftlicher Perspektive untersucht. In der zweiten Forschungsphase will die Gruppe auf tiefgreifende gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen reagieren, die sich in den letzten Jahren vollzogen haben: &#8222;Wir beobachten, dass die Menschenrechte von Migrantinnen und Migranten zunehmend und systematisch in Frage gestellt werden&#8220;, berichtete der Sprecher Prof. Dr. J\u00fcrgen Bast vom Fachbereich Rechtswissenschaft der JLU. &#8222;Wir fragen uns: Wie reagieren Akteure, die sich f\u00fcr die Teilhabe von Migrantinnen und Migranten einsetzen, auf diese Situation? Berufen sie sich weiterhin auf Menschenrechte, und haben sie damit noch Erfolg? Hat die Konstellation der ,Vermenschenrechtlichung&#8216; gesamtgesellschaftlich Bestand?&#8220;+<br \/>\nDie DFG f\u00f6rdert MeDiMi mit einer Gesamtsumme von bis zu 4,4 Millionen Euro, davon entfallen rund 3,6 Millionen auf die federf\u00fchrende JLU. Rund drei Viertel der bewilligten Mittel sind f\u00fcr Stellen von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vorgesehen. Zu den beteiligten Disziplinen geh\u00f6ren Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft, Cultural Studies und Erziehungswissenschaft.<br \/>\n&#8222;Wir arbeiten zu einer der dr\u00e4ngendsten gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit, die sich nur interdisziplin\u00e4r angemessen erforschen l\u00e4sst&#8220;, erl\u00e4uterte Prof. Dr. Susanne Buckley-Zistel vom Zentrum f\u00fcr Konfliktforschung (ZfK) in Marburg. &#8222;Nur so k\u00f6nnen wir verstehen, wie Zugeh\u00f6rigkeit in Migrationsgesellschaften ausgehandelt wird.&#8220; Buckley-Zistel ist stellvertretende Sprecherin der Gruppe.<br \/>\n&#8222;Die Verl\u00e4ngerung von MeDiMi ist eine Best\u00e4tigung f\u00fcr die exzellente Forschung unserer Geistes- und Sozialwissenschaften sowie die erfolgreiche Kooperation in Mittelhessen und dar\u00fcber hinaus&#8220;, erkl\u00e4rte JLU-Pr\u00e4sidentin Prof. Dr. Katharina Lorenz. &#8222;Gerade angesichts der aufgeheizten gesellschaftlichen Debatte um Migrationsfragen freuen wir uns sehr, dass diese wichtige Arbeit fortgef\u00fchrt wird.&#8220;<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die DFG-Forschungsgruppe &#8222;MeDiMi&#8220; wird f\u00fcr weitere vier Jahre gef\u00f6rdert. 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