{"id":20303,"date":"2026-07-10T12:10:00","date_gmt":"2026-07-10T10:10:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=20303"},"modified":"2026-07-10T12:10:00","modified_gmt":"2026-07-10T10:10:00","slug":"klimaprobleme-marburger-erforschen-galapagos-inseln","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=20303","title":{"rendered":"Klimaprobleme: Marburger erforschen Galapagos-Inseln"},"content":{"rendered":"<p>Eine neue Forschungsgruppe untersucht die Zukunft der Gal\u00e1pagos-Nebelw\u00e4lder. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) f\u00f6rdert das interdisziplin\u00e4re Konsortium mit rund 5 Millionen Euro. <!--more--><br \/>\nSp\u00e4testens seit den Forschungen von Charles Darwin ist das Gal\u00e1pagos-Archipel in Ecuador f\u00fcr seine einzigartige endemische Artenvielfalt bekannt. Gleichzeitig geh\u00f6rt es &#8211; insbesondere durch den Klimawandel und invasive Arten &#8211; zu den am st\u00e4rksten gef\u00e4hrdeten \u00d6kosystemen der Erde. Um besser zu verstehen, wie diese Einfl\u00fcsse eines der wichtigsten \u00d6kosysteme der Inseln ver\u00e4ndern k\u00f6nnten, untersucht die neue Forschungsgruppe &#8222;Water relations and plant invasion in the Gal\u00e1pagos ARchipelago Under climAte change&#8220; (GArua) die Wechselwirkungen zwischen Wasserverf\u00fcgbarkeit, Nebelw\u00e4ldern und Biodiversit\u00e4t auf dem Archipel unter dem Einfluss des Klimawandels.<br \/>\nDie Philipps-Universit\u00e4t Marburg koordiniert die Forschungsgruppe, die auf Gal\u00e1pagos eng mit der Charles Darwin Foundation (CDF) sowie deren strategischem Partner &#8222;Gal\u00e1pagos National Park Directorate&#8220; (GNPD) zusammenarbeitet. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) f\u00f6rdert das Vorhaben in der ersten F\u00f6rderphase mit rund f\u00fcnf Millionen Euro \u00fcber vier Jahre.<br \/>\nDie Gar\u00faa, der f\u00fcr die Hochlagen der Gal\u00e1pagos-Inseln typische Nebel, der weite Teile des Jahres die Bergregionen bedeckt, ist eine zentrale Wasserquelle f\u00fcr die terrestrischen \u00d6kosysteme des Archipels. Sie versorgt die einzigartigen Scalesia-W\u00e4lder sowie zahlreiche Moose, Farne, Flechten und Orchideen, die direkt von atmosph\u00e4rischer Feuchtigkeit abh\u00e4ngig sind. Dar\u00fcber hinaus tr\u00e4gt das Ausk\u00e4mmen des Nebels durch die Vegetation zur Grundwasserneubildung bei und unterst\u00fctzt damit die S\u00fc\u00dfwasserversorgung sowohl der einzigartigen Biodiversit\u00e4t als auch der lokalen Bev\u00f6lkerung.<br \/>\n&#8222;Der Nebelwald auf Gal\u00e1pagos ist ein einzigartiges \u00d6kosystem, das von Arten gepr\u00e4gt ist, die nur auf den Inseln vorkommen&#8220;, erl\u00e4uterte Prof. Dr. Maaike Bader vom Fachbereich Geographie der Philipps-Universit\u00e4t Marburg. Darunter ist die &#8222;Scalesia&#8220;. Das ist ein G\u00e4nsebl\u00fcmchenbaum.<br \/>\n&#8222;Gleichzeitig ist dieser Lebensraum durch den Klimawandel und die Ausbreitung invasiver Pflanzen stark bedroht&#8220;, erkl\u00e4rte die Sprecherin der neu eingerichteten Forschungsgruppe &#8222;GArua&#8220;. Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt, wie sich der Klimawandel auf die Entstehung der Gar\u00faa auswirken k\u00f6nnte und welche Folgen das f\u00fcr die feuchten Hochlandw\u00e4lder, die Biodiversit\u00e4t, die S\u00fc\u00dfwasserverf\u00fcgbarkeit sowie die Ausbreitung invasiver Arten h\u00e4tte.<br \/>\n&#8222;Ein R\u00fcckgang der atmosph\u00e4rischen Wasserversorgung aus der Gar\u00faa im Rahmen des Klimawandels k\u00f6nnte aber nicht nur die endemische Artenvielfalt, sondern auch die Frischwasserversorgung des Archipels gef\u00e4hrden&#8220;, warnte Prof. Dr. J\u00f6rg Bendix vom Fachbereich Geographie der Philipps-Universit\u00e4t Marburg. Er ist Co-Sprecher der Forschungsgruppe. &#8222;Erste Vorstudien im Rahmen des Vorbereitungsprojekts DARWIN (&#8222;Niederschlagsdynamik im Wandel: Die Wasserquelle f\u00fcr das Gal\u00e1pagos-Archipel im Klimawandel&#8220;) weisen darauf hin, dass bei einer zuk\u00fcnftigen Erw\u00e4rmung, wie wir sie derzeit bei starken El-Ni\u00f1o-Ereignissen beobachten, die f\u00fcr die Gar\u00faa typischen tiefen Pazifikwolken ver\u00e4ndert werden k\u00f6nnten. Dadurch k\u00f6nnte das Auffangen von Wasser aus dem Nebel durch die Vegetation beeintr\u00e4chtigt werden.&#8220;<br \/>\nBislang ist jedoch nur unzureichend verstanden, wie sich diese Ver\u00e4nderungen auf den Wasserhaushalt und die Biodiversit\u00e4t des Archipels auswirken k\u00f6nnten. Um diese Fragen zu beantworten, werden die Forschenden vor Ort ein Netzwerk von Mess- und Beobachtungsfl\u00e4chen etablieren, um Daten \u00fcber endemische und invasive Pflanzen, Epiphyten, Mikroklima, Bodenverh\u00e4ltnisse und den Wasserhaushalt zu sammeln. Ein Schwerpunkt liegt darauf zu verstehen, wie Vegetation und Wasserhaushalt in den Gar\u00faa-W\u00e4ldern der Hochlagen von Santa Cruz zusammenwirken.<br \/>\n&#8222;Wir messen alle relevanten Wasserfl\u00fcsse bei endemischen und invasiven Baumarten &#8211; darunter Bestandsniederschlag, Stammabfluss, Nebelwasserausk\u00e4mmung, Wassertransport in den B\u00e4umen, Evapotranspiration und Bodenwasser -, um die Wechselwirkungen zwischen den Vegetationstypen und dem Wasserhaushalt insbesondere w\u00e4hrend warmer El-Ni\u00f1o-Ereignisse besser zu verstehen&#8220;, berichtete Bendix. Erg\u00e4nzend zu den Freilandbeobachtungen werden \u00f6kologische Experimente mit einheimischen und invasiven Baumarten durchgef\u00fchrt, um die Prozesse besser zu verstehen, die diese \u00d6kosysteme steuern. Die erhobenen Daten dienen dazu, numerische Modelle zu verbessern, zu parametrisieren und zu validieren, mit denen sich die zuk\u00fcnftige Entwicklung der Nebelw\u00e4lder unter verschiedenen Klimawandelszenarien absch\u00e4tzen l\u00e4sst. Dar\u00fcber hinaus entwickelt die Forschungsgruppe hochaufgel\u00f6ste Klimawandelszenarien speziell f\u00fcr das Gal\u00e1pagos-Archipel.<br \/>\n&#8222;Die Gar\u00faa-W\u00e4lder sind Schl\u00fcssel\u00f6kosysteme f\u00fcr das Funktionieren der Gal\u00e1pagos-Inseln&#8220;, erkl\u00e4rte die Wissenschaftliche die Direktorin Mar\u00eda Jos\u00e9 Barrag\u00e1n von der Charles Darwin Foundation. &#8222;Sie erhalten die einzigartige Biodiversit\u00e4t und spielen eine grundlegende Rolle im nat\u00fcrlichen Wasserhaushalt des Archipels. Mit GArua wollen wir verstehen, wie der Klimawandel diese \u00d6kosysteme ver\u00e4ndert, und die wissenschaftlichen Grundlagen schaffen, um diese Ver\u00e4nderungen fr\u00fchzeitig zu erkennen und fundierte Naturschutzentscheidungen zu unterst\u00fctzen. Die Einrichtung dieser neuen Forschungsgruppe st\u00e4rkt zugleich die wissenschaftlichen Kapazit\u00e4ten auf Gal\u00e1pagos, um eine der gr\u00f6\u00dften \u00f6kologischen Herausforderungen unserer Zeit anzugehen.&#8220;<br \/>\nLorena S\u00e1nchez ist Direktorin der Gal\u00e1pagos National Park Directorate. &#8222;Gal\u00e1pagos zeigt seit vielen Jahren, dass Wissenschaft und Naturschutz dann die gr\u00f6\u00dfte Wirkung entfalten, wenn sie eng zusammenarbeiten&#8220;, erl\u00e4uterte sie. &#8222;Als strategischer Partner dieses Projekts wird die Gal\u00e1pagos National Park Directorate die Forschungsarbeiten im Gel\u00e4nde umfassend unterst\u00fctzen. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Rangerinnen und Rangern k\u00f6nnen wir wertvolle Erkenntnisse gewinnen, die das Management und den Schutz dieses einzigartigen Naturerbes st\u00e4rken.&#8220;<br \/>\nDas langfristige Ziel der Forschungsgruppe ist, Strategien zum nachhaltigen Schutz der Gal\u00e1pagos-Nebelw\u00e4lder weiterzuentwickeln und zugleich die S\u00fc\u00dfwasserressourcen des Archipels zu sichern. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen eine wissenschaftlich fundierte Entscheidungsgrundlage f\u00fcr das Management und den Schutz der Schutzgebiete auf Gal\u00e1pagos schaffen und dazu beitragen, eines der bedeutendsten und zugleich empfindlichsten \u00d6kosysteme der Erde langfristig zu erhalten. An der Forschungsgruppe beteiligt sind die Philipps-Universit\u00e4t Marburg, die Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen, die Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle-Wittenberg, die Universit\u00e4t T\u00fcbingen, die Technischen Universit\u00e4ten Berlin, Dresden und Cottbus-Senftenberg sowie die Charles Darwin Foundation (Puerto Ayora, Gal\u00e1pagos). Dar\u00fcber hinaus wirken mehrere Partnereinrichtungen in Ecuador und weiteren L\u00e4ndern an der Forschungsinitiative mit.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine neue Forschungsgruppe untersucht die Zukunft der Gal\u00e1pagos-Nebelw\u00e4lder. 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