{"id":20256,"date":"2026-06-30T16:45:00","date_gmt":"2026-06-30T14:45:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=20256"},"modified":"2026-06-30T16:45:00","modified_gmt":"2026-06-30T14:45:00","slug":"zum-naturschutz-maehverzicht-kann-artenvielfalt-staerken","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=20256","title":{"rendered":"Zum Naturschutz: M\u00e4hverzicht kann Artenvielfalt st\u00e4rken"},"content":{"rendered":"<p>Ein M\u00e4hverzicht kann die Artenvielfalt st\u00e4rken. Die Untere Naturschutzbeh\u00f6rde betont die Bedeutung von bl\u00fctenreichen Weger\u00e4ndern. <!--more--><br \/>\nBl\u00fctenreiche Weger\u00e4nder, Feldraine und S\u00e4ume sind wichtige Lebensr\u00e4ume f\u00fcr Tiere wie Insekten aber auch M\u00e4use und Igel. Die Untere Naturschutzbeh\u00f6rde des Landkreises Marburg-Biedenkopf bittet daher darum, solche Fl\u00e4chen &#8211; wenn m\u00f6glich &#8211; in den verbleibenden Sommermonaten (Juli, August) nicht zu m\u00e4hen. Kommunen, Eigent\u00fcmerinnen und Eigent\u00fcmer sowie Bewirtschaftende von Fl\u00e4chen k\u00f6nnen so einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt leisten.<br \/>\nGerade in den Sommermonaten erf\u00fcllen diese Fl\u00e4chen eine herausragende Funktion f\u00fcr den Erhalt der Artenvielfalt: Bl\u00fchende S\u00e4ume bieten zahlreichen Wildbienen, Schmetterlingen, K\u00e4fern und anderen Insekten Nahrung, Schutz und Fortpflanzungsm\u00f6glichkeiten. Wildbienen und Hummeln finden hier ihren Nektar, Schmetterlingsraupen nutzen die hier wachsenden Pflanzen als Futter und Pl\u00e4tze f\u00fcr die Paarung. K\u00e4fer wiederum finden dort ideale Verstecke.Viele Wildbienenarten sind zudem auf ungest\u00f6rte Bodenbereiche angewiesen, um ihre Nester anzulegen.<br \/>\nAuch zahlreiche weitere Bodenorganismen und Kleintiere profitieren von einer zur\u00fcckhaltenden Pflege. Studien zeigen, dass Insekten und viele Bodenlebewesen auf strukturreiche und ungest\u00f6rte Randbereiche angewiesen sind und durch h\u00e4ufiges M\u00e4hen solcher Fl\u00e4chen erheblich beeintr\u00e4chtigt werden k\u00f6nnen. Als S\u00e4ume werden Randzonen zwischen zwei Lebensr\u00e4umen bezeichnet. Das kann also zum Beispiel ein Zaun- oder Feldrand sein.<br \/>\nWeger\u00e4nder und S\u00e4ume dienen auch als wichtige R\u00fcckzugsr\u00e4ume f\u00fcr bodenbr\u00fctende Vogelarten wie Braunkehlchen und Feldlerche. Diese k\u00f6nnen im dichten Saum am Wegesrand ihre K\u00fcken gesch\u00fctzt aufziehen und Amphibien und Kleins\u00e4uger wie Feldhasen, Igel und M\u00e4use nutzen die hohen Gr\u00e4ser und Stauden als Tagesversteck und suchen dort nach Insekten. Besonders in einer intensiv genutzten Landschaft stellen die S\u00e4ume und Wegr\u00e4nder wertvolle Vernetzungselemente dar. Sie verbinden Lebensr\u00e4ume miteinander und erm\u00f6glichen Tieren die Wanderung zwischen Nahrungs-, Brut- und \u00dcberwinterungsgebieten. Eine gute Vernetzung von Lebensr\u00e4umen gilt als wesentliche Voraussetzung f\u00fcr den langfristigen Erhalt vieler Tier- und Pflanzenarten.<br \/>\n&#8222;Jeder nicht gem\u00e4hte Wegsaum kann derzeit einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten&#8220;, betonten Gabriele Spill-Ebert und Vera El-Sawaf von der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde. &#8222;Was auf den ersten Blick ungepflegt erscheinen mag, ist in Wirklichkeit ein wertvoller Lebensraum voller Leben.&#8220;<br \/>\nWo Verkehrssicherheit oder andere zwingende Gr\u00fcnde keine Mahd erfordern, sollte daher m\u00f6glichst auf einen Schnitt verzichtet werden. Falls eine Mahd notwendig ist, empfiehlt die Naturschutzbeh\u00f6rde eine abschnittsweise und zeitlich gestaffelte Pflege. Dadurch bleiben stets R\u00fcckzugsr\u00e4ume und Nahrungsquellen f\u00fcr die Tierwelt erhalten.<br \/>\nWildbienen und Hummeln k\u00f6nnen die bl\u00fctenreichen S\u00e4ume noch als Nahrungsquelle nutzen, Schmetterlinge haben die M\u00f6glichkeit, diese Saumstrukturen als &#8222;Rendezvous-Pl\u00e4tze&#8220; f\u00fcr die Paarung zu nutzen und K\u00e4fer finden hier noch ideale Verstecke. &#8222;Wir danken allen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern, Kommunen sowie Landnutzerinnen und Landnutzern, die durch eine naturschonende Pflege dazu beitragen, die Artenvielfalt im Landkreis Marburg-Biedenkopf zu erhalten und zu f\u00f6rdern&#8220;, betonten Spill-Ebert und El-Sawaf.<\/p>\n<p>* pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein M\u00e4hverzicht kann die Artenvielfalt st\u00e4rken. 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