{"id":20208,"date":"2026-06-23T15:50:00","date_gmt":"2026-06-23T13:50:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=20208"},"modified":"2026-06-23T15:50:00","modified_gmt":"2026-06-23T13:50:00","slug":"vorausschauend-erc-advanced-grant-fuer-thorsten-stiewe","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=20208","title":{"rendered":"Vorausschauend: ERC Advanced Grant f\u00fcr Thorsten Stiewe"},"content":{"rendered":"<p>Der &#8222;ERC Advanced Grant&#8220; f\u00fcr Prof. Dr. Thorsten Stiewe er\u00f6ffnet neue Perspektiven f\u00fcr die Pr\u00e4zisionsonkologie. Er erm\u00f6glicht Krebsforschung in der vierten Dimension. <!--more--><br \/>\nDer Molekularonkologe Prof. Dr. Thorsten Stiewe von der Philipps-Universit\u00e4t Marburg erh\u00e4lt einen &#8222;ERC Advanced Grant&#8220; des Europ\u00e4ischen Forschungsrats (ERC). Das Projekt &#8222;TP53 Variant Complexity in Context: Multidimensional Functional Profiling for Precision Oncology&#8220; (TP53in4D) wird in den kommenden f\u00fcnf Jahren mit rund 2.500.000 Euro gef\u00f6rdert. Das Ziel der Forschung ist, die biologischen Auswirkungen genetischer Ver\u00e4nderungen bei Krebs erstmals systematisch in mehreren Dimensionen gleichzeitig zu erfassen. Im Mittelpunkt steht das Tumorsuppressorgen &#8222;TP53&#8220;, das h\u00e4ufiger mutiert ist als jedes andere bekannte Krebsgen. Mit neu entwickelten experimentellen Verfahren will das Team verstehen, wie unterschiedliche Mutationen je nach genetischem, zellul\u00e4rem und biologischem Umfeld wirken &#8211;<br \/>\nund damit eine zentrale Wissensl\u00fccke zwischen der Entschl\u00fcsselung des Erbguts und seiner medizinischen Interpretation schlie\u00dfen.<br \/>\nF\u00fcr Stiewe ist die F\u00f6rderung zugleich Best\u00e4tigung und Aufbruch. Bereits von 2010 bis 2016 wurde seine Forschung durch einen ERC Grant gef\u00f6rdert; nun erm\u00f6glicht der Advanced Grant den n\u00e4chsten gro\u00dfen Entwicklungsschritt.<br \/>\nDas Projekt folgt einer Vision, die weit \u00fcber ein einzelnes Krebsgen hinausreicht: &#8222;Wir wollen einen skalierbaren Ansatz schaffen, um die funktionelle Bedeutung genetischer Ver\u00e4nderungen k\u00fcnftig systematisch zu entschl\u00fcsseln&#8220;, erkl\u00e4rte Stiewe. Mit TP53in4D wollen die Forschenden Krebsmutationen erstmals in vier biologischen Dimensionen kartieren: von der einzelnen Mutation \u00fcber den jeweiligen Zelltyp und den genetischen Hintergrund bis hin zur Tumormikroumgebung. Auf diese Weise entsteht ein mehrdimensionales Funktionsprofil, das sichtbar machen soll, warum dieselbe genetische Ver\u00e4nderung in unterschiedlichen Tumoren v\u00f6llig verschiedene Folgen haben kann. Die Forschung er\u00f6ffnet damit einen neuen Blick auf die Komplexit\u00e4t von Krebs &#8211; und auf die Regeln, nach denen genetische Ver\u00e4nderungen ihre Wirkung entfalten.<br \/>\nDamit adressiert das Modellprojekt TP53in4D eine der zentralen Herausforderungen der Pr\u00e4zisionsmedizin: W\u00e4hrend genetische Daten heute in gro\u00dfer Geschwindigkeit erzeugt werden k\u00f6nnen, w\u00e4chst die L\u00fccke zwischen der Erfassung von Mutationen und dem Verst\u00e4ndnis ihrer biologischen Bedeutung. Die Marburger Forschung will genau diese Performance-L\u00fccke schlie\u00dfen helfen.<br \/>\n&#8222;Der ERC Advanced Grant z\u00e4hlt zu den renommiertesten und wettbewerbsintensivsten Forschungsf\u00f6rderungen weltweit&#8220;, sagte Uni-Vizepr\u00e4sident Prof. Dr. Gert Bange. &#8222;Dass Thorsten Stiewe nach einer fr\u00fcheren ERC-F\u00f6rderung erneut \u00fcberzeugen konnte, unterstreicht die internationale Sichtbarkeit und wissenschaftliche Exzellenz seiner Arbeit.&#8220;<br \/>\nAn der Philipps-Universit\u00e4t Marburg ist Bange f\u00fcr Forschungsf\u00f6rderung zust\u00e4ndig. &#8222;Das Projekt verbindet innovative Genomtechnologien mit modernsten Einzelzell- und Systemans\u00e4tzen&#8220;, erkl\u00e4rte er. &#8222;Es er\u00f6ffnet die M\u00f6glichkeit, die funktionellen Folgen genetischer Variation nicht mehr isoliert, sondern im komplexen biologischen Kontext zu verstehen. Solche Arbeiten schaffen die Grundlagen f\u00fcr die n\u00e4chste Generation datengetriebener biomedizinischer Forschung.&#8220;<br \/>\nLangfristig k\u00f6nnten die Ergebnisse dazu beitragen, genetische Befunde bei Krebspatientinnen und -patienten deutlich pr\u00e4ziser zu interpretieren und individuelle Therapieentscheidungen besser zu unterst\u00fctzen. Dar\u00fcber hinaus entstehen mit TP53in4D neue methodische Werkzeuge und Datens\u00e4tze, die auch f\u00fcr viele andere krankheitsrelevante Gene nutzbar sein werden, zeigen sich die Forschenden um Thorsten Stiewe \u00fcberzeugt. Die Forschung blickt damit weit \u00fcber die heutige Diagnostik hinaus: Sie schafft die Grundlagen f\u00fcr eine Medizin, die genetische Informationen nicht nur lesen, sondern in ihrer biologischen Komplexit\u00e4t verstehen kann &#8211; und er\u00f6ffnet neue Wege zu einer wirklich personalisierten Krebsmedizin.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der &#8222;ERC Advanced Grant&#8220; f\u00fcr Prof. Dr. Thorsten Stiewe er\u00f6ffnet neue Perspektiven f\u00fcr die Pr\u00e4zisionsonkologie. Er erm\u00f6glicht Krebsforschung in der vierten Dimension.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[5],"tags":[7600,761,7601],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-5fW","jetpack-related-posts":[{"id":17278,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=17278","url_meta":{"origin":20208,"position":0},"title":"Wissenschaftliche Pr\u00fcfung: Mutationen des Tumorgens TP53 umfassend charakterisiert","date":"7. Januar 2025","format":false,"excerpt":"Marburger Forschende haben die Mutationen des Tumorgens \"TP53\" umfassend charakterisiert. Das hat die Philipps-Universit\u00e4t am Dienstag (7. Januar) mitgeteilt. 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