{"id":20190,"date":"2026-06-19T12:10:00","date_gmt":"2026-06-19T10:10:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=20190"},"modified":"2026-06-19T12:10:00","modified_gmt":"2026-06-19T10:10:00","slug":"forschungsfoerderung-heisenberg-professur-fuer-jan-schuller","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=20190","title":{"rendered":"Forschungsf\u00f6rderung: Heisenberg-Professur f\u00fcr Jan Schuller"},"content":{"rendered":"<p>Eine Heisenberg-Professur erh\u00e4lt der Marburger Biochemiker Prof. Dr. Jan Schuller. Damit f\u00f6rdert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die Erforschung des Klimawandels. <!--more--><br \/>\nDer Marburger Biochemiker Prof. Dr. Jan Schuller startet mit einer Heisenberg-Professur der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) weiter als Spitzenwissenschaftler durch. F\u00fcr f\u00fcnf Jahre f\u00f6rdert die DFG seine Forschung zu den Mechanismen, die zur Bildung des Treibhausgases Methan durch Mikroorganismen f\u00fchren. Das Ziel seiner Forschung ist, Ans\u00e4tze zur Reduzierung von Methanemissionen zu entwickeln und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.<br \/>\n&#8222;Wenn wir verstehen, wie Mikroorganismen Methan bilden, hilft uns das nicht nur bei der Erforschung der Evolution des Lebens, sondern auch bei der Bek\u00e4mpfung des menschengemachten Klimawandels&#8220;, erkl\u00e4rte Schuller. Die neue F\u00f6rderung sieht er zugleich als wichtigen Beitrag zur Profilbildung in Marburg: &#8222;Wir arbeiten dabei an einem Kernthema des Exzellenzclusters M4C und k\u00f6nnen die dort vorhandenen Synergien optimal nutzen.&#8220;<br \/>\nAuch die Hochschulleitung sieht in der F\u00f6rderung ein starkes Signal f\u00fcr den Forschungsstandort Marburg. &#8222;Ich freue mich sehr, dass mit dieser Auszeichnung der DFG das Exzellenzcluster M4C und damit die hervorragende Forschung im Bereich der Mikrobiologie an der Philipps-Universit\u00e4t weiter gest\u00e4rkt wird&#8220;, sagte Forschungs-Vizepr\u00e4sident Prof. Dr. Gert Bange. &#8222;Es war mir eine gro\u00dfe Freude, die Entwicklung von Jan Schuller als Mentor seiner Emmy Noether-Gruppe begleiten zu d\u00fcrfen und zu sehen, wie er sich zu einem international sichtbaren Spitzenforscher in der mikrobiellen Strukturbiologie entwickelt hat.&#8220;<br \/>\nMethan ist ein starkes Treibhausgas, das W\u00e4rme effizienter speichert als Kohlendioxid und erheblich zur Erderw\u00e4rmung beitr\u00e4gt. Es entsteht aus nat\u00fcrlichen Quellen wie den Aktivit\u00e4ten von Methanogenen und auch durch menschliche Einfl\u00fcsse in der Landwirtschaft und der fossilen Brennstoffindustrie. Methanogene sind spezialisierte Mikroorganismen, die in sauerstofffreien Umgebungen wie S\u00fcmpfen und dem Verdauungssystem von Tieren sowie Menschen leben. Dort produzieren sie Methan als Nebenprodukt ihres Energiestoffwechsels. Sie sind entscheidend f\u00fcr den Kohlenstoffkreislauf, da sie organisches Material abbauen und Methan erzeugen und auch Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben, weil sie im Darm den Wasserstoffumsatz und andere Stoffwechselprozesse ver\u00e4ndern.<br \/>\nMethanogene und Acetogene, die Organismen, die im Zentrum von Schullers Forschung stehen, sind miteinander verwandt. Sie nutzen Varianten desselben altert\u00fcmlichen Stoffwechselweges. Sie k\u00f6nnten nahe Verwandte der ersten bioenergetisch aktiven Zellen der Evolution sein, deren bioenergetische Maschinen die Vorl\u00e4ufer f\u00fcr die zentralen Komplexe der aeroben Atmung darstellen. &#8222;Indem wir die Mechanismen der anaeroben CO2-Fixierung und Energiekonservierung untersuchen, erkunden wir letztlich die Geschichte unserer eigenen molekularen Maschinen&#8220;, erkl\u00e4rte Schuller.<br \/>\nDie Entschl\u00fcsselung des Stoffwechsels von Methanogenen ist ein wichtiger Schritt, um klimatische Herausforderungen zu meistern. Zum Beispiel ist das Methan, das von Methanogenen im Verdauungstrakt von K\u00fchen produziert wird, erheblich am menschenverursachten Treibhauseffekt beteiligt.<br \/>\nDurch gezielte Forschung k\u00f6nnten Strategien zur Hemmung der Methanogenese entwickelt werden und die Methanproduktion reduziert werden. Das w\u00fcrde den Beitrag der Landwirtschaft zum Klimawandel verringern. &#8222;Wir konzentrieren uns darauf, die bioenergetischen Hauptmaschinen, einschlie\u00dflich des Enzyms, das Methan produziert, sowie dessen Aufbau, Regulierung und Aktivierung zu verstehen&#8220;, erl\u00e4uterte Schuller. &#8222;Durch diese Erkenntnisse hoffen wir, wertvolle Ans\u00e4tze zur Reduzierung von Methanemissionen zu entwickeln und einen positiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.&#8220;<br \/>\nTrotz seiner relativ jungen Karriere blickt Schuller bereits auf eine ganze Reihe hochkar\u00e4tiger Auszeichnungen zur\u00fcck. 2021 wurde er mit dem Hans-Meier-Leibnitz-Preis der DFG ausgezeichnet. Ein Jahr sp\u00e4ter erhielt er einen ERC-Starting Grant f\u00fcr sein Projekt &#8222;Two CO2 one&#8220; und 2023 den VAAM-Forschungspreis. Er arbeitet am Zentrum f\u00fcr Synthetische Mikrobiologie (SYNMIKRO) der Philipps-Universit\u00e4t Marburg. Mit der Heisenberg-Professur &#8222;Strukturelle Mikrobiologie der bioenergetischen Maschinerie in Methanoarchaea&#8220; erh\u00e4lt er f\u00fcr sein Labor eine Plattform, um sowohl seine Forschung als auch die Entwicklung eines engagierten Lehrprogramms voranzutreiben, das Spitzenforschung mit praktischen Anwendungen verbindet und Marburgs Exzellenz in anaerober mikrobieller Physiologie und dynamischer Lehre f\u00f6rdert.<br \/>\nHerausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die alle Voraussetzungen f\u00fcr die Berufung auf eine Langzeit-Professur erf\u00fcllen, soll das Heisenberg-Programm erm\u00f6glichen, sich weiterhin auf eine wissenschaftliche Leitungsposition vorzubereiten und in dieser Zeit weiterf\u00fchrende Forschungsthemen zu bearbeiten. Benannt ist das Programm nach dem deutschen Physiker Werner Karl Heisenberg (1901-1976). F\u00fcr die Begr\u00fcndung der Quantenmechanik der Festk\u00f6rper erhielt Heisenberg 1933 den Nobelpreis.<br \/>\nDie Heisenberg-Professur ist der direkte durch die DFG angebotene Weg zur Lebenszeitprofessur, gewisserma\u00dfen ein durch die DFG gef\u00f6rderter &#8222;Tenure Track&#8220;: Sie setzt voraus, dass die Leitung einer Hochschule im Inland zusagt, die Professur nach dem Ende der DFG-F\u00f6rderung dauerhaft weiter zu finanzieren.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Heisenberg-Professur erh\u00e4lt der Marburger Biochemiker Prof. Dr. Jan Schuller. Damit f\u00f6rdert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die Erforschung des Klimawandels.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[5],"tags":[26,1491,2098],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-5fE","jetpack-related-posts":[{"id":20395,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=20395","url_meta":{"origin":20190,"position":0},"title":"In Marburg: Heisenberg-Professur f\u00fcr Esther M\u00f6ller","date":"6. August 2026","format":false,"excerpt":"Esther M\u00f6ller erforscht die arabische Welt als Zufluchtsort. 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