{"id":20108,"date":"2026-06-01T18:55:12","date_gmt":"2026-06-01T16:55:12","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=20108"},"modified":"2026-06-01T18:55:12","modified_gmt":"2026-06-01T16:55:12","slug":"bewilligen-dfg-verlaengert-graduiertenkolleg-zur-sprachforschung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=20108","title":{"rendered":"Bewilligen: DFG verl\u00e4ngert Graduiertenkolleg zur Sprachforschung"},"content":{"rendered":"<p>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) verl\u00e4ngert das Marburger Graduiertenkolleg zur Sprachforschung bis 2031. Das hat die Philipps-Universit\u00e4t am Montag (1. Juni) mitgeteilt. <!--more--><br \/>\nDas Gradudiertenkolleg &#8222;Dynamik und Stabilit\u00e4t sprachlicher Repr\u00e4sentationen&#8220; startet in die zweite F\u00f6rderphase &#8211; und st\u00e4rkt die internationale Sichtbarkeit der Marburger Sprachwissenschaft sowie die strukturierte Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Mit der Bewilligung der zweiten F\u00f6rderphase des Graduiertenkollegs (GRK) 2700 &#8222;Dynamik und Stabilit\u00e4t sprachlicher Repr\u00e4sentationen&#8220; durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) setzt die Philipps-Universit\u00e4t Marburg einen wichtigen Erfolg in der Sprachforschung und Nachwuchsf\u00f6rderung fort. Der interdisziplin\u00e4re Forschungsverbund kann seine Arbeit bis 2031 weiterf\u00fchren und baut damit seine internationale Sichtbarkeit ebenso aus wie seine Rolle als exzellenter Qualifizierungsort f\u00fcr Promovierende.<br \/>\nF\u00fcr die zweite F\u00f6rderphase stellt die DFG F\u00f6rdermittel von \u00fcber 3 Millionen Euro bereit. In der ersten F\u00f6rderperiode waren das bereits rund vier Millionen Euro. Im Zentrum des Graduiertenkollegs steht die Frage, wie sprachliche Repr\u00e4sentationen entstehen, verarbeitet, stabilisiert und ver\u00e4ndert werden.<br \/>\n&#8222;Sprache ben\u00f6tigt stabile Kategorien, damit Kommunikation gelingt&#8220;, erkl\u00e4rte der Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Mathias Scharinger, der das GRK gemeinsam mit der klinischen Linguistin Prof. Dr. Christina Kauschke leitet. &#8222;Zugleich ver\u00e4ndert sie sich kontinuierlich durch soziale Kontexte, individuelle Erfahrungen und gesellschaftlichen Wandel.&#8220; Das Kolleg untersucht dieses Spannungsverh\u00e4ltnis zwischen Stabilit\u00e4t und Dynamik interdisziplin\u00e4r an der Schnittstelle von Linguistik, Neurowissenschaften, Psychologie, Kognitionswissenschaft und Philosophie. Sein Ziel ist, besser zu verstehen, wie sprachliche Informationen im Gehirn repr\u00e4sentiert werden, wie sprachliche Variation und Sprachwandel entstehen und wie sich Sprachkompetenzen im Erst-, Zweit- und Fremdspracherwerb entwickeln.<br \/>\n&#8222;Die Verl\u00e4ngerung des Graduiertenkollegs ist ein starkes Signal f\u00fcr die Forschungsst\u00e4rke der Universit\u00e4t Marburg und die Qualit\u00e4t unserer strukturierten Nachwuchsf\u00f6rderung&#8220;, sagte Forschungsvizepr\u00e4sident Prof. Dr. Gert Bange. &#8222;Das Kolleg verbindet disziplin\u00fcbergreifende Spitzenforschung mit exzellenter Qualifizierung und schafft ein Umfeld, in dem junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eigenst\u00e4ndige Forschungsprofile entwickeln k\u00f6nnen. Zugleich zeigt die Entscheidung der DFG, dass Marburg international sichtbare Beitr\u00e4ge zu zentralen Fragen der Sprach- und Kognitionsforschung leistet.&#8220;<br \/>\nIn der ersten F\u00f6rderphase hat das Graduiertenkolleg wesentliche wissenschaftliche Grundlagen geschaffen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickelten einen gemeinsamen theoretischen Rahmen f\u00fcr sprachliche Repr\u00e4sentationen und erarbeiteten eine mehrdimensionale Repr\u00e4sentationsmatrix, mit der sich sprachliche Prozesse entlang kognitiver, sozialer und pragmatischer Dimensionen systematisch beschreiben lassen. Empirische Studien der Promovierenden zeigten, dass Sprachverarbeitung eng mit Kontextinformationen verkn\u00fcpft ist &#8211; etwa mit Stimme, Geschlecht, Dialekt oder regionaler Herkunft von Sprecherinnen und Sprechern.<br \/>\nMethodisch wurden zum Beispiel neuro- und psycholinguistische Verfahren wie EEG und Eyetracking eingesetzt, und Korpusstudien durchgef\u00fchrt. Hinzu kamen zahlreiche wissenschaftliche Publikationen, internationale Kooperationen, Gastaufenthalte sowie hochkar\u00e4tige Workshops und Veranstaltungen. Dr. Toke Hoffmeister, der in der ersten F\u00f6rderphase als Postdoc beteiligt war, soll in Anerkennung seiner Leistungen f\u00fcr die zweite F\u00f6rderphase des GRKs eine zentral finanzierte Forschungsgastprofessur bekleiden.<br \/>\nDie zweite F\u00f6rderphase baut auf den bisherigen Ergebnissen auf und entwickelt das Forschungsprogramm gezielt weiter. Geplant ist insbesondere die st\u00e4rkere Untersuchung multimodaler und kontextabh\u00e4ngiger Sprachverarbeitung &#8211; etwa im Zusammenspiel sprachlicher, visueller und sozialer Informationen. Neue Projekte widmen sich zum Beispiel der Rolle von Geschlecht und Dialekt in der Sprachverarbeitung, figurativer Sprache, dem Fremdsprachenlernen sowie morphosyntaktischem Sprachwandel. Dar\u00fcber hinaus werden anwendungsorientierte Perspektiven ausgebaut, etwa in den Bereichen Sprachf\u00f6rderung, Sprachtherapie und Deutsch als Zweitsprache. Die entwickelte Repr\u00e4sentationsmatrix soll weiter empirisch operationalisiert und als integratives Analysemodell etabliert werden.<br \/>\nGraduiertenkollegs der DFG dienen der strukturierten F\u00f6rderung von Promovierenden in thematisch fokussierten Forschungsumgebungen. Sie verbinden eigenst\u00e4ndige Forschungsprojekte mit einem gemeinsamen wissenschaftlichen Programm sowie einem umfassenden Qualifizierungskonzept. Das Marburger Graduiertenkolleg bietet Promovierenden ein interdisziplin\u00e4res Studien- und Workshopprogramm mit Angeboten zu Forschungsmethoden, Statistik, Forschungsdatenmanagement, wissenschaftlichem Schreiben, Karriereentwicklung und Wissenschaftskommunikation. Es ist eng mit dem Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas, dem Institut f\u00fcr Germanistische Sprachwissenschaft und dem Center for Mind, Brain &amp; Behavior verbunden und setzt auf internationale Kooperationen, intensive Betreuung und fr\u00fche wissenschaftliche Eigenst\u00e4ndigkeit. Mit der zweiten F\u00f6rderphase st\u00e4rkt die Philipps-Universit\u00e4t Marburg ihre Position als profilierter Standort der interdisziplin\u00e4ren Sprach- und Kognitionsforschung.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) verl\u00e4ngert das Marburger Graduiertenkolleg zur Sprachforschung bis 2031. Das hat die Philipps-Universit\u00e4t am Montag (1. 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Damit entsteht in Marburg ein einmaliges Umfeld f\u00fcr die sprachwissenschaftliche Promotion. Sprachen sind variationsreich und im st\u00e4ndigen Wandel, sei es im Wortschatz oder in der Aussprache von W\u00f6rtern. Ist man Teil\u2026","rel":"","context":"In &quot;Bildung&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":10413,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=10413","url_meta":{"origin":20108,"position":1},"title":"Immer sofort: Gehirn erkennt bekannte Stimmen in 150 Millisekunden","date":"22. August 2022","format":false,"excerpt":"Das Gehirn erkennt Prominente blitzschnell an der Stimme. Das ist der akustische \"Merkel-Effekt\". 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