{"id":20105,"date":"2026-06-01T11:45:00","date_gmt":"2026-06-01T09:45:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=20105"},"modified":"2026-06-01T11:45:00","modified_gmt":"2026-06-01T09:45:00","slug":"beforschen-graduiertenkolleg-zu-geschlecht-und-voelkerstrafrecht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=20105","title":{"rendered":"Beforschen: Graduiertenkolleg zu Geschlecht und V\u00f6lkerstrafrecht"},"content":{"rendered":"<p>Ein neues Graduiertenkolleg hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt. Damit st\u00e4rkt die Philipps-Universit\u00e4t Marburg ihre Spitzenforschung zu Geschlecht und V\u00f6lkerstrafrecht. <!--more--><br \/>\nDie Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat das Graduiertenkolleg &#8222;Geschlecht und Vergeschlechtlichungen in v\u00f6lkerstrafrechtlichen Kontexten: Konflikte, normative Ordnungen, Transformationspraktiken&#8220; bewilligt. Das ist ein riesiger Erfolg f\u00fcr die Philipps-Universit\u00e4t Marburg. Das interdisziplin\u00e4re Kolleg widmet sich den komplexen Wechselwirkungen zwischen Geschlechterkonzeptionen und dem V\u00f6lkerstrafrecht &#8211; von rechtlichen Normen \u00fcber institutionelle Praktiken bis hin zu gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.<br \/>\n&#8222;Ziel ist es, Prozesse der Vergeschlechtlichung in internationalen Strafkontexten systematisch zu analysieren, kritisch zu reflektieren und Handlungsempfehlungen zu entwickeln&#8220;, erl\u00e4uterte die federf\u00fchrende Rechtswissenschaftlerin Prof. Dr. Stefanie Bock. Beteiligt sind zw\u00f6lf &#8222;Principal Investigators&#8220; aus den Sozial- und Geisteswissenschaften der Philipps-Universit\u00e4t Marburg. In der ersten vierj\u00e4hrigen F\u00f6rderphase profitieren 20 Promovierende von dem strukturierten Programm, in einer m\u00f6glichen zweiten Phase weitere zehn.<br \/>\nDas &#8222;GRK 3159&#8220; erh\u00e4lt von der DFG \u00fcber 5,5 Millionen Euro. Das Thema des Graduiertenkollegs ist wissenschaftlich innovativ und gesellschaftlich hochrelevant: Die Verbindung der Forschungsfelder Geschlecht und v\u00f6lkerstrafrechtliche Aufarbeitung kollektiver Gewalt adressiert zentrale Fragen unserer Zeit.<br \/>\nIn internationalen Konflikten, bei der Verfolgung von Kriegsverbrechen und in Prozessen der Transitional Justice spielen Geschlechterrollen, -normen und -asymmetrien eine entscheidende &#8211; oft untersch\u00e4tzte &#8211; Rolle. &#8222;Das besondere Innovationspotential des GRK liegt in einer seiner konsequent interdisziplin\u00e4ren Ausrichtung&#8220;, erl\u00e4uterte Bock. &#8222;Es vereint unter seinem Dach Rechtwissenschaften, Geschichte, Friedens- und Konfliktforschung, Soziologie, Theologie, Literatur- und Wirtschaftswissenschaft und er\u00f6ffnet so einen einzigartigen Raum inhaltlicher und methodischer Vielfalt.&#8220;<br \/>\nDie Verschr\u00e4nkung verschiedener Disziplinen und Forschungsans\u00e4tze erm\u00f6glicht es, Gewalt, Recht und Geschlecht nicht nur in ihren jeweiligen Dimensionen, sondern in ihrer wechselseitigen Bedingtheit zu erfassen. Mit seinem multiperspektivischen Forschungsansatz tr\u00e4gt das GRK dazu bei, ein differenziertes Verst\u00e4ndnis von Geschlechtergerechtigkeit in globalen Rechts- und Konfliktkontexten zu entwickeln. &#8222;F\u00fcr die Philipps-Universit\u00e4t Marburg bedeutet die F\u00f6rderung eine nachhaltige St\u00e4rkung ihrer interdisziplin\u00e4ren Spitzenforschung und der strukturierten Nachwuchsf\u00f6rderung&#8220;, kommentierte Forschungsvizepr\u00e4sident Prof. Dr. Gert Bange die Entscheidung der DFG.<br \/>\nDas Kolleg b\u00fcndelt die Expertise des Internationalen Forschungs- und Dokumentationszentrums Kriegsverbrecherprozesse (ICWC), des Zentrums f\u00fcr Konfliktforschung (ZfK) und des Zentrums f\u00fcr Gender Studies und feministische Zukunftsforschung &#8211; die drei Zentren sind bereits Aush\u00e4ngeschilder der Uni Marburg. Dar\u00fcber hinaus leistet es einen wichtigen Beitrag f\u00fcr Gesellschaft und Politik: Die gewonnenen Erkenntnisse k\u00f6nnen Impulse f\u00fcr die Weiterentwicklung v\u00f6lkerstrafrechtlicher Normen und Praktiken geben und so langfristig zu mehr Geschlechtergerechtigkeit in internationalen Rechtsprozessen beitragen.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein neues Graduiertenkolleg hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt. 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