{"id":20063,"date":"2026-05-21T10:15:00","date_gmt":"2026-05-21T08:15:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=20063"},"modified":"2026-05-21T10:15:00","modified_gmt":"2026-05-21T08:15:00","slug":"134-todesfaelle-marburger-expertise-zu-aktuellem-ebola-ausbruch","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=20063","title":{"rendered":"134 Todesf\u00e4lle: Marburger Expertise zu aktuellem Ebola-Ausbruch"},"content":{"rendered":"<p>Zum Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda hat Prof. Dr. Stephan Becker eine Aktuelle Einordnung gegeben. F\u00fcr Deutschland besteht kein Grund zur Sorge. <!--more--><br \/>\nDie Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den derzeitigen Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik (DR) Kongo und Uganda zu einer &#8222;gesundheitlichen Notlage internationaler Tragweite&#8220; erkl\u00e4rt. Ausl\u00f6ser ist das seltene &#8222;Bundibugyo&#8220;-Virus aus der Gattung Ebolavirus, gegen das bislang weder ein zugelassener Impfstoff noch eine spezifische Therapie verf\u00fcgbar ist. Internationale Gesundheitsbeh\u00f6rden beobachten die Lage mit gro\u00dfer Aufmerksamkeit. Nach Einsch\u00e4tzung des Europ\u00e4ischen Zentrums f\u00fcr die Pr\u00e4vention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) sowie des Robert Koch-Instituts (RKI) besteht f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung in Deutschland derzeit nur ein sehr geringes Risiko.<br \/>\nLaut Angaben der WHO wurden die ersten F\u00e4lle in der Provinz Ituri im Osten der Demokratischen Republik Kongo best\u00e4tigt. Inzwischen gibt es auch in Uganda F\u00e4lle, die mit Reisen aus dem betroffenen Gebiet in Verbindung stehen. Derzeit konzentriert sich die Eind\u00e4mmung des Ausbruchs auf schnelle Diagnostik, Kontaktverfolgung, Isolierung infizierter Personen sowie den Schutz von Gesundheitspersonal.<br \/>\nNach Einsch\u00e4tzung des RKI und des ECDC erfolgt eine \u00dcbertragung des Ebola-Virus ausschlie\u00dflich durch direkten Kontakt mit K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten infizierter Personen oder mit kontaminierten Materialien. Eine \u00dcbertragung \u00fcber die Luft findet nicht statt. Das Risiko f\u00fcr die Allgemeinbev\u00f6lkerung in Europa wird daher derzeit als sehr gering eingestuft.<br \/>\nBis Dienstag (19. Mai) gab es laut dem DZIF-Wissenschaftler Prof. C\u00e9sar Mu\u00f1oz-Fontela vom Bernhard-Nocht-Institut f\u00fcr Tropenmedizin 536 Verdachtsf\u00e4lle, 34 best\u00e4tigte F\u00e4lle und 134 Todesf\u00e4lle. Der Ausbruch betrifft Konfliktgebiete in DR Kongo, insbesondere in den Provinzen Ituri und Goma, mit mindestens drei Epizentren: Mongwalu, Rwampara und Bunia. In diesen Regionen herrschen bewaffnete Konflikte.<br \/>\nSie k\u00f6nnen zu vermehrten Bev\u00f6lkerungsbewegungen f\u00fchren und somit auch die Kontaktverfolgung erschweren. Auch Gesundheitsorganisationen und -ma\u00dfnahmen erreichen die Bev\u00f6lkerung nur schwer. Diese Faktoren k\u00f6nnten laut Mu\u00f1oz-Fontela die Epidemie verst\u00e4rken.<br \/>\n&#8222;Das Fehlen eines lizenzierten Impfstoffs und spezifischer Therapien sowie die begrenzte Verf\u00fcgbarkeit von spezifischen Diagnostiktests gegen das Bundibugyo-Virus erschweren die Eind\u00e4mmung des Ausbruchs erheblich&#8220;, erkl\u00e4rte Prof. Stephan Becker von der Philipps-Universit\u00e4t Marburg. Becker ist stellvertretender Koordinator des DZIF-Forschungsbereichs Neu auftretende Infektionskrankheiten. Auch die internationale Zusammenarbeit sei entscheidend, betonten die DZIF-Forschenden.<br \/>\n&#8222;Ausbruchsgebiete verf\u00fcgen h\u00e4ufig \u00fcber eine begrenzte Gesundheitsinfrastruktur und sind zus\u00e4tzlich von Konflikten und klimatischen Belastungen betroffen&#8220;, erl\u00e4uterte die stellvertretende DZIF-Vorstandsvorsitzende Prof. Marylyn Addo vom Universit\u00e4tsklinikum Hamburg-Eppendorf. &#8222;Um eine globale Ausbreitung zu verhindern, m\u00fcssen Ausbr\u00fcche fr\u00fch erkannt und konsequent einged\u00e4mmt werden.&#8220; Gleichzeitig sehen die Expertinnen und Experten des DZIF den aktuellen Ausbruch als Warnsignal f\u00fcr die globale Gesundheitsvorsorge.<br \/>\n&#8222;Die internationale Epidemievorsorge hat sich in den vergangenen Jahren verbessert, bleibt aber vielerorts unzureichend finanziert und politisch fragil&#8220;, f\u00fcgte Becker hinzu. &#8222;Notwendig sind langfristige Investitionen in \u00dcberwachungssysteme, Diagnostik, Impfstoffentwicklung und lokale Gesundheitsstrukturen. Die WHO, das ECDC und nationale Gesundheitsbeh\u00f6rden beobachten die Entwicklung weiterhin eng. Fr\u00fchere Ebola-Ausbr\u00fcche in der Region konnten letztlich durch internationale Kooperation und konsequente Eind\u00e4mmungsma\u00dfnahmen unter Kontrolle gebracht werden.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda hat Prof. Dr. Stephan Becker eine Aktuelle Einordnung gegeben. 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