{"id":20051,"date":"2026-05-19T10:10:00","date_gmt":"2026-05-19T08:10:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=20051"},"modified":"2026-05-19T10:10:00","modified_gmt":"2026-05-19T08:10:00","slug":"nachtfalter-citizen-science-mit-schwarmintelligenz-und-ki","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=20051","title":{"rendered":"Nachtfalter: Citizen Science mit Schwarmintelligenz und KI"},"content":{"rendered":"<p>B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger k\u00f6nnen sich aktiv gegen das Insektensterben engagieren. &#8218;Ein Projekt zur &#8222;Citizen Science&#8220; macht Nachtfalter sichtbar. <!--more--><br \/>\nW\u00e4hrend die Menschen nachts zur Ruhe kommen, wachen viele Insekten erst auf &#8211; so auch Nachtfalter, die eine entscheidende Rolle im \u00d6kosystem spielen. Passend zum Internationalen Tag der Biodiversit\u00e4t am Freitag (22. Mai) startet der Fachbereich Biologie der Philipps-Universit\u00e4t Marburg im Rahmen des Forschungsprojekts &#8222;LEPMON&#8220; ein bundesweites Citizen-Science-Projekt f\u00fcr Nachtfalter, das auf automatisierter Kameratechnologie und Methoden der k\u00fcnstlichen Intelligenz basiert. Ziel ist dabei, Verbreitung, Vielfalt und Bestandsver\u00e4nderungen dieser h\u00e4ufig untersch\u00e4tzten Insektengruppe systematisch zu erfassen.<br \/>\nNachtfalter \u00fcbernehmen zentrale \u00f6kologische Funktionen: Sie sind wichtige Best\u00e4uber, dienen zahlreichen Vogel- und Fledermausarten als Nahrungsquelle und gelten als sensible Indikatoren f\u00fcr Umweltver\u00e4nderungen. In Deutschland sind mehr als 1.100 Arten nachtaktiver Gro\u00dfschmetterlinge bekannt &#8211; und dazu kommen noch mehr als 2.500 Arten nachtaktiver Kleinschmetterlinge, die oft \u00fcbersehen werden.<br \/>\nViele Arten sind zunehmend unter Druck: Intensive Landwirtschaft, Fl\u00e4chenversiegelung, Lichtverschmutzung, Habitatverlust sowie der generelle R\u00fcckgang geeigneter Futterpflanzen tragen zur Gef\u00e4hrdung bei. Weltweit gilt die Entwicklung der Insektenbest\u00e4nde insgesamt als alarmierend.<br \/>\n&#8222;LEPMON &#8211; Erfassung der Biodiversit\u00e4t von Nachtfaltern&#8220; (Lepidoptera) mit automatisierten Kamerafallen und k\u00fcnstlicher Intelligenz&#8220; wird von der Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t Jena gemeinsam mit der Philipps-Universit\u00e4t Marburg, dem Deutschen Zentrum f\u00fcr integrative Biodiversit\u00e4tsforschung (iDiv) und dem Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversit\u00e4tswandels (LIB) umgesetzt. Es wird durch das Bundesministerium f\u00fcr Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit rund 1.8 Millionen Euro gef\u00f6rdert.<br \/>\nKern des Projekts ist ein Netzwerk aus kompakten, automatisierten Kamerasystemen (ARNI-Systeme), die Nachtfalter in unterschiedlichen Lebensr\u00e4umen erfassen. Die so gewonnenen Bilddaten werden mit Hilfe k\u00fcnstlicher Intelligenz ausgewertet und kontinuierlich verbessert.<br \/>\nDer Marburger Projektteil setzt auf &#8222;Citizen Science&#8220;. Darunter versteht er die Mitwirkung freiwilliger B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, die die Forschung auf zwei Wegen unterst\u00fctzen k\u00f6nnen. Eine ist die Installation eines bereitgestellten ARNI-Kamerasystems am Wohn- oder Arbeitsort: Besonders geeignete Standorte sind W\u00e4lder, Gr\u00fcnland, landwirtschaftliche Fl\u00e4chen sowie Stadt- oder Dorfg\u00e4rten. Die technische Ausstattung sowie Anleitung und Betreuung werden durch das Projektteam gestellt. Die erfassten Bilddaten sollten in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden (alle zwei Wochen) in ein Bildportal hochgeladen werden.<br \/>\nDie andere M\u00f6glichkeit ist digitale Bildauswertung: Unterst\u00fctzung bei der Sichtung und Bestimmung bereits erfasster Insektenbilder \u00fcber eine Online-Plattform. Dabei stehen bereits \u00fcber 1 Million Fotos zur Auswertung bereit. Die so erzeugten Klassifikationen dienen zugleich dem Training der KI zur Verbesserung der automatisierten Artbestimmung.<br \/>\nVorkenntnisse sind f\u00fcr beide Beteiligungsformen nicht erforderlich. &#8222;Egal ob Anf\u00e4nger oder erfahrene Nachtfalter-Experten &#8211; jedes hochgeladene Bild und jeder identifizierte Nachtfalter bringt uns einen Schritt n\u00e4her an das Ziel, die Entwicklung der Nachtfalterpopulationen in Deutschland umfassender zu verstehen&#8220;, sagte Dr. Julie Koch Sheard von der Philipps-Universit\u00e4t Marburg, die das Citizen-Science-Projekt leitet.<br \/>\nDurch die Verbindung von Citizen Science und KI-gest\u00fctzter Bildauswertung entsteht eine neuartige Datengrundlage zur Bewertung von Biodiversit\u00e4tsver\u00e4nderungen in Deutschland. LEPMON soll damit auch einen Beitrag zur nationalen Biodiversit\u00e4tsstrategie sowie zu europ\u00e4ischen Zielen leisten, den R\u00fcckgang von Best\u00e4ubern bis 2030 zu stoppen und umzukehren. Gleichzeitig verfolgt das Projekt den Aufbau einer langfristigen Forschungs-<br \/>\nund Wissensgemeinschaft rund um nachtaktive Insekten und deren Schutz. &#8222;\u00dcber die reine Datenerhebung hinaus m\u00f6chte LEPMON eine lebendige Gemeinschaft von Nachtfalter-Begeisterten aufbauen&#8220;, erkl\u00e4rte Koch Sheard. &#8222;Gemeinsam k\u00f6nnen wir voneinander lernen, uns austauschen und eine starke Stimme f\u00fcr den Schutz dieser faszinierenden Tiere bilden.&#8220;<br \/>\nDie Beteiligungsm\u00f6glichkeiten zur Mitwirkung sind bereits angelaufen: Die Beteiligung an der Bildannotation ist ab sofort m\u00f6glich. Interessierte Freiwillige k\u00f6nnen sich direkt auf <a href=\"https:\/\/lepmon.de\/annot8\/\">lepmon.de\/annot8\/<\/a> registrieren und dabei helfen, Bilder auszuwerten. Die Anfrage f\u00fcr ein ARNI-Kamerasystem kann \u00fcber das Kontaktformular auf der Website gestellt werden.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger k\u00f6nnen sich aktiv gegen das Insektensterben engagieren. &#8218;Ein Projekt zur &#8222;Citizen Science&#8220; macht Nachtfalter sichtbar.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[5],"tags":[7549,3992,7550],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-5dp","jetpack-related-posts":[{"id":15357,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=15357","url_meta":{"origin":20051,"position":0},"title":"F\u00fcr Fruchtbarkeit: Mehr \u00fcber Insekten in der Tausendf\u00fc\u00dfler-Schule","date":"10. 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