{"id":20046,"date":"2026-05-18T12:59:53","date_gmt":"2026-05-18T10:59:53","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=20046"},"modified":"2026-05-18T12:59:53","modified_gmt":"2026-05-18T10:59:53","slug":"bald-nicht-mehr-artenschuetzerin-warnt-vor-insektensterben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=20046","title":{"rendered":"Bald nicht mehr: Artensch\u00fctzerin warnt vor Insektensterben"},"content":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich des Weltbienentags am Mittwoch (20. Mai) geben Artensch\u00fctzer des Regierungspr\u00e4sidiums Gie\u00dfen praktische Tipps zum Erhalt der Biodiversit\u00e4t. Sie zeigen, wie der eigene Garten zum Paradies f\u00fcr Insekten wird. <!--more--><br \/>\nBienen sind unscheinbar und doch unersetzlich. Die stillen Helden der Natur halten unsere Lebensgrundlage lebendig &#8211; ohne sie droht diese zu verblassen. Laut Welt-Ern\u00e4hrungsorganisation sind rund drei Viertel der weltweit angebauten Nahrungsmittel von Best\u00e4ubung abh\u00e4ngig.<br \/>\nInsekten liefern einen essentiellen Beitrag zur globalen Nahrungsmittelsicherheit. &#8222;Damit das so bleibt, ist es umso wichtiger, die Tiere zu sch\u00fctzen&#8220;, erkl\u00e4rte Artensch\u00fctzerin Lisa K\u00fcchen vom Regierungspr\u00e4sidium Gie\u00dfen. &#8222;Das betrifft nicht nur Honigbienen, die seit Jahrhunderten vom Menschen gez\u00fcchtet und gehalten werden, &#8222;sondern vor allem alle wilden Bienenarten und ganz besonders jene, die vom Aussterben bedroht sind.&#8220;<br \/>\nAnlass ist der Weltbienentag am Mittwoch (20. Mai.). In Deutschland gibt es mehrere hundert Wildbienen-Arten, zu denen auch Hummeln z\u00e4hlen. Die meisten sind Einzelg\u00e4nger und bauen ihre Nestr\u00f6hren entweder oberirdisch in morsches Holz, Steinhaufen, Pflanzenst\u00e4ngeln und Schneckenh\u00e4usern oder zum gr\u00f6\u00dften Teil unterirdisch in Erdg\u00e4ngen und Sandhaufen.<br \/>\n&#8222;Wir alle k\u00f6nnen jeden Tag und mit einfachen Entscheidungen helfen, die Artenvielfalt zu erhalten&#8220;, ermutigte K\u00fcchen zum aktiven Artenschutz im Kleinen. Geschehen k\u00f6nnte das etwa im Garten oder auf dem Balkon. &#8222;Anstelle von reinen Zierpflanzen, die oft wenig bis keinen Nektar und Pollen bieten, sollten heimische Wildblumen und -geh\u00f6lze gepflanzt werden, die Insekten Schutz und Nahrung bieten&#8220;, riet die Expertin.<br \/>\n&#8222;Jede noch so kleine Ecke im Garten oder ein Blumentopf auf der Fensterbank kann mit der richtigen Blumenwahl zum gedeckten Tisch f\u00fcr Insekten werden.&#8220;, empfahl K\u00fcchen die Pflanzen so zu w\u00e4hlen, dass sie rund ums Jahr Nahrung f\u00fcr Insekten bieten, und hat auch gleich ein paar Beispiele parat: Weiden, Kornelkirschen, Schwarzdorn oder Blutjohannisbeere sowie alle Zwiebel-Fr\u00fchbl\u00fcher wie Winterling, Krokus und Schneegl\u00f6ckchen, erfreuen nicht nur die Menschen nach einem langen Winter. Sie stellen wichtige erste Nahrungsquellen dar.<br \/>\nIm Anschluss bl\u00fchen Obstgeh\u00f6lze wie Kirsche, Zwetschge, Birne, Apfel, Johannisbeere und Co. Auch vermeintliches Unkraut wie L\u00f6wenzahn, G\u00fcnsel, Gundermann, Lungenkraut, Nesseln und Ehrenpreis sind eine wichtige Nahrungsquelle f\u00fcr Insekten. Die wiederum danken es den Menschen: Ohne Bienen und andere best\u00e4ubende Insekten wie Hummeln, Wespen, Schwebfliegen, Schmetterlinge, Falter und K\u00e4fer g\u00e4be es kein leckeres Obst und Gem\u00fcse aus dem eigenen Garten oder aus regionaler Produktion und nat\u00fcrlich auch keinen Honig auf dem Fr\u00fchst\u00fccksbr\u00f6tchen.<br \/>\nZum Sommer erfreuen Gem\u00fcsebl\u00fcten, aber auch Brom- und Himbeere, Wicke und Klee sowie bl\u00fchende Kr\u00e4uter wie Bohnenkraut, Borretsch, Lavendel, Oregano, Pfefferminze, Rosmarin, Salbei oder Thymian. Da diese wahre Insektenweiden sein k\u00f6nnen, gilt: vor der Bl\u00fcte in Ma\u00dfen ernten und den Rest unbedingt bl\u00fchen lassen. Auch Beinwell, Glockenblume, Holunder und Wildrose werden sehr gern angenommen.<br \/>\nIm sp\u00e4ten Sommer und Herbst wird es f\u00fcr die meisten Best\u00e4uber schwierig, ausreichend Nahrung zu finden. Daher sind sp\u00e4t bl\u00fchende Pflanzen essentiell, zum Beispiel Blutweiderich, Echter Alant, Fetthenne, Flockenblume, heimischer Eisenhut, Kapuzinerkresse, Kornblume, Natternkopf, Resede oder auch Wegwarte. Dem Efeu als sp\u00e4tbl\u00fchende Pflanze kommt eine besondere Bedeutung zu: An ihm k\u00f6nnen sogar bis in den Oktober und November noch hunderte Insekten &#8211; und an den Beeren im Folgejahr viele V\u00f6gel &#8211; beobachtet werden.<br \/>\nEin weiteres Stichwort sind Nisthilfen oder Insektenhotels. Artgerecht angelegt k\u00f6nnen diese ebenso hilfreich sein. &#8222;F\u00fcr Wildbienen eignen sich besonders splitterfreie Bohrl\u00f6cher in trockenen Holzbl\u00f6cken (in verschieden gro\u00dfen Durchmessern aus Richtung Rinde gebohrt), ausgeh\u00f6hlte Bambusr\u00f6hren und Lehm&#8220;, so Lisa K\u00fcchen. Noch wichtiger sind &#8222;wilde&#8220; Bereiche im Garten, die zahlreichen Arten ein perfektes Zuhause bieten. Denn drei Viertel der Wildbienenarten nisten in der Erde.<br \/>\nSie bevorzugen offene Bodenstellen mit Sand und Lehm, einige Arten nutzen wiederum sandige Fugen zwischen Pflastersteinen, Ritzen in Trockenmauern oder \u00e4hnlich trockene Versteckm\u00f6glichkeiten. Auch markige Pflanzenst\u00e4ngel wie Brombeer-Ruten, entweder stehen gelassen oder alternativ als circa einen Meter lange Nisthilfen senkrecht aufgeh\u00e4ngt, werden gern als Lebensraum und Kinderstube angenommen.<br \/>\n&#8222;Seltener M\u00e4hen oder Bereiche \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum komplett ungem\u00e4ht lassen, Totholz, Wasserstellen und vor allem ein Verzicht auf chemische Pflanzen- und Insektenschutzmittel im Garten sind ebenfalls Grundlage f\u00fcr vielt\u00f6niges Summen und Brummen.&#8220;, sagte K\u00fcchen. In Deutschland sind viele Insekten vom Aussterben bedroht. Es ist also h\u00f6chste Zeit, gegenzusteuern.<br \/>\nVon den \u00fcber 560 heimischen Wildbienenarten stehen laut Bundesamt f\u00fcr Naturschutz mindestens 300 auf der Roten Liste der gef\u00e4hrdeten Arten. \u00dcber alle Insektenarten hinweg sind in den vergangenen Jahren massive Populationsr\u00fcckg\u00e4nge und -einbr\u00fcche zu verzeichnen. Auch die Honigbiene steht zunehmend unter Umweltstress und viele V\u00f6lker fallen Krankheiten und Sch\u00e4dlingen, wie der invasiven Asiatischen Hornisse, zum Opfer.<br \/>\nDas Insektensterben hat fatale Folgen f\u00fcr Mensch und Natur. \u00dcber drei Viertel aller Pflanzen &#8211; darunter alleine zwei Drittel unserer Nahrungsmittel &#8211; sind von Best\u00e4ubern abh\u00e4ngig. Dazu z\u00e4hlen Lebensmittel, Gew\u00fcrze und Arzneimittel.<br \/>\nAuch sind Insekten als Bestandteil zahlloser Nahrungsketten essentiell f\u00fcr viele Tiere sowie f\u00fcr den Erhalt der genetischen Pflanzenvielfalt und bei der Verbreitung von Pflanzen weltweit. &#8222;Insekten haben es inzwischen \u00fcber alle Artgruppen hinweg sehr schwer, ihnen fehlen geeignete Lebensr\u00e4ume und ein vielf\u00e4ltiges, ganzj\u00e4hriges Nahrungsangebot&#8220;, berichtete die Expertin weiter. Nicht zuletzt sterben jeden Sommer zahllose Insekten in Bremsen- und Wespenfallen.<\/p>\n<p>* pm: Regierungspr\u00e4sidium Gie\u00dfen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich des Weltbienentags am Mittwoch (20. Mai) geben Artensch\u00fctzer des Regierungspr\u00e4sidiums Gie\u00dfen praktische Tipps zum Erhalt der Biodiversit\u00e4t. 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Mai) geben Artensch\u00fctzer des Regierungspr\u00e4sidiums Gie\u00dfen praktische Tipps, um die lebenswichtige Vielfalt der Insekten zu erhalten. So kann der eigene Garten zum Paradies f\u00fcr Insekten werden. Ohne Bienen l\u00e4uft nichts. Ohne sie und die anderen best\u00e4ubenden Insekten wie Hummeln, Wespen, Schwebfliegen, Schmetterlinge und Falter g\u00e4be\u2026","rel":"","context":"In &quot;Bildung&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":15630,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=15630","url_meta":{"origin":20046,"position":1},"title":"Doppelte Ernte: Jugendliche k\u00fcmmern sich um neues Bienenvolk","date":"22. Mai 2024","format":false,"excerpt":"Die \"Bienen-AG\" k\u00fcmmert sich um ein neues Bienenvolk auf dem Freizeitgel\u00e4nde im Stadtwald. Sie ist ein Projekt des st\u00e4dtischen Jugendbildungswerks. Im Stadtwald summt es: Auf dem Freizeitgel\u00e4nde haben zahlreiche flei\u00dfige Bienen ein Zuhause gefunden. 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