{"id":19969,"date":"2026-04-30T14:45:00","date_gmt":"2026-04-30T12:45:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=19969"},"modified":"2026-04-30T14:45:00","modified_gmt":"2026-04-30T12:45:00","slug":"gelungen-langzeitforschung-untersucht-tropische-hochgebirgs-oekosysteme","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=19969","title":{"rendered":"Gelungen: Langzeitforschung untersucht tropische Hochgebirgs-\u00d6kosysteme"},"content":{"rendered":"<p>Auf 30 Jahre \u00d6kosystemforschung in den Anden kann die Philipps-Universit\u00e4t inzwischen zur\u00fcckblicken. Die Marburger Forschung zeigt Wege in eine resiliente Zukunft. <!--more--><br \/>\nWie reagieren tropische Hochgebirgs\u00f6kosysteme auf den globalen Wandel &#8211; und was bedeutet das f\u00fcr ihre Zukunft? Seit drei Jahrzehnten liefert ein internationales Forschungsprogramm im S\u00fcden Ecuadors entscheidende Antworten. Unter Marburger Leitung seit 2006 r\u00fccken nun verst\u00e4rkt die offenen Fragen in den Fokus: Wie belastbar sind diese Systeme angesichts zunehmender Klimaextreme &#8211; und welche Strategien sichern ihre Resilienz langfristig?<br \/>\nTropische Bergw\u00e4lder der Anden spielen eine wesentliche Rolle im globalen Wasser- und Kohlenstoffkreislauf sowie f\u00fcr den Erhalt der Biodiversit\u00e4t. Gleichzeitig werden diese Funktionen zunehmend durch Klima- und Landnutzungswandel bedroht. Lange Zeit war jedoch weitgehend unbekannt, wie resilient diese \u00d6kosysteme gegen\u00fcber Umweltver\u00e4nderungen sind. Dieses Wissen ist essenziell, um fundierte Anpassungsstrategien entwickeln und umsetzen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nVor diesem Hintergrund widmet sich ein seit 30 Jahren bestehendes Forschungsprogramm im S\u00fcden Ecuadors der Frage, wie \u00d6kosysteme in diesem Biodiversit\u00e4tshotspot auf Umweltwandel reagieren. Die Forschung wird im Rahmen interdisziplin\u00e4rer Verbundprojekte kontinuierlich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gef\u00f6rdert. Seit 2006 geschieht das unter Leitung der Philipps-Universit\u00e4t Marburg mit Prof. Dr. Nina Farwig und Prof. Dr. J\u00f6rg Bendix. Vor Ort ist eine weltweit einzigartige Forschungsinfrastruktur f\u00fcr tropische Hochgebirge mit Forschungsstationen, Kronenraumt\u00fcrmen und einem &#8211; f\u00fcr S\u00fcdamerika einmaligen &#8211; Wetterradarnetz entstanden.<br \/>\nIm M\u00e4rz 2026 wurde das 30-j\u00e4hrige Jubil\u00e4um mit einer Festveranstaltung an der Technischen Universit\u00e4t Loja (S\u00fcd-Ecuador) gefeiert. Teilgenommen haben eine DFG-Delegation aus Mitgliedern der Gesch\u00e4ftsstelle in Bonn (Senat und Fachkollegium), Vertreterinnen der DFG in S\u00fcdamerika (S\u00e3o Paulo) sowie der deutsche Botschafter in Ecuador. Auch die Rektor*innen der langj\u00e4hrig kooperierenden Universit\u00e4ten in Loja (UTPL, UNL) und Cuenca nahmen teil und w\u00fcrdigten die Zusammenarbeit in ihren Gru\u00dfworten. Vor Ort verschafften sich die G\u00e4ste zudem einen Eindruck von der aufgebauten Forschungsinfrastruktur.<br \/>\nDie Ergebnisse aus 30 Jahren Grundlagenforschung sind eindrucksvoll: Mehr als 700 wissenschaftliche Publikationen sowie einzigartige Langzeitdatenreihen in einer Datenbank dokumentieren wichtige Erkenntnisse zur Resilienz dieser \u00d6kosysteme. &#8222;Ein herausragender Erfolg ist zudem die Ausbildung einer neuen Generation interdisziplin\u00e4r qualifizierter Nachwuchswissenschaftler*innen in der integrativen Biodiversit\u00e4tsforschung&#8220;, betonte die Marburger Naturschutzbiologin, Prof. Dr. Nina Farwig. Mehr als 400 deutsche und ecuadorianische Forschende aller Karrierestufen wurden im Rahmen des Programms qualifiziert &#8211; einige von ihnen bekleiden heute f\u00fchrende Positionen im Wissenschaftssystem bis hin zum Rektor an Partneruniversit\u00e4ten.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus zeigt sich die Wirkung der Forschung im Transfer in die Anwendung: Die wissenschaftliche Begleitung trug ma\u00dfgeblich zur Einrichtung von drei UNESCO-Biosph\u00e4renreservaten bei. In der aktuellen Phase der Forschungsgruppe RESPECT werden die gewonnenen Erkenntnisse und Daten genutzt, um gemeinsam mit der Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen ein neues biodiversit\u00e4tsinformiertes Landoberfl\u00e4chenmodell zu entwickeln und zu testen. &#8222;Ziel ist es, die Resilienz von Biodiversit\u00e4t, \u00d6kosystemleistungen der Naturw\u00e4lder sowie der eingebetteten Agrarsysteme bei zunehmenden Klimaextremen besser bewerten zu k\u00f6nnen&#8220;, erkl\u00e4rte der Marburger Klimageograph, Prof. Dr. J\u00f6rg Bendix. Erste erfolgreiche Tests konnten den Forschenden um Bendix vergangenes Jahr im Fachmagazin &#8222;Science oft the Total Environment&#8220; publizieren.<br \/>\nGleichzeitig wird deutlich: Trotz erheblicher Fortschritte sind die komplexen \u00d6kosysteme noch l\u00e4ngst nicht vollst\u00e4ndig verstanden. Zuk\u00fcnftige Forschung muss insbesondere bislang vernachl\u00e4ssigte, aber hochrelevante Organismengruppen wie Mikroben st\u00e4rker einbeziehen. Sie beeinflussen ma\u00dfgeblich die Dynamik von Biodiversit\u00e4t und \u00d6kosystemleistungen &#8211; etwa bei der Kohlenstoffbindung oder der Ern\u00e4hrungssicherheit vor Ort &#8211; und reagieren sensibel auf den fortschreitenden Klimawandel. Mit dem Zentrum f\u00fcr Synthetische Mikrobiologie (SYNMIKRO) ist die Philipps-Universit\u00e4t Marburg hervorragend aufgestellt, um genau hier anzusetzen und in den kommenden Jahren neue, wegweisende Erkenntnisse zu liefern.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf 30 Jahre \u00d6kosystemforschung in den Anden kann die Philipps-Universit\u00e4t inzwischen zur\u00fcckblicken. 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