{"id":19782,"date":"2026-03-26T13:45:00","date_gmt":"2026-03-26T12:45:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=19782"},"modified":"2026-03-26T13:45:00","modified_gmt":"2026-03-26T12:45:00","slug":"stress-und-uebertragung-studie-untersucht-wohlbefinden-von-paaren","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=19782","title":{"rendered":"Stress und \u00dcbertragung: Studie untersucht Wohlbefinden von Paaren"},"content":{"rendered":"<p>Das psychische Wohlbefinden von Paaren ist Thema einer gro\u00dfangelegten Studie mit Marburger Beteiligung. Sie untersucht Stress\u00fcbertragung und Trainingswirkung. <!--more--><br \/>\nMehr als jeder dritte Mensch erkrankt j\u00e4hrlich an einer psychischen St\u00f6rung &#8211; mit sp\u00fcrbaren Folgen f\u00fcr Betroffene. Ein entscheidender Ausl\u00f6ser, besonders bei Depressionen, ist Stress, der oft nicht nur individuell entsteht, sondern in sozialen Beziehungen verwurzelt ist. Partnerschaften k\u00f6nnen dabei entlasten &#8211; oder Stress und negative Stimmung verst\u00e4rken. Eine Studie mit Beteiligung der Philipps-Universit\u00e4t Marburg untersucht dieses Zusammenspiel und st\u00e4rkt mit einem Online-Training gezielt die Stressresilienz. Derzeit sucht das Forschungsteam noch Teilnehmende.<br \/>\n&#8222;Depression betrifft nicht nur einzelne Menschen, sondern immer auch ihr soziales Umfeld&#8220;, erkl\u00e4rte Prof. Dr. Nina Alexander, vom Zentrum f\u00fcr Psychische Gesundheit der Philipps-Universit\u00e4t Marburg. &#8222;Partnerschaften k\u00f6nnen eine enorme Ressource sein &#8211; oder ein Verst\u00e4rker von Belastung. Beides wissenschaftlich zu erfassen, ist ein wichtiger Schritt hin zu wirksameren Interventionen.&#8220;<br \/>\nGemeinsam mit Prof. Dr. Philipp Kanske von der Technischen Universit\u00e4t Dresden leitet sie die Studie. &#8222;In Vorstudien haben wir Trainings entwickelt, die auf eine Verbesserung des sozialen Miteinanders und eine Reduzierung von Stress in sozialen Beziehungen abzielen&#8220;, erl\u00e4uterte Kanske. &#8222;Diese zeigen bei Menschen ohne eine psychische Erkrankung gute Effekte. Nun haben wir diese Trainings angepasst f\u00fcr Menschen mit Depression und ihre Partner.&#8220;<br \/>\nDie Studie hat zwei wesentliche Ziele: Sie untersucht, wie Stressereignisse innerhalb von Partnerschaften weiterwirken (&#8222;Stress\u00fcbertragung&#8220;), und pr\u00fcft, ob sich psychisches Wohlbefinden und Stressresilienz durch zwei unterschiedliche Trainingsans\u00e4tze gezielt verbessern lassen. Geplant ist eine gemeinsame Laborerhebung, in der das Stresserleben von Paaren sowie zugrunde liegende neuronale Prozesse untersucht werden, gefolgt von einem achtw\u00f6chigen Online-Training zur St\u00e4rkung von Stressresilienz, mentaler Gesundheit und sozialen Kompetenzen, etwa durch die Reduktion von Stress, eine gesteigerte Klarheit, h\u00f6here Lebenszufriedenheit und eine verbesserte Perspektiv\u00fcbernahme.<br \/>\nJe nach Bedingung nimmt dabei entweder ein*e oder beide Partner*innen teil. Gesucht werden Paare im Alter von 18 bis 65 Jahren &#8211; sowohl mit als auch ohne depressive Vorerkrankung eines Partners. &#8222;Mit ihrer Teilnahme leisten Paare einen wichtigen Beitrag dazu, Depression besser zu verstehen und neue Unterst\u00fctzungsangebote zu entwickeln&#8220;, warb Alexander. &#8222;Gleichzeitig k\u00f6nnen sie selbst von den Trainings profitieren.&#8220;<br \/>\nDas Projekt ist Teil eines weltweit einzigartigen, gro\u00df angelegten Forschungsverbunds zur Untersuchung des Verlaufs affektiver Erkrankungen &#8211;<br \/>\ndes SFB\/TRR 393 &#8222;Trajectories of Affective Disorders: Cognitive-Emotional Mechanisms of Symptom Change&#8220;, der seit Oktober 2024 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gef\u00f6rdert wird. Beteiligt sind die Universit\u00e4ten Marburg, M\u00fcnster, Dresden und Bonn sowie das KIT Karlsruhe. In 24 Teilprojekten untersuchen Forschende, wie affektive St\u00f6rungen &#8211; etwa Depressionen und bipolare Erkrankungen &#8211; entstehen, verlaufen und sich ver\u00e4ndern. Im Zentrum steht die Frage, welche kognitiv-emotionalen und neurobiologischen Mechanismen R\u00fcckf\u00e4lle, Remissionen und langfristige Verl\u00e4ufe beeinflussen. Ziel ist dabei, diese zentralen Einflussfaktoren besser zu verstehen und darauf aufbauend neue, gezielte Therapieans\u00e4tze zu entwickeln, die den Krankheitsverlauf nachhaltig verbessern.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das psychische Wohlbefinden von Paaren ist Thema einer gro\u00dfangelegten Studie mit Marburger Beteiligung. 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