{"id":19749,"date":"2026-03-20T11:45:00","date_gmt":"2026-03-20T10:45:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=19749"},"modified":"2026-03-20T11:45:00","modified_gmt":"2026-03-20T10:45:00","slug":"andauernde-abwehr-neue-strategie-gegen-eichenprozessionsspinner","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=19749","title":{"rendered":"Andauernde Abwehr: Neue Strategie gegen Eichenprozessionsspinner"},"content":{"rendered":"<p>Eine neue Bek\u00e4mpfungsstrategie gegen den Eichenprozessionsspinner hat die Stadt gestartet. Befallene Privatb\u00e4ume k\u00f6nnen ihre Besitzer jetzt der Stadt melden. <!--more--><br \/>\nWei\u00dfe bis graue Gespinste an St\u00e4mmen oder Astgabeln von Eichen deuten auf einen Befall mit dem Eichenprozessionsspinner hin. In Marburg ist die Anzahl befallener B\u00e4ume in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Um den Befall der Raupen mit den gef\u00e4hrlichen Brennhaaren einzud\u00e4mmen, hat die Stadt eine umfassende Bek\u00e4mpfungsstrategie entwickelt.<br \/>\nIm Jahr 2025 waren etwa 350 bis 400 B\u00e4ume in Marburg vom Eichenprozessionsspinner (EPS) befallen. Die Raupen des Nachtfalters bilden feine Brennhaare aus, die bei Menschen und Tieren starken Juckreiz, Hautausschl\u00e4ge, Entz\u00fcndungen und sogar Atemwegsbeschwerden verursachen k\u00f6nnen. Der EPS-Befall birgt nicht nur Gesundheitsrisiken, sondern f\u00fchrt teilweise auch zu eingeschr\u00e4nkter Nutzbarkeit \u00f6ffentlicher Fl\u00e4chen, wie die Sperrung der Bismarckpromenade im Jahr 2025 zeigte.<br \/>\nDas Verkleben und Absaugen der Nester sowie der Einsatz von hei\u00dfem Wasser reichen inzwischen nicht mehr aus, um den Befall langfristig in einem vertretbaren Ma\u00df zu halten. F\u00fcr dieses so genannte &#8222;mechanische Bek\u00e4mpfen&#8220; entstanden im Jahr 2025 Kosten von rund 145.000 Euro &#8211; und diese Kosten d\u00fcrften in den kommenden Jahren deutlich steigen.<br \/>\nDeshalb setzt die Stadt Marburg zus\u00e4tzlich auf die gezielte Verwendung des biologischen Wirkstoffs &#8222;Bacillus thuringiensis&#8220;. Voraussichtlich wird er zwischen Ende M\u00e4rz und Mitte April, zum Zeitpunkt des Eichenaustriebs, von Fachfirmen unter Beachtung aller beh\u00f6rdlichen Auflagen ausgebracht. Das Biozid wirkt gezielt: Die Raupen nehmen es \u00fcber die Nahrung auf, h\u00f6ren auf zu fressen und sterben nach wenigen Tagen &#8211; noch bevor sie die gef\u00e4hrlichen Brennhaare entwickeln. Die Wirksamkeit beschr\u00e4nkt sich auf blattfressende Schmetterlingsraupen. Dieses Vorgehen entspricht den natur- und artenschutzrechtlichen Bestimmungen. Die Stadt setzt das Biozid nur ein, wenn andere Mittel nicht ausreichen &#8211;<br \/>\nund nur bei passendem Wetter. Zul\u00e4ssig ist der Einsatz insbesondere in Siedlungen, Parks, im Umfeld von Schulen und an Verkehrsfl\u00e4chen. Das Mittel ist f\u00fcr Menschen und andere S\u00e4ugetiere ungef\u00e4hrlich.<br \/>\nDennoch werden die behandelten Fl\u00e4chen abgesperrt und mit Hinweisschildern versehen. Es gilt: Betreten verboten, bis der Spritzbelag abgetrocknet ist. Das ben\u00f6tigt in der Regel mehrere Stunden.<br \/>\nWo Biozide nicht eingesetzt werden k\u00f6nnen oder es schnell gehen muss, weil Menschen gef\u00e4hrdet sind, l\u00e4sst die Stadt die Nester weiterhin absaugen. Zus\u00e4tzlich werden vorsorglich d\u00fcnne \u00c4ste am \u00e4u\u00dferen Rand der Baumkrone zur\u00fcckgeschnitten, um die dort abgelegten Eier schon im Fr\u00fchjahr zu entfernen.<br \/>\nLangfristig will die Stadt daf\u00fcr sorgen, dass nat\u00fcrliche Feinde der Raupen sich st\u00e4rker ausbreiten. So kann sich das Gleichgewicht in der Natur stabilisieren; und der Befall wird seltener. Vor allem Meisen fressen die jungen Raupen, die noch keine Brennhaare besitzen, und verf\u00fcttern diese an ihre Jungtiere.<br \/>\nFlederm\u00e4use jagen die erwachsenen Falter. Deshalb hat die Stadt bereits im Fr\u00fchjahr 2026 insgesamt 280 Nistk\u00e4sten f\u00fcr Flederm\u00e4use und Meisen an 56 Standorten wie etwa an Spielpl\u00e4tzen, Kinderg\u00e4rten und Schulen oder angrenzenden st\u00e4dtischen Fl\u00e4chen angebracht. Um die B\u00e4ume zu sch\u00fctzen, haben Fachfirmen die K\u00e4sten mit speziellen gr\u00fcnen Holzkl\u00f6tzchen befestigt, damit die B\u00fcgel zum Aufh\u00e4ngen nicht in die Baumrinde einwachsen.<br \/>\nPrivateigent\u00fcmer*innen von Eichenb\u00e4umen, die bereits vom EPS befallen waren, haben unter bestimmten Voraussetzungen die M\u00f6glichkeit, ihre B\u00e4ume ebenfalls mit Bacillus thuringiensis behandeln zu lassen. Betroffene werden gebeten, sich \u00fcber das Kontaktformular des Fachdienstes Stadtgr\u00fcn, Friedh\u00f6fe und Gr\u00fcnservice unter <a href=\"http:\/\/www.marburg.de\/eps\">www.marburg.de\/eps<\/a> zu melden. Die Kosten f\u00fcr eine Behandlung tragen die Eigent\u00fcmerinnen und eigent\u00fcmer. Dort finden sich auch weitere Informationen zum Eichenprozessionsspinner und zum richtigen Verhalten bei einem Befall.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine neue Bek\u00e4mpfungsstrategie gegen den Eichenprozessionsspinner hat die Stadt gestartet. Befallene Privatb\u00e4ume k\u00f6nnen ihre Besitzer jetzt der Stadt melden.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[4],"tags":[7429,2542,7430],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-58x","jetpack-related-posts":[{"id":20191,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=20191","url_meta":{"origin":19749,"position":0},"title":"Eichenprozessionsspinner: Stadt ruft zu Vorsicht auf","date":"19. Juni 2026","format":false,"excerpt":"Einen vermehrten Befall durch den Eichenprozessionsspinner hat die Stadt Marburg am Freitag (19. Juni) gemeldet. Darum ruft sie zur Vorsicht auf. 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