{"id":19145,"date":"2025-12-03T15:29:17","date_gmt":"2025-12-03T14:29:17","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=19145"},"modified":"2025-12-03T15:29:17","modified_gmt":"2025-12-03T14:29:17","slug":"geforscht-ohne-glueckshormon-wirkt-ecstasy-nicht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=19145","title":{"rendered":"Geforscht: Ohne Gl\u00fcckshormon wirkt Ecstasy nicht"},"content":{"rendered":"<p>Ohne &#8222;Gl\u00fcckshormon&#8220; gibt es keine Ecstasy-Wirkung. Das hat eine neue Marburger Studie gezeigt. <!--more--><br \/>\nDie Partydroge &#8222;Ecstasy&#8220; (MDMA) wirkt nur, wenn im Gehirn ausreichend Serotonin vorhanden ist &#8211; fehlt der Botenstoff, bleibt die Droge nahezu wirkungslos. Das zeigt eine neue Studie eines Marburger Forschungsteams um den Biopsychologen und Verhaltensneurowissenschaftler Prof. Dr. Markus W\u00f6hr.<br \/>\nBesonders \u00fcberraschend ist: Selbst die typischen Aktivit\u00e4tssteigerungen blieben bei Ratten ohne Serotonin im Gehirn vollst\u00e4ndig aus, obwohl MDMA auch die Verf\u00fcgbarkeit von Dopamin f\u00f6rdert &#8211; einen Botenstoff, der klassisch mit Bewegungsdrang und Antrieb in Verbindung gebracht wird.<br \/>\n&#8222;Die Effekte h\u00e4ngen praktisch komplett vom Serotonin ab&#8220;, sagte Studienleiterin Tianhua Wang. &#8222;Ohne Serotonin kommt es nicht zum Anstieg der Bewegungsaktivit\u00e4t &#8211; manche Ratten schienen sogar einzuschlafen, und das in Reaktion auf ein Psychostimulans wie Ecstasy.&#8220;<br \/>\nDie Forschenden berichten \u00fcber ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins &#8222;British Journal of Pharmacology&#8220;. Ihre Ergebnisse r\u00fccken Serotonin st\u00e4rker in den Fokus der MDMA-Forschung &#8211; sowohl f\u00fcr die Grundlagenwissenschaft als auch f\u00fcr klinische Anwendungen. MDMA wird derzeit in Studien als potenzieller Wirkverst\u00e4rker in der Psychotherapie, etwa bei Posttraumatischer Belastungsst\u00f6rung, untersucht.<br \/>\nDie neue Arbeit legt nahe, dass die Wirksamkeit solcher Ans\u00e4tze entscheidend davon abh\u00e4ngen k\u00f6nnte, wie gut das Serotoninsystem eines Individuums funktioniert. Auch f\u00fcr die Suchtforschung ergeben sich neue Perspektiven: W\u00e4hrend man bisher davon ausging, dass vor allem Dopamin den durch MDMA ausgel\u00f6sten Bewegungsdrang verursacht, zeigen die Marburger Daten, dass Serotonin daf\u00fcr unverzichtbar ist &#8211; und damit eine zentrale Rolle f\u00fcr die typischen Aktivierungs- und Stimmungseffekte der Droge spielt.<br \/>\nF\u00fcr die Studie untersuchten die Forschenden das Verhalten von Ratten, denen aufgrund eines genetischen Defekts der Botenstoff Serotonin vollst\u00e4ndig oder teilweise fehlt. Die Tiere erhielten MDMA und wurden anschlie\u00dfend in spezialisierten Testumgebungen beobachtet: Gemessen wurden sowohl Bewegungsaktivit\u00e4t als auch das Auftreten sogenannter &#8222;50-Kilohertz-Ultraschallvokalisationen&#8220;, die als Lachen der Ratte interpretiert werden und als Indikator f\u00fcr positive Stimmung gelten.<br \/>\nDas klare Ergebnis war: W\u00e4hrend normale Tiere nach MDMA-Gabe stark aktiv wurden und zahlreiche &#8222;Freude-Laute&#8220; \u00e4u\u00dferten, zeigten Ratten ohne Serotonin im Gehirn weder Aktivierung noch Anzeichen einer euphorie\u00e4hnlichen Reaktion. Die Erkenntnisse helfen dabei, die Wirkmechanismen von MDMA pr\u00e4ziser zu verstehen &#8211; eine wichtige Grundlage, um sowohl therapeutische Anwendungen als auch Risiken des Wirkstoffs k\u00fcnftig besser einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ohne &#8222;Gl\u00fcckshormon&#8220; gibt es keine Ecstasy-Wirkung. 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