{"id":19129,"date":"2025-12-01T18:58:48","date_gmt":"2025-12-01T17:58:48","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=19129"},"modified":"2025-12-01T18:58:48","modified_gmt":"2025-12-01T17:58:48","slug":"freiraum-fuers-forschen-richtfest-beim-hochsicherheitslabor-auf-den-lahnbergen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=19129","title":{"rendered":"Freiraum f\u00fcrs Forschen: Richtfest beim Hochsicherheitslabor auf den Lahnbergen"},"content":{"rendered":"<p>An der Philipps-Universit\u00e4t nimmt derzeit ein besonderes Geb\u00e4ude Form an. Mit dem Forschungsneubau f\u00fcr das Hochsicherheitslabor des &#8222;Marburg Centre for Epidemic Preparedness&#8220; (MCEP) entsteht am Campus Lahnberge ein Labor der h\u00f6chsten Sicherheitsklasse. <!--more--><br \/>\nDer Neubau wird ein bestehendes Hochsicherheitslabor vor Ort erg\u00e4nzen und soll der weiteren Erforschung lebensbedrohlicher Erreger dienen, um auf zuk\u00fcnftige Ausbr\u00fcche noch besser vorbereitet zu sein. Am Montag (1. Dezember) wurde das Richtfest f\u00fcr den Laborneubau gefeiert. &#8222;Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, wie schnell sich in einer globalisierten Welt hochgef\u00e4hrliche Krankheitserreger ausbreiten k\u00f6nnen&#8220;, erkl\u00e4rte Finanzminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz. &#8222;Nicht nur deshalb ist es absolut sinnvoll, dass das Land gemeinsam mit dem Bund in ihre Erforschung investiert.&#8220;<br \/>\nHessen steuert rund 26 Millionen Euro aus dem Hochschulbauprogramm &#8222;HEUREKA&#8220; zu den Gesamtkosten des Hochsicherheitslabors von mehr als 50 Millionen Euro f\u00fcr Bau und Erstausstattung bei. &#8222;Knapp 60.000 Euro kostet der Quadratmeter Nutzfl\u00e4che, was die hohe technische Komplexit\u00e4t des Neubaus widerspiegelt&#8220;, erl\u00e4uterte Lorz. &#8222;Er erm\u00f6glicht zudem die Verst\u00e4rkung der Spitzenforschung im Fachbereich Virologie, denn die Kapazit\u00e4ten des bestehenden Hochsicherheitslabors sind ersch\u00f6pft, und das Geb\u00e4ude ist in die Jahre gekommen.&#8220;<br \/>\nWissenschaftsminister Timon Gremmels erkl\u00e4rte: &#8222;Der beeindruckende Rohbau des neuen Forschungsgeb\u00e4udes zeigt bereits deutlich, welche Bedeutung dieses Projekt f\u00fcr die Zukunft der Gesundheitsforschung in Hessen haben wird. Das Vorhaben ist ein entscheidender Meilenstein f\u00fcr die Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Landschaft und ein klares Bekenntnis zur St\u00e4rkung der Forschung in Hessen. Die Philipps-Universit\u00e4t Marburg darf sich auf einen Neubau mit modernster technischer Ausstattung und h\u00f6chster Funktionalit\u00e4t freuen. Die herausragenden Leistungen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler &#8211; nicht nur in der Virologie &#8211; haben ma\u00dfgeblich dazu beigetragen, die begehrte Bundesf\u00f6rderung zu erhalten. Denn gef\u00f6rdert werden ausschlie\u00dflich Vorhaben von besonderer wissenschaftlicher Qualit\u00e4t und \u00fcberregionaler Bedeutung.&#8220;<br \/>\nMit den neuen Laborfl\u00e4chen erhalten die Forscherinnen und Forscher des Instituts f\u00fcr Virologie auch k\u00fcnftig optimale Bedingungen auf internationalem Spitzenniveau. Die Marburger Virologie ist bereits heute bundesweit f\u00fchrend. Dank des neuen BSL-4-Laborgeb\u00e4udes wird die Universit\u00e4t ihr langfristig exzellente Forschung erm\u00f6glichen.<br \/>\n&#8222;Marburg ist ein zentraler Standort in Deutschland f\u00fcr Forschung an hochpathogenen Viren&#8220;, betonte Universit\u00e4tspr\u00e4sident Prof. Dr. Thomas Nauss. &#8222;Als einzige Universit\u00e4t in Deutschland mit einem Hochsicherheitslabor erforschen wir hier die gef\u00e4hrlichsten Viren, um Menschenleben zu retten. Deshalb ist die Marburger Virologie gemeinsam mit der medizinischen Mikrobiologie auch federf\u00fchrend am European Vaccines Hub (EVH), einem europaweiten Projekt zur Pandemie-Readiness, beteiligt.&#8220;<br \/>\nPetra Zellner vom Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) sagte: &#8222;Erneut realisieren wir am Standort Marburg gemeinsam mit der Universit\u00e4t ein Hochsicherheitslabor der Schutzstufe 4 &#8211; ein Projekt, das besondere Anforderungen an Sicherheit und Technik stellt. Im Zentrum steht ein hermetisch abgeschlossener, virenundurchl\u00e4ssiger Containment-Bereich &#8211; ein ,Haus im Haus&#8216;. Hier forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Schutzanz\u00fcgen, umgeben von redundanten Systemen, die auch im Havariefall zuverl\u00e4ssig funktionieren. Jeder Aspekt der Architektur und Technik ist darauf ausgerichtet, Schutz f\u00fcr Mensch und Umwelt zu bieten &#8211; und schafft damit beste Voraussetzungen f\u00fcr die Marburger Virenforschung auf h\u00f6chstem Niveau.&#8220;<br \/>\nDer Neubau ist als freistehendes Geb\u00e4ude geplant, das in sich eigenst\u00e4ndig funktioniert und direkt an das bestehende Hochsicherheitslabor \u00fcber einen dreigeschossigen Verbindungsbau angeschlossen ist. Das Dach sowie die Ost-<br \/>\nund S\u00fcd-Fassade werden mit Photovoltaik-Modulen ausgestattet. Damit kann voraussichtlich ein Viertel des zuk\u00fcnftigen j\u00e4hrlichen Strombedarfs gedeckt werden.<br \/>\nDas Geb\u00e4ude wird die Anforderungen der h\u00f6chsten Sicherheitsstufe &#8222;BSL-4&#8220; erf\u00fcllen. &#8222;BSL&#8220; ist die Abk\u00fcrzung f\u00fcr &#8222;biologische Schutzstufe&#8220; &#8211; oder auf Englisch &#8222;biosafety level)&#8220; &#8211; Er folgt dem Prinzip der &#8222;Haus-im-Haus&#8220;-Bauweise: Innerhalb des Geb\u00e4udes wird ein vollst\u00e4ndig abgeschlossener, hochsicherer Laborbereich errichtet, der physisch und technisch vom Rest des Geb\u00e4udes getrennt ist.<br \/>\nDer gesamte Laborbereich wird zudem permanent unter Unterdruck gehalten, sodass im Falle einer Undichtigkeit Luft von au\u00dfen nach innen gesogen wird, nicht umgekehrt. So wird verhindert, dass kontaminierte Luft nach au\u00dfen entweicht. Alle kritischen Systeme wie Strom, L\u00fcftung und Sicherheit sind zudem \u00fcberz\u00e4hlig ausgelegt, um Ausf\u00e4lle zu vermeiden.<br \/>\n2027 soll der Neubau planm\u00e4\u00dfig in Betrieb gehen und damit genau 60 Jahre nach der <a href=\"http:\/\/marburg.news\/?p=19084\">Entdeckung des Marburg-Virus<\/a> und 500 Jahre nach der Gr\u00fcndung der Philipps-Universit\u00e4t. Das bestehende Hochsicherheitslabor war das erste biomedizinische Labor in Deutschland, das in der h\u00f6chsten Sicherheitsstufe &#8222;BSL-4&#8220; zugelassen wurde, und das bislang einzige, das von einer Universit\u00e4t betrieben wird. Nach Inbetriebnahme des Neubaus ist seitens der Universit\u00e4t eine Sanierung angestrebt.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An der Philipps-Universit\u00e4t nimmt derzeit ein besonderes Geb\u00e4ude Form an. Mit dem Forschungsneubau f\u00fcr das Hochsicherheitslabor des &#8222;Marburg Centre for Epidemic Preparedness&#8220; (MCEP) entsteht am Campus Lahnberge ein Labor der h\u00f6chsten Sicherheitsklasse.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[5],"tags":[183,969,656],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-4Yx","jetpack-related-posts":[{"id":7330,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=7330","url_meta":{"origin":19129,"position":0},"title":"Zum Gesundheitsschutz: Neues Hochsicherheitslabor auf den Lahnbergen","date":"3. 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Der weltweite Ausbruch des Coronavirus COVID-19 scheint im Strom nachfolgender Ereignisse zu verblassen. Das wird aber nicht\u2026","rel":"","context":"In &quot;Bildung&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":6011,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=6011","url_meta":{"origin":19129,"position":3},"title":"Weiterer Neubau: Auch die Anatomie zieht auf die Lahnberge","date":"16. November 2020","format":false,"excerpt":"Das Institut f\u00fcr Anatomie und Zellbiologie erh\u00e4lt ein neues Geb\u00e4ude auf dem Campus Lahnberge. Es l\u00f6st die alte Anatomie in der Innenstadt ab. Der Neubau f\u00fcr die Anatomie nimmt Form an. Der Rohbau ist weitgehend fertiggestellt. Das f\u00fcr den Herbst geplante Richtfest muss aber wegen der Corona-Pandemie ausfallen. 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