{"id":19095,"date":"2025-11-24T15:33:26","date_gmt":"2025-11-24T14:33:26","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=19095"},"modified":"2025-11-24T15:33:26","modified_gmt":"2025-11-24T14:33:26","slug":"konflikt-konvertieren-polarisierung-produktiv-nutzen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=19095","title":{"rendered":"Konflikt konvertieren: Polarisierung produktiv nutzen"},"content":{"rendered":"<p>Ein EU-Projekt entwickelt Strategien f\u00fcr den Umgang mit Polarisierung an Hochschulen. Sie sollen Konflikte im Seminarraum entsch\u00e4rfen. <!--more--><br \/>\nKonflikte bleiben nicht vor der H\u00f6rsaalt\u00fcr stehen. Kriege wie in der Ukraine oder in Gaza, aber auch soziale Spannungen innerhalb europ\u00e4ischer Gesellschaften f\u00fchren zunehmend zu emotional aufgeladenen Diskussionen im Seminarraum. Lehrende sehen sich mit polarisierenden Meinungen, ideologischen Fronten und biografisch gepr\u00e4gten Perspektiven konfrontiert, die den universit\u00e4ren Lernraum herausfordern. Mit dem neuen Erasmus+-Kooperationsprojekt &#8222;Navigating Conflict in the Classroom: Teaching and Learning in Times of Societal and Political Polarisation&#8220; (NAVINCLASS) reagiert das Zentrum f\u00fcr Konfliktforschung der Philipps-Universit\u00e4t Marburg mit f\u00fcnf europ\u00e4ischen Partnern auf diese Dynamiken &#8211; und m\u00f6chte sie als Ausgangspunkt f\u00fcr neue didaktische Ans\u00e4tze nutzen.<br \/>\n&#8222;Wo unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen, entsteht Lernpotenzial&#8220;, erkl\u00e4rte Uni-Vizepr\u00e4sidentin Prof. Dr. Sabine Pankuweit. &#8222;NAVINCLASS unterst\u00fctzt Lehrende darin, kontroverse Themen nicht zu scheuen, sondern sie bewusst in Lernprozesse einzubeziehen. Das ist ein wichtiger Beitrag zu einer reflektierten und demokratischen Bildungskultur.&#8220;<br \/>\nProf. Dr. Thorsten Bonacker vom Zentrum f\u00fcr Konfliktforschung (ZfK) erg\u00e4nzte: &#8222;Das Projekt ist sehr innovativ: Wir \u00fcbertragen bew\u00e4hrte Methoden aus der Friedens- und Konfliktforschung in den Hochschulkontext.&#8220; Er f\u00fcgte hinzu: &#8222;Statt Konflikte im Seminar zu vermeiden, lernen wir, sie als Lernanlass zu begreifen &#8211; und produktiv damit umzugehen.&#8220;<br \/>\nKonflikte wie der Nahostkonflikt, der Ukrainekrieg oder der B\u00fcrgerkrieg in Syrien sorgen nicht nur f\u00fcr internationale Schlagzeilen &#8211; sie beeinflussen Studierende direkt, etwa durch eigene famili\u00e4re oder politische Bez\u00fcge. Was in Lehrveranstaltungen diskutiert wird, kann schnell emotional, pers\u00f6nlich und kontrovers werden. Polarisierung im Seminarraum ist keine Ausnahme mehr, sondern wird f\u00fcr viele Lehrende zur Realit\u00e4t.<br \/>\nNAVINCLASS-Koordinator Dr. St\u00e9phane Voell betonte: &#8222;Wir erleben in vielen Seminaren eine Verh\u00e4rtung von Positionen. Unser Ziel ist es, nicht nur auf Konflikte zu reagieren, sondern Formate zu schaffen, in denen Polarisierung reflektiert, aufgearbeitet und methodisch eingebunden werden kann.&#8220;<br \/>\nNAVINCLASS entwickelt konkrete Werkzeuge, partizipative Konfliktanalysen und simulationsbasierte Workshops. Konflikte im Klassenzimmer werden nicht l\u00e4nger als St\u00f6rung verstanden, sondern als Potenzial f\u00fcr tiefere Lernprozesse. Dabei kooperieren sechs europ\u00e4ische Universit\u00e4ten.<br \/>\nDie Philipps-Universit\u00e4t Marburg hat die Koordination inne. Daneben sind die Universit\u00e4t Coimbra in Portugal, die Babe?-Bolyai-Universit\u00e4t Cluj in Rum\u00e4nien, die P\u00e4pstliche Universit\u00e4t Comillas Madrid in Spanien sowie die Universit\u00e4t Sarajevo und die Universit\u00e4t Mostar in Bosnien und Herzegowina an dem Projekt beteiligt. Neben Marburg, sind drei weitere dieser Universit\u00e4ten auch in der Europ\u00e4ischen Hochschulallianz f\u00fcr Frieden, Gerechtigkeit und inklusive Gesellschaften (EUPeace) organisiert. Die Erkenntnisse aus NAVINCLASS werden auch wichtig f\u00fcr die Lehre in der gesamten Allianz EUPeace werden.<br \/>\nIm Zentrum des Projekts stehen die Entwicklung von praxisnahen Leitlinien, Trainingsmodulen f\u00fcr Lehrende und Workshops mit Studierenden, um Konflikte im H\u00f6rsaal nicht nur zu entsch\u00e4rfen, sondern gezielt f\u00fcr kritisches Denken, Perspektivwechsel und gemeinsame L\u00f6sungsfindung zu nutzen. NAVINCLASS verfolgt dabei einen friedensp\u00e4dagogischen Ansatz, der respektvolle, inklusive Lernr\u00e4ume f\u00f6rdert gerade dort, wo Unterschiede und Spannungen sp\u00fcrbar werden.<br \/>\n&#8222;Gerade weil wir Konflikten nicht ausweichen k\u00f6nnen, brauchen wir Kompetenzen, mit ihnen konstruktiv umzugehen&#8220;, erl\u00e4uterte Bonacker. &#8222;Hochschulen spielen hier eine Schl\u00fcsselrolle &#8211; und NAVINCLASS gibt ihnen das n\u00f6tige Werkzeug an die Hand.&#8220;<br \/>\nNAVINCLASS erh\u00e4lt eine F\u00f6rderung von 400.000 Euro im Rahmen der &#8222;Erasmus+ Cooperation Partnerships&#8220; der Europ\u00e4ischen Union. Das Projekt beginnt am Montag (1. Dezember) mit einer Laufzeit von 3 Jahren. Neben der koordinierenden Philipps-Universit\u00e4t Marburg sind die Universit\u00e4t Coimbra (Portugal), die Babe?-Bolyai-Universit\u00e4t Cluj (Rum\u00e4nien), P\u00e4pstliche Universit\u00e4t Comillas Madrid (Spanien) sowie Universit\u00e4t Sarajevo und Universit\u00e4t Mostar (Bosnien und Herzegowina) am Projekt beteiligt.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein EU-Projekt entwickelt Strategien f\u00fcr den Umgang mit Polarisierung an Hochschulen. 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