{"id":18997,"date":"2025-11-10T13:22:40","date_gmt":"2025-11-10T12:22:40","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=18997"},"modified":"2025-11-10T13:22:40","modified_gmt":"2025-11-10T12:22:40","slug":"fuer-demokratie-besinnungsstunde-zur-pogromnacht-am-9-november","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=18997","title":{"rendered":"F\u00fcr Demokratie: Besinnungsstunde zur Pogromnacht am 9. November"},"content":{"rendered":"<p>Die allj\u00e4hrliche Besinnungsstunde im &#8222;Garten des Gedenkens&#8220; gedachte am Sonntag (9. November) der Pogromnacht des Jahres 1938. &#8222;Nie wieder f\u00e4ngt lange vor den Taten der Verbrecher*innen an&#8220;, erkl\u00e4rte Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies. <!--more--><br \/>\nAm 9. November 1938 brannten in Deutschland Synagogen, wurden Menschen verschleppt, verletzt, angegriffen. Es war der Beginn eines beispiellosen Zivilisationsbruchs. 87 Jahre sp\u00e4ter haben rund 300 Menschen den Opfern der Gr\u00e4ueltaten des Nationalsozialismus an dem Ort gedacht, an dem in Marburg die Synagoge stand.<br \/>\nKerzen und Lampen tauchen den Garten des Gedenkens in ein sanftes Licht. Die Zettelk\u00e4sten am Boden sind gef\u00fcllt mit klaren Botschaften, die hell strahlen. Rundherum sammeln sich Menschen aus Marburg und dem Landkreis, um gemeinsam zu erinnern und zu mahnen. Jedes Jahr laden die Universit\u00e4tsstadt Marburg, die Gesellschaft f\u00fcr Christlich-J\u00fcdische Zusammenarbeit (GCJZ) und die J\u00fcdische Gemeinde gemeinsam ein &#8211; zum Innehalten, zum Erinnern. Aber auch, um die Lehren daraus deutlich zu machen.<br \/>\n&#8222;Erinnern gen\u00fcgt nicht mehr&#8220;, sagte Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies in seiner Rede. Die Pogromnacht 1938 sei der erste sichtbare H\u00f6hepunkt einer Diktatur gewesen, die auf Entmenschlichung und Gewalt beruhte. &#8222;Sie wurde getragen von Menschen, die mitmachten und von Menschen, die einfach nur zuschauten.&#8220;<br \/>\nUnd heute &#8211; 87 Jahre sp\u00e4ter? &#8222;Antisemitismus ist da, in zunehmender Sch\u00e4rfe&#8220;, bemerkte Das Stadtoberhaupt. &#8222;J\u00fcdinnen und Juden f\u00fchlen sich auf unseren Stra\u00dfen nicht mehr sicher.&#8220;<br \/>\nErinnern hei\u00dfe auch, sich die Parallelen bewusst zu machen: Welche Zeichen darf man nicht \u00fcbersehen? Wie konnte man die Ank\u00fcndigungen nicht ernst nehmen &#8211; damals wie heute?<br \/>\n&#8222;Nie wieder &#8211; das f\u00e4ngt lange vor den Taten der Verbrecher*innen an&#8220;, sagte Spies deutlich. &#8222;Wir dulden nicht, dass die Ratten wieder aus den L\u00f6chern kommen. Wir stehen hier, weil wir das leben wollen: ,Nie wieder&#8216; gilt jetzt, heute und morgen!&#8220;<br \/>\nAuf die Macht der Worte, aus denen Taten folgten, ging auch Sebastian Sack ein. Der katholische Vorsitzende der GCJZ stellte den ersten Satz der Bibel in den Mittelpunkt seiner Rede: &#8222;Im Anfang war das Wort.&#8220; Der Satz m\u00fcsse auch eine Mahnung sein. Er zeige die Wirkmacht von Worten. &#8222;Am Anfang der Gr\u00e4ueltaten war das Wort. Das Wort von ,wir und die&#8216;, wer deutsch sei und wer nicht. Die Rede, was kranke Menschen den Staat kosten.&#8220; Diese Worte h\u00e4tten sich mehr und mehr breit gemacht &#8211; an den Stammtischen, auf den Stra\u00dfen und zuletzt in den Parlamenten. &#8222;Die Worte \u00f6ffneten T\u00fcr und Tor f\u00fcr die Gewalt. Sie m\u00fcndeten in den Holocaust&#8220;, so Sack. &#8222;Wir stehen heute an einem Scheideweg. Wir als Gesellschaft haben es in der Hand, ob Worte sagbar sind.&#8220;<br \/>\nSie w\u00fcrden schon wieder in Parlamenten gesagt. Deshalb solle sich jede selbst fragen: &#8222;Wo bin ich, wenn in meinem Umfeld jemand einen ,Judenwitz&#8216; macht? Wenn von richtigen und falschen Gefl\u00fcchteten gesprochen wird?&#8220;<br \/>\nThorsten Schmermund von der J\u00fcdischen Gemeinde bereichert das Gedenken traditionell mit den Gebeten &#8222;El male rachamim&#8220; und &#8222;Kaddisch&#8220; auf Hebr\u00e4isch und Deutsch. Der Musikleistungskurs der Martin-Luther-Schule rahmt mit den passenden Kl\u00e4ngen in der eindr\u00fccklichen Stille der Veranstaltung. Und die Marburger Kulturszene brachte sich ein mit eindr\u00fccklichen Texten und Gedanken in den beleuchteten Zettelk\u00e4sten. Dort ist etwa das Unverst\u00e4ndnis zu lesen: &#8222;Was sind das f\u00fcr Zeiten, in denen Solidarit\u00e4t leiser wird und Hass lauter?&#8220;<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die allj\u00e4hrliche Besinnungsstunde im &#8222;Garten des Gedenkens&#8220; gedachte am Sonntag (9. 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