{"id":18978,"date":"2025-11-06T14:45:00","date_gmt":"2025-11-06T13:45:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=18978"},"modified":"2025-11-06T14:45:00","modified_gmt":"2025-11-06T13:45:00","slug":"membran-im-mittelpunkt-10-millionen-euro-fuer-forschungsverbund","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=18978","title":{"rendered":"Membran im Mittelpunkt: 10 Millionen Euro f\u00fcr Forschungsverbund"},"content":{"rendered":"<p>Marburger Forschung durchbricht Zellbarrieren. Der Forschungsverbund erh\u00e4lt 10 Millionen Euro f\u00fcr sein radikal neues Wirkstoff-Transportkonzept. <!--more--><br \/>\nEin Team f\u00fchrender Wissenschaftler*innen an vier europ\u00e4ischen Universit\u00e4ten &#8211; darunter die Philipps-Universit\u00e4t &#8211; hat vom Europ\u00e4ischen Forschungsrat (ERC) einen renommierten &#8222;Synergy Grant&#8220; in H\u00f6he von rund 10 Millionen Euro erhalten. Das Projekt&#8220;Covalent Chaotropic Membrane Transport for Biotherapeutic Delivery&#8220; (CARAMEL) will eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen der modernen Medizin l\u00f6sen: Dabei handelt es sich um den gezielten Transport bioaktiver Molek\u00fcle in Zellen. Neben Prof. Dr. Javier Montenegro von der Universit\u00e4t Santiago de Compostela in Spanien, Prof. Dr. Werner Nau von der Constructor University Bremen, Prof. Paola Luciani von der Universit\u00e4t Bern in der Schweiz ist der Biochemiker Prof. Dr. Oliver Hantschel vom Fachbereich Medizin der Philipps-Universit\u00e4t Marburg einer der vier Hauptforschenden des Verbunds.<br \/>\nVielversprechende biotherapeutische Molek\u00fcle &#8211; darunter moderne Krebsmedikamente &#8211; scheitern h\u00e4ufig daran, dass sie die sch\u00fctzende Zellmembran nicht \u00fcberwinden k\u00f6nnen. Das CARAMEL-Team verfolgt deshalb eine v\u00f6llig neue Strategie: Es ersetzt klassische Transportmechanismen durch sogenannte chaotrope Borcluster, die die Membranbarriere auf unkonventionelle Weise durchdringen.<br \/>\n&#8222;Unser Ansatz stellt alle bisherigen Annahmen dar\u00fcber in Frage, wie ein molekularer Transporter aussehen und funktionieren sollte&#8220;, erkl\u00e4rte Hantschel. &#8222;Wenn wir erfolgreich sind, k\u00f6nnten wir neue Wege f\u00fcr die zielgerichtete Krebstherapie er\u00f6ffnen.&#8220;<br \/>\nDie Forschenden wollen ein grundlegend neues Prinzip des Membrantransports etablieren und seine therapeutische Anwendbarkeit belegen. Das w\u00e4re ein Durchbruch, der langfristig v\u00f6llig neue Klassen von Medikamenten erm\u00f6glichen k\u00f6nnte. &#8222;Diese F\u00f6rderung zeigt eindrucksvoll, dass Marburger Forschung im internationalen Spitzenfeld agiert&#8220;, betonte Uni-Vizepr\u00e4sident Prof. Dr. Gert Bange. &#8222;Mit Projekten wie CARAMEL leisten unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht nur Pionierarbeit in fundamentalen wissenschaftlichen Fragen, sondern schaffen auch die Grundlage f\u00fcr k\u00fcnftige medizinische Innovationen. Der Erfolg von Prof. Hantschel und seinem Team unterstreicht die hohe Qualit\u00e4t und interdisziplin\u00e4re St\u00e4rke unserer Universit\u00e4t und ihrer internationalen Netzwerke.&#8220;<br \/>\nDie Arbeitsgruppe von Hantschel untersucht am Fachbereich Medizin der Philipps-Universit\u00e4t Marburg die molekularen Mechanismen der Krebsentstehung, um innovative therapeutische Ans\u00e4tze zu entwickeln. Er ist international ausgewiesener Experte: \u00dcber 80 wissenschaftliche Publikationen in f\u00fchrenden Fachjournalen, ein ERC Consolidator Grant und mehr als 5 Millionen Euro eingeworbene Drittmittel belegen seine wissenschaftliche Exzellenz.<br \/>\nDie Tumorbiologie z\u00e4hlt zu den profilbildenden Forschungsschwerpunkten der Philipps-Universit\u00e4t Marburg. Forschende aus Medizin, Biochemie und Chemie arbeiten hier eng zusammen, um Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen zu verbessern. Gemeinsam mit dem &#8222;University Cancer Center Frankfurt-Marburg&#8220; geh\u00f6rt Marburg zu den &#8211; von der Deutschen Krebshilfe gef\u00f6rderten &#8211; Onkologischen Spitzenzentren Deutschlands.<br \/>\nDie Synergy Grants des Europ\u00e4ischen Forschungsrats geh\u00f6ren zu den prestigetr\u00e4chtigsten F\u00f6rderformaten Europas. Sie unterst\u00fctzen Gruppen von zwei bis vierherausragenden Forschenden, die gemeinsam ambitionierte, hochrisikoreiche Projekte umsetzen, die allein nicht zu bew\u00e4ltigen w\u00e4ren. Die F\u00f6rderung kann bis zu 10 Millionen Euro \u00fcber sechs Jahre betragen und soll bahnbrechende wissenschaftliche Durchbr\u00fcche erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marburger Forschung durchbricht Zellbarrieren. 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