{"id":18801,"date":"2025-10-07T16:10:00","date_gmt":"2025-10-07T14:10:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=18801"},"modified":"2025-10-07T16:10:00","modified_gmt":"2025-10-07T14:10:00","slug":"komplette-korrektur-symposium-zur-verabschiedung-von-roland-lill","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=18801","title":{"rendered":"Komplette Korrektur: Symposium zur Verabschiedung von Roland Lill"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Die Zellkraftwerke &#8211; Mitochondrien &#8211; und deren Beziehung zu Metallen in der Diskussion der Forschungsgemeinde&#8220; sind Thema eines internationalen Symposiums zur Verabschiedung des renommierten Zellbiologen Roland Lill. Stattfinden wird es am Freitag (10. Oktober). <!--more--><br \/>\nDie Philipps-Universit\u00e4t Marburg und der Fachbereich Medizin verabschieden einen ihrer international renommiertesten Forschenden mit einem Forschungssymposium: Prof. Dr. Roland Lill verschrieb seine akademische Karriere der grundlegenden Untersuchung der Zellkraftwerke Mitochondrien und deren Rolle bei Stoffwechselprozessen, insbesondere bei dem von seiner Arbeitsgruppe entdeckten lebenswichtigen Prozess der Eisen-Schwefelprotein-Biogenese. Seine bahnbrechenden Forschungen wurden im Jahr 2003 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit der Vergabe des Leibnizpreises gew\u00fcrdigt.<br \/>\nUnter dem Thema &#8222;Mitochondria Meet Metals&#8220; w\u00fcrdigt die Scientific Community auch das Wirken von Lill als Forscher, Mentor und Hochschullehrer, der seit 1996 an der Philipps-Universit\u00e4t Marburg arbeitet. Auf dem Symposium sprechen renommierte Wegbegleitende und Kooperationspartner*innen von Lill aus Deutschland, Frankreich, Polen, Tschechien und den Vereinigten Staaten von Amerika (USA). Dazu werden rund 100 G\u00e4ste erwartet.<br \/>\nIm Anschluss daran wird Lill von Dekan Prof. Dr. Michael Hertl vom Fachbereich Medizin f\u00fcr seine Verdienste mit der Euricius-Cordus-Medaille ausgezeichnet. Die Laudatio \u00fcbernimmt Prof. Dennis R. Winge aus Salt Lake City, USA. Abschlie\u00dfend wird Prof. Lill seine Abschiedsvorlesung halten.<br \/>\nDas Symposium &#8222;Mitochondria Meet Metals&#8220; findet am Freitag (10. Oktober) von 12.30 bis 19 Uhr im Vortragssaal der Universit\u00e4tsbibliothek an der Deutschhausstra\u00dfe statt.<br \/>\nLill verschrieb sein Forscherleben dem mechanistischen Verst\u00e4ndnis von molekularen Prozessen in der Zelle. Nach ersten Arbeiten zur Synthese und zum Transport von Proteinen in Bakterien widmete er sich den biochemischen Vorg\u00e4ngen bei der Synthese und Funktion der Mitochondrien in den Zellen. Mitochondrien gelten als Kraftwerke der Zelle, da sie das biochemische Energiemolek\u00fcl ATP herstellen.<br \/>\nBisher ging man davon aus, dass das die lebenswichtigste Funktion der Mitochondrien sei. Lills Arbeitsgruppe entdeckte jedoch 1999 in Marburg einen noch zentraleren Prozess, der aus Eisen und Schwefel &#8211; den sogenannten Eisen-Schwefelcluster &#8211; her und bauen ihn in Proteine ein, damit diese als Elektronentransporter oder Katalysatoren funktionsf\u00e4hig werden. Die Zelle beisitzt rund 80 solcher Eisen-Schwefelproteine, die etwa f\u00fcr die Zellatmung, die Herstellung von Proteinen sowie die Synthese und Reparatur von DNA ben\u00f6tigt werden. Lills Arbeitsgruppe konnte zeigen, dass ohne die Eisen-Schwefelprotein-Biogenese praktisch alle Zellkern-haltigen Organismen nicht lebensf\u00e4hig sind.<br \/>\nIst die Funktion dieses Prozesses beim Menschen nur teilweise, zum Beispiel als Folge von genetischen Mutationen, gehemmt, entstehen neurologische und h\u00e4matologische Erkrankungen wie zum Beispiel die Friedreich Ataxie. Lills biochemische Arbeiten haben vor kurzem zum Verst\u00e4ndnis beigetragen, was bei dieser neurodegenerativen Erkrankung molekular schief l\u00e4uft. Diese Erkenntnisse werden f\u00fcr die Therapieentwicklung bedeutsam sein.<br \/>\n&#8222;Mit seinem au\u00dfergew\u00f6hnlichen wissenschaftlichen Scharfsinn und seiner unersch\u00fctterlichen Neugier hat Roland Lill unser Verst\u00e4ndnis der zellul\u00e4ren Prozesse nachhaltig gepr\u00e4gt&#8220;, w\u00fcrdigte Universit\u00e4tspr\u00e4sident Prof. Dr. Thomas Naussdie au\u00dfergew\u00f6hnliche Karriere von Lill. &#8222;Seine Forschung zur Eisen-Schwefelprotein-Biogenese hat die Biochemie weltweit beeinflusst und Marburg als Standort f\u00fcr Spitzenforschung international sichtbar gemacht. Dar\u00fcber hinaus hat er Generationen von Studierenden und Nachwuchsforschenden mit seiner Leidenschaft f\u00fcr Wissenschaft inspiriert.&#8220;<br \/>\nLill wurde 1955 geboren. Er studierte Chemie in Ulm und M\u00fcnchen, promovierte in Biochemie in M\u00fcnchen und war nach einer zweij\u00e4hrigen Postdoktorandenzeit an der University of California in Los Angeles wissenschaftlicher Assistent am Institut f\u00fcr Physiologische Chemie an der Universit\u00e4t M\u00fcnchen. Seit 1996 ist Lill Professor am Institut f\u00fcr Klinische Zytobiologie und Zytopathologie der Philipps-Universit\u00e4t Marburg.<br \/>\n2003 erhielt er mit dem Leibnizpreis. Das ist die h\u00f6chste Auszeichnung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Sp\u00e4ter folgte der Feldberg-Preis und Preise der deutschen und italienischen Gesellschaften f\u00fcr Chemie. Er war an zahlreichen Forschungsverb\u00fcnden beteiligt und leitete 12 Jahre lang einen Sonderforschungsbereich der DFG zum Thema &#8222;Intrazellul\u00e4re Kompartimentierung&#8220;.<br \/>\nLill war Max-Planck-Fellow des Max-Planck-Instituts f\u00fcr terrestrische Mikrobiologie in Marburg und ist gew\u00e4hltes Mitglied der European Molecular Biology Organisation (EMBO) und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, wo er derzeit auch als Sprecher f\u00fcr die Lebenswissenschaften fungiert. Sein wissenschaftliches Werk umfasst \u00fcber 250 Arbeiten in internationalen Fachzeitschriften. Er war Fachkollegiat und Senator der DFG, und organisierte zahlreiche internationale Konferenzen. Nach dem Erreichen der Altersgrenze sicherten sich Land Hessen und Universit\u00e4t die Expertise von Lill durch eine Gastprofessur.<br \/>\nIm Jahr 2021 zog sein Institut aus der Marburger Innenstadt auf die Lahnberge, was der passionierte Radfahrer als sportliche Herausforderung gern annahm. Auf den Lahnbergen ist sein Institut Teil des Zentrums f\u00fcr synthetische Mikrobiologie (SYNMIKRO), das er 2010 mitgegr\u00fcndet hat. Besonders am Herzen lag Lill auch die akademische Lehre, wof\u00fcr er von den Studierenden mehrere Male mit dem Preis f\u00fcr die beste Lehre ausgezeichnet wurde.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Die Zellkraftwerke &#8211; Mitochondrien &#8211; und deren Beziehung zu Metallen in der Diskussion der Forschungsgemeinde&#8220; sind Thema eines internationalen Symposiums zur Verabschiedung des renommierten Zellbiologen Roland Lill. Stattfinden wird es am Freitag (10. 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