{"id":18561,"date":"2025-08-18T16:45:00","date_gmt":"2025-08-18T14:45:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=18561"},"modified":"2025-08-18T16:45:00","modified_gmt":"2025-08-18T14:45:00","slug":"wegen-faschismus-ausstellung-zeigt-behindertenmorde-in-marburg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=18561","title":{"rendered":"Wegen Faschismus: Ausstellung zeigt Behindertenmorde in Marburg"},"content":{"rendered":"<p>Eine Ausstellung zeigt die Greuel der &#8222;Euthanasie&#8220;&#8220;-Verbrechen. Auch in Marburg wurden w\u00e4hrend des Nationalsozialismus solche Verbrechen begangen. <!--more--><br \/>\nUm Opfer, T\u00e4ter und Abl\u00e4ufe der Patientenmorde w\u00e4hrend des Nationalsozialismus` geht es in einer neuen Ausstellung in der Marburger Stadtmitte. Die Ausstellung ist bis Donnerstag (30. Oktober) im katholischen Begegnungshaus &#8222;KA.RE.&#8220; an der Biegenstra\u00dfe zu sehen. Die Vernissage ist am Freitag (22. August) um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.<br \/>\n&#8222;Diese Ausstellung f\u00fchrt uns vor Augen, was sich in diesem dunklen Kapitel deutscher Geschichte in und um Marburg zugetragen hat&#8220;, betonte Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies. &#8222;Sie dient uns zugleich als Mahnmal: Wir sehen, wo es endet, wenn Hass und Hetze, wenn Unmenschlichkeit und Abwertung von Menschen regieren. Wir sehen, was passiert, wenn Menschen nach ihrer ,N\u00fctzlichkeit&#8216; bewertet und ihre unver\u00e4u\u00dferliche W\u00fcrde mit F\u00fc\u00dfen getreten wird. Wir alle m\u00fcssen Sorge daf\u00fcr tragen, dass das, was seinerzeit mit den Verbrechen der ,Euthanasie&#8216; geschah, nie wieder passieren darf.&#8220;<br \/>\nDas Stadtoberhaupt erg\u00e4nzte: &#8222;Mein besonderer Dank gilt den Ehrenamtlichen, deren tatkr\u00e4ftiges Engagement und deren tiefgehende Recherche diese Ausstellung mit einem Marburger Teil erst m\u00f6glich gemacht haben.&#8220; Die Ausstellung &#8222;Verfolgung behinderter Menschen im Nationalsozialismus&#8220; ist im gro\u00dfen Ausstellungssaal des katholischen Begegnungshauses &#8222;KA.RE.&#8220; in der Biegenstra\u00dfe 18 zu sehen. Sie besteht aus zwei Teilen.<br \/>\nDie Wanderausstellung &#8222;Die nationalsozialistischen ,Euthanasie&#8216;-Morde&#8220; der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) dokumentiert Vorgeschichte, Voraussetzungen und Durchf\u00fchrung der Patientenmorde im Nationalsozialismus. Dabei bezieht sie auch lebensgeschichtliche Skizzen von Opfern ein, die die einzelnen Stationen und Themen der Ausstellung miteinander verbinden. W\u00e4hrend der NS-Zeit wurden Menschen mit psychischen, geistigen und k\u00f6rperlichen Behinderungen systematisch verfolgt und ermordet.<br \/>\nDie Ausstellung ist eine Leihgabe des &#8222;Gedenk- und Informationsortes Tiergartenstra\u00dfe 4&#8220; in Berlin. Die Wanderausstellung der Deutschen Forschungsgemeinschaft wird durch die Berliner Stiftung &#8222;Topographie des Terrors&#8220; betreut. In Marburg wird die Ausstellung auf Initiative der Arbeitsgruppe &#8222;Menschenbild Behinderter Gestern und Heute&#8220; innerhalb des &#8222;Marburger Netzwerks f\u00fcr Demokratie und gegen Rechtsextremismus&#8220; und der Stadt Marburg in Kooperation mit dem katholischen Begegnungshaus &#8222;KA.RE.&#8220; gezeigt.<br \/>\nDabei weist die Ausstellung in Marburg eine Besonderheit auf: Die Arbeitsgruppe (AG) &#8222;Menschenbild Behinderter Gestern und Heute&#8220; im &#8222;Marburger Netzwerk f\u00fcr Demokratie und gegen Rechtsextremismus&#8220; hat Informationen zur lokalen Verfolgungsgeschichte zusammengetragen und erg\u00e4nzt die Ausstellung somit um einen Marburger Teil.<br \/>\nAn mindestens 333 Marburger &#8222;Euthanasie&#8220;-Opfer wird mit der Installation &#8222;Steine gegen das Vergessen&#8220; erinnert. F\u00fcr jedes Opfer wird der Namenszug mit Geburtsdatum und dem Tag der Ermordung in der T\u00f6tungsanstalt Hadamar auf einem Backstein angebracht. Die Station ist mit Unterst\u00fctzung des Lebenshilfewerks Marburg-Biedenkopf entstanden. Zudem wird an die Opfer der NS-Zwangssterilisation erinnert.<br \/>\n&#8222;Mit der Ausstellung zur T\u00f6tung von Menschen mit Behinderung werden Verbrechen sichtbar, die auch hier in Marburg begangen wurden&#8220;, sagte Bernd G\u00f6keler. Der Initiator der AG und Vorsitzende des Netzwerks f\u00fcr Teilhabe und Beratung (NTB) erg\u00e4nzte: &#8222;T\u00e4ter*innen und Opfer waren Marburger*innen, Nachbarn, Vorfahren der heutigen Generation. Das hei\u00dft, Geschichte ist nicht anonym und nicht weit weg.&#8220;<br \/>\nGemeindepfarrer Markus Bl\u00fcmelvon St. Peter und Paul findet es &#8222;wichtig, im \u00f6kumenischen Diskurs mit allen Menschen dieses wichtige Thema auch in heutigen Zusammenh\u00e4ngen zu diskutieren&#8220;. Der Pfarrer ist Teil des Leitungsteams des &#8222;KA.RE.&#8220;. &#8222;In Erinnerung an Bischof von Galen, der 1941 die nationalsozialistischen ,Euthanasie&#8216;-Morde scharf verurteilt hat, m\u00f6chten wir als kirchliches Haus Raum f\u00fcr Gedenken und Erinnerung schaffen&#8220;, erkl\u00e4rte Bl\u00fcmel.<br \/>\nEr\u00f6ffnet wird die Ausstellung am Freitag (22. August) um 19 Uhr mit einer Vernissage. Oberb\u00fcrgermeister Dr. Thomas Spies wird ein Gru\u00dfwort sprechen. Musikalisch begleitet wird die Er\u00f6ffnung von S\u00e4ngerin Latoya Reitzner.<br \/>\nIm Rahmenprogramm der Ausstellung sind verschiedene Veranstaltungen wie Vortr\u00e4ge, Diskussionsrunden und Filmvorf\u00fchrungen geplant. Bei der Ausstellung selbst wurde auf Barrierefreiheit geachtet: Unter anderem sind die Texte der Roll-Ups zum Teil in Leichter und Einfacher Sprache verfasst. Auch gibt es Medienstationen mit Zusammenfassungen der Ausstellungstexte in deutscher Geb\u00e4rdensprache und als Sprachausgabe f\u00fcr Menschen mit Sehbeeintr\u00e4chtigung.<br \/>\nUm gerade junge Menschen anzusprechen, wurde zudem ein &#8222;Peer-Rundgang&#8220; entwickelt. Das ist ein Rundgang f\u00fcr junge Menschen mit Anleitung von Gleichaltrigen. Dabei erschlie\u00dfen sich die Gruppen unter Anleitung der &#8222;Peer Guides&#8220; die Ausstellung zun\u00e4chst selbst und stellen ihre Eindr\u00fccke im Anschluss gegenseitig vor. Wer einen Ausstellungsrundgang buchen m\u00f6chte, meldet sich mit einer E-Mail an: marburgmachtdemokratie@marburg-stadt.de. Mehr Informationen zu der Ausstellung gibt es unter <a href=\"http:\/\/www.marburgmachtmit.de\/eugenik\">www.marburgmachtmit.de\/eugenik<\/a>.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Ausstellung zeigt die Greuel der &#8222;Euthanasie&#8220;&#8220;-Verbrechen. 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