{"id":18466,"date":"2025-07-30T13:33:25","date_gmt":"2025-07-30T11:33:25","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=18466"},"modified":"2025-07-30T13:33:25","modified_gmt":"2025-07-30T11:33:25","slug":"zu-hinterfragen-der-bundestag-im-studiums-check","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=18466","title":{"rendered":"Zu hinterfragen: Der Bundestag im Studiums-Check"},"content":{"rendered":"\n<p>Wer in den Bundestag einziehen m\u00f6chte, sollte ein Studium an der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen absolvieren. Dort haben die meisten Abgeordneten des aktuellen Bundestags ihren Abschluss gemacht. Die Lernplattform Jurafuchs hat die akademischen Laufbahnen aller 630 Mitglieder des 21. Deutschen Bundestags analysiert. An der Philipps-Universit\u00e4t Marburg haben insgesamt 15 Abgeordnete studiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer in den Bundestag will, studiert Jura oder Politikwissenschaften. So lautet jedenfalls das hartn\u00e4ckige Klischee \u00fcber den akademischen Werdegang deutscher Bundestagsabgeordneter. Ohne einen Studienabschluss ist es schwer, in das wichtigste Parlament der Bundesrepublik einzuziehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ob das tats\u00e4chlich auf die Abgeordneten des aktuellen Bundestags zutrifft, hat das f\u00fchrende Lernportal f\u00fcr Jurastudierende und Rechtsreferendare (Jurafuchs) herausgefunden. In der umfassenden Untersuchung wurden die Studieng\u00e4nge und -orte sowie die jeweils h\u00f6chsten Abschl\u00fcsse aller 630 aktuellen Bundestagsabgeordneten ermittelt und miteinander verglichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Demnach waren nur 92 Abgeordnete nie an einer Hochschule oder Universit\u00e4t eingeschrieben, mit 52 Personen ein Gro\u00dfteil davon von der AfD. Der Einzug ins Parlament ist also auch ohne universit\u00e4ren Abschluss machbar, aber deutlich seltener.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Blick auf die gro\u00dfe Mehrheit, die vor dem Einzug ins Parlament studiert hat, ist keine Universit\u00e4t so beliebt wie die M\u00fcnchner Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t: Insgesamt 30 Abgeordnete haben ein Studium an der Universit\u00e4t der bayerischen Landeshauptstadt absolviert, darunter prominente Politiker wie Alexander Dobrindt, Armin Laschet und Anton Hofreiter.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Knapp dahinter landet die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universit\u00e4t Bonn. Sie taucht in den Lebensl\u00e4ufen von insgesamt 29 Abgeordneten auf. Auch Kanzler Friedrich Merz absolvierte ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in der einstigen Bundeshauptstadt und ein Rechtsreferendariat, das er erfolgreich mit dem zweiten Staatsexamen abschloss. <\/p>\n\n\n\n<p>Mit 25 Vertretern\u00a0reiht\u00a0sich die Freie Universit\u00e4t in Berlin auf dem dritten Rang ein. Die Johann-Wolfgang-Goethe-Universit\u00e4t in Frankfurt am Main folgt mit 22 Politikern des aktuellen Bundestags, die an der Universit\u00e4t waren. Besonders beliebt ist die Mainmetropole unter\u00a0Unionsabgeordneten\u00a0und Mitgliedern von B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen mit je sechs Akademikern.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Top F\u00fcnf komplettiert die Westf\u00e4lische Wilhelms-Universit\u00e4t M\u00fcnster, an der insgesamt 20 Abgeordnete studiert haben.&nbsp;Im Hinblick auf die Philipps-Universit\u00e4t Marburg haben insgesamt 15 Abgeordnete an der Marburger Universit\u00e4t studiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige Parlamentarier haben ihre Studienzeit nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland verbracht. Dabei landet die Harvard University vorne, die von f\u00fcnf Abgeordneten besucht wurde. Die prestigetr\u00e4chtige Hochschule ist vor allem unter Medizinern beliebt: Karl Lauterbach und&nbsp;Hendrick&nbsp;Streeck, die einst die Debatte in der Corona-Pandemie pr\u00e4gten, waren Studierende der&nbsp;Medizinfakult\u00e4t&nbsp;der Harvard University.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenfalls f\u00fcnfmal wird&nbsp;die&nbsp;Pariser Sciences Po in den Biografien der Parlamentarier genannt. Die Hochschule, offiziell Institut d\u2019\u00c9tudes Politiques genannt, geh\u00f6rt zu den wichtigsten Institutionen im Bereich Politik, Gesellschaft und internationale Beziehungen. Mit jeweils vier Abgeordneten folgen die University of Oxford sowie die Universit\u00e4t Lausanne in der Schweiz.<\/p>\n\n\n\n<p>Juristinnen und Juristen sind dar\u00fcber hinaus im Bundestag klar in der Mehrheit. Insgesamt 150 Abgeordnete haben Rechtswissenschaften studiert, gefolgt von Politikwissenschaften und der Betriebswirtschaftslehre (92 bzw. 59 Vertreter). 43 Abgeordnete haben ein Studium der Geschichte belegt, h\u00e4ufig im Nebenfach. In der Volkswirtschaftslehre waren insgesamt 32 Bundespolitiker eingeschrieben. <\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt aber auch einige Abgeordnete, die ein Studium im p\u00e4dagogischen Bereich absolviert haben, darunter etwa die Studieng\u00e4nge Lehramt, Soziale Arbeit und P\u00e4dagogik (27- bzw. je achtmal vertreten). MINT-F\u00e4cher wie Informatik, Maschinenbau und Elektrotechnik (neun, acht bzw. sechs Absolventen) stehen ebenfalls im akademischen Lebenslauf einiger Abgeordneter.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Hinblick auf die jeweils h\u00f6chsten Abschl\u00fcsse gehen 108 Politiker mit einem Diplom von der Uni. 104 Abgeordnete haben ihr Studium bzw. das Rechtsreferendariat mit dem zweiten Staatsexamen als h\u00f6chsten Hochschulabschluss erfolgreich absolviert. Bei zehn weiteren ist das Bestehen des ersten Staatsexamens im Lebenslauf zu finden. Dank einer Promotion tragen 97 Abgeordnete den Doktortitel, elf weitere haben habilitiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Oftmals ist der tats\u00e4chliche Abschlussgrad der Bundespolitiker jedoch undurchsichtig: In 51 F\u00e4llen ist dieser nicht im Lebenslauf zu finden. Ehrlich sind immerhin 15 Parlamentarier, die ihr Studium nicht erfolgreich absolviert haben: Unter den Studienabbrechern sind auch bekannte Politiker wie Ricarda Lang, Paul Ziemiak, Saskia Esken oder Omid Nouripour zu finden. Weitere sechs Abgeordnete haben angegeben, dass ihr Studium noch l\u00e4uft oder aktuell ruht. Bei drei weiteren Abgeordneten konnten keine Informationen zur akademischen Laufbahn gefunden werden.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eDas Jura-Studium ist anspruchsvoll, \u00f6ffnet aber viele T\u00fcren. Es zwingt die Studierenden dazu, eine analytische und strukturierte Denkweise zu&nbsp;entwickeln. Aufgrund&nbsp;dieser spezifischen Kompetenzen, die sich die Absolventen aneignen m\u00fcssen, sind Juristen in diversen Bereichen und Unternehmen gefragt \u2013 auch in der Politik\u201d<\/em>, erkl\u00e4rt&nbsp;Jurafuchs-Gr\u00fcnder&nbsp;Dr. Carl-Wendelin Neubert. Er erg\u00e4nzt:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eUnsere Analyse zeigt, dass fast jeder vierte Abgeordnete Rechtswissenschaften studiert hat \u2013 ein bemerkenswerter Befund, der die zentrale Rolle juristischen Denkens in der Demokratie widerspiegelt. Dennoch darf juristische Expertise nie Selbstzweck sein: Politik muss die Lebenswirklichkeit der Menschen im Blick behalten. Die beste Gesetzgebung entsteht, wenn fundiertes Rechtswissen mit sozialer Sensibilit\u00e4t&nbsp;und dem Gesp\u00fcr&nbsp;f\u00fcr gesellschaftliche Gerechtigkeit verbunden wird.&nbsp;Nur&nbsp;so entstehen Gesetze, die nicht nur verfassungskonform, sondern auch menschengerecht sind.\u201d<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul>\n<li>pm: twenty-eight PR agency<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer in den Bundestag einziehen m\u00f6chte, sollte ein Studium an der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen absolvieren. Dort haben die meisten Abgeordneten des aktuellen Bundestags ihren Abschluss gemacht. Die Lernplattform Jurafuchs hat die akademischen Laufbahnen aller 630 Mitglieder des 21. 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