{"id":18161,"date":"2025-06-10T17:15:00","date_gmt":"2025-06-10T15:15:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=18161"},"modified":"2025-06-10T17:15:00","modified_gmt":"2025-06-10T15:15:00","slug":"fuer-bildung-uni-praesidenten-kritisieren-entwurf-zum-hochschulpakt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=18161","title":{"rendered":"F\u00fcr Bildung: Uni-Pr\u00e4sidenten kritisieren Entwurf zum Hochschulpakt"},"content":{"rendered":"<p>Vor einer strukturellen Unterfinanzierung warnen die hessischen Hochschulen. Ausl\u00f6ser ist der Entwurf zum Hessischen Hochschulpakt 2026-2031. <!--more--><br \/>\nDie Planungen der Landesregierung zum Hochschulpakt w\u00fcrden bei den hessischen Hochschulen zu einem Defizit von rund einer Milliarde Euro in den n\u00e4chsten sechs Jahren f\u00fchren und h\u00e4tten einen dauerhaften Abbau von zehn Prozent des Personals in Wissenschaft, Kunst und Verwaltung zur Folge. Die hessischen Hochschulen fordern gezielte Nachbesserungen.<br \/>\nIm Rahmen der Verhandlungen \u00fcber den hessischen Hochschulpakt f\u00fcr die Jahre 2026 bis 2031 stellte der hessische Wissenschaftsminister Timon Gremmels den Hochschulleitungen in der letzten Woche erstmals konkrete Zahlen f\u00fcr das Hochschulbudget vor. Obwohl auf die 14 staatlichen Hochschulen in 2026 dauerhaft wirkende Personalkostensteigerungen von \u00fcber 60 Mio. Euro pro Jahr zukommen, soll beim \u00dcbergang zum neuen Hochschulpakt das Budget f\u00fcr 2026 und 2027 sogar unter das Niveau von 2025 sinken.<br \/>\nAufw\u00fcchse von im Mittel 2,12 Prozent pro Jahr gegen\u00fcber 2025 \u00fcber die gesamte Paktlaufzeit, die ab 2028 nachlaufend vorgesehen sind, erreichen keinen Ausgleich. Selbst wenn k\u00fcnftig Tarifabschl\u00fcsse und Inflation moderat ausfallen, rechnen die Hochschulen \u00fcber die Laufzeit des Hochschulpakts bis Ende 2031 mit einem Finanzierungsdefizit von rund einer Milliarde Euro.<br \/>\nDas entspricht einem j\u00e4hrlichen Defizit von zirka 167 Millionen Euro oder zirka zehn Prozent des Personalbudgets der Hochschulen. Da die Kostensteigerungen sofort wirksam werden, die Mittel vom Land aber erst ab 2028 ansteigen, entsteht eine zeitliche L\u00fccke im partiellen Haushaltsausgleich. Diese Nachlaufeffekte erschweren es einzelnen Hochschulen, ihre Liquidit\u00e4t aus eigener Kraft zu sichern.<br \/>\nDie vorgestellten Ma\u00dfnahmen spiegeln nicht den Koalitionsvertrag der Landesregierung wider. Dort war die Rede von einer &#8222;ausk\u00f6mmlichen und nachhaltigen Finanzierung&#8220; des hessischen Hochschulsystems. Bildung sollte erste Priorit\u00e4t f\u00fcr die Zukunft des Landes haben.<br \/>\n&#8222;Selbst wenn wir ohne Vorbelastung in die neue Paktphase eintreten und vereinfacht von einem kontinuierlich steigenden Budget ausgehen w\u00fcrden, gleicht ein mittlerer Anstieg von 2,12 Prozent pro Jahr die erwarteten Personal- und Sachkostensteigerungen nicht ann\u00e4hernd aus und kann nur als strukturelle K\u00fcrzung betrachtet werden&#8220;, erkl\u00e4rte Prof. Dr. Thomas Nauss. Der Pr\u00e4sident der Philipps-Universit\u00e4t Marburg ist Sprecher der Konferenz Hessischer Universit\u00e4tspr\u00e4sidien (KHU). &#8222;Diese K\u00fcrzung hat Langzeitwirkung: Sie bedroht die Funktionalit\u00e4t der Hochschulen in Forschung, Lehre und Transfer weit \u00fcber 2031 hinaus&#8220;, machte Nauss deutlich.<br \/>\n&#8222;Die strukturelle K\u00fcrzung bedeutet, dass die f\u00fcr Hessen essentiell notwendigen Leistungen zur Disposition stehen&#8220;, erg\u00e4nzte Prof. Dr. Karim Khakzar als Sprecher Hessischen Hochschulen f\u00fcr Angewandte Wissenschaften. &#8222;Die Hochschulen drohen selbst bei einem sofortigen vollst\u00e4ndigen Stellenstopp und damit bei einem v\u00f6llig zuf\u00e4lligen und ungesteuerten Konsolidierungsprozess in strukturelle Defizite zu laufen. Unser Ziel, die Leistungsf\u00e4higkeit des hessischen Hochschulsystems zu erhalten oder zu steigern, ist unter diesen Umst\u00e4nden nicht zu erreichen. Vielmehr ist zu bef\u00fcrchten, dass einzelne Forschungs- oder Lehrbereiche eingestellt und der Personalabbau aktiv vorangetrieben werden m\u00fcssen.&#8220;<br \/>\nProf. Elmar Fulda als Sprecher der Hessischen Kunsthochschulen res\u00fcmierte: &#8222;Eigentlich will die Landesregierung wirtschaftlich durchstarten: Aber wo sollen all die klugen und kreativen K\u00f6pfe herkommen, die man daf\u00fcr ben\u00f6tigt, wenn nicht von den hessischen Hochschulen? Der angek\u00fcndigte Schrumpfungsprozess wird direkte Konsequenzen f\u00fcr Wissenschaft und Kunst haben, f\u00fcr die Lehrkr\u00e4ftebildung ebenso wie f\u00fcr die gesamte Spanne der Fachdisziplinen von Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften \u00fcber die Natur- und Ingenieurswissenschaften bis zu Lebenswissenschaften und Medizin. Fachkr\u00e4ftesicherung sieht anders aus.&#8220;<br \/>\nBereits im Haushaltsjahr 2025 haben die Hochschulen ein Drittel der vom Land angestrebten Einsparsumme erbracht, indem sie Baur\u00fccklagen in H\u00f6he von 475 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung gestellt haben. Die Hochschulen haben dadurch Verantwortung f\u00fcr das Land bewiesen. Sie stehen weiter bereit, mit der Landesregierung nach guten L\u00f6sungen zu suchen, die konjunkturelle Delle zu \u00fcberwinden, ohne das Wissenschaftssystem zu besch\u00e4digen.<br \/>\n&#8222;Die hessischen Hochschulen fordern, die langfristige Funktionalit\u00e4t und Wettbewerbsf\u00e4higkeit des hessischen Hochschulsystems zu erhalten und damit die St\u00e4rke des Wissenschafts- und Kreativstandorts Hessen zu sichern&#8220;, fassten die drei Sprecher zusammen. &#8222;Die hessischen Hochschulen erwarten deutliche Nachbesserungen in der Hochschulpaktplanung sowohl mit Blick auf kostenneutral zu realisierende \u00c4nderungen im Sinne der Hochschulen als auch mit Blick auf gezielte finanzielle Verbesserungen.&#8220; Dazu werden die Leitungen der 14 hessischen Hochschulen dem Wissenschaftsministerium ein Eckpunktepapier \u00fcbergeben.<\/p>\n<p>* pm: Konferenz hessischer Hochschulpr\u00e4sidien, Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einer strukturellen Unterfinanzierung warnen die hessischen Hochschulen. Ausl\u00f6ser ist der Entwurf zum Hessischen Hochschulpakt 2026-2031.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[5,2],"tags":[1776,1846,2584],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-4IV","jetpack-related-posts":[{"id":18385,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=18385","url_meta":{"origin":18161,"position":0},"title":"Unterschrieben: Hessischer Hochschulpakt gef\u00e4hrdet Zukunft der Hochschulen","date":"17. Juli 2025","format":false,"excerpt":"Den Hochschulpakt 2026-2031 haben Land und Hochschulen unterzeichnet. Er bringt gro\u00dfe Herausforderungen f\u00fcr die hessischen Hochschulen bei planbaren Ressourcen. 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