{"id":18006,"date":"2025-05-15T15:45:00","date_gmt":"2025-05-15T13:45:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=18006"},"modified":"2025-05-15T15:45:00","modified_gmt":"2025-05-15T13:45:00","slug":"wissen-zu-wildbienen-rp-expertin-gibt-tipps-zu-persoenlichem-artenschutz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=18006","title":{"rendered":"Wissen zu Wildbienen: RP-Expertin gibt Tipps zu pers\u00f6nlichem Artenschutz"},"content":{"rendered":"<p>Zum &#8222;Weltbienentag&#8220; am Dienstag (20. Mai) geben Artensch\u00fctzer des Regierungspr\u00e4sidiums Gie\u00dfen praktische Tipps, um die lebenswichtige Vielfalt der Insekten zu erhalten. So kann der eigene Garten zum Paradies f\u00fcr Insekten werden. <!--more--><br \/>\nOhne Bienen l\u00e4uft nichts. Ohne sie und die anderen best\u00e4ubenden Insekten wie Hummeln, Wespen, Schwebfliegen, Schmetterlinge und Falter g\u00e4be es kein leckeres Obst und Gem\u00fcse aus dem eigenen Garten und nat\u00fcrlich auch keinen Honig auf dem Fr\u00fchst\u00fccksbr\u00f6tchen. Aber noch wichtiger ist ihre Rolle bei der Nahrungssicherheit.<br \/>\nLaut Welt-Ern\u00e4hrungsorganisation sind circa 75 Prozent der weltweit angebauten Nahrungsmittel von Best\u00e4ubung abh\u00e4ngig. Damit liefern Insekten einen essentiellen Beitrag zur globalen Nahrungsmittelsicherheit. Damit das so bleibt, ist es umso wichtiger, die Tiere zu sch\u00fctzen.<br \/>\nDamit sind nicht nur Honigbienen gemeint, die seit Jahrhunderten vom Menschen gez\u00fcchtet und gehalten werden, &#8222;sondern vor allem alle wilden Bienenarten und ganz besonders jene, die vom Aussterben bedroht sind&#8220;, sagte Artensch\u00fctzerin Lisa K\u00fcchen vom Regierungspr\u00e4sidium (RP) Gie\u00dfen anl\u00e4sslich des Weltbienentags am 20. Mai. Es gibt in Deutschland mehrere hundert Wildbienen-Arten, zu denen auch Hummeln z\u00e4hlen. Die meisten Wildbienen leben solit\u00e4r und sind also Einzelg\u00e4nger und bauen ihre Nestr\u00f6hren entweder oberirdisch in morschem Holz, Steinhaufen, Pflanzenst\u00e4ngeln und Schneckenh\u00e4usern, oder zum gr\u00f6\u00dften Teil unterirdisch in Erdg\u00e4ngen und Sandhaufen.<br \/>\n&#8222;Wir alle k\u00f6nnen jeden Tag und mit einfachen Entscheidungen helfen, die Artenvielfalt zu erhalten&#8220;, betonte K\u00fcchen. Geschehen k\u00f6nne das etwa im Garten oder auf dem Balkon. &#8222;Anstelle von reinen Zierpflanzen, die oft wenig bis keinen Nektar und Pollen bieten, sollten heimische Wildblumen und -geh\u00f6lze gepflanzt werden, die Insekten Schutz und Nahrung bieten&#8220;, riet die Expertin. &#8222;Jede noch so kleine Ecke im Garten oder ein Blumentopf auf der Fensterbank kann mit der richtigen Blumenwahl zum gedeckten Tisch f\u00fcr Insekten werden.&#8220;<br \/>\nK\u00fcchen empfahl, die Pflanzen so zu w\u00e4hlen, dass sie rund ums Jahr Nahrung f\u00fcr Insekten bieten. Daf\u00fcr hat sie auch gleich ein paar Beispiele parat: Weiden, Kornelkirschen, Schwarzdorn oder Blutjohannisbeere sowie alle Zwiebel-Fr\u00fchbl\u00fcher, wie Winterling, Krokus und Schneegl\u00f6ckchen, erfreuen nicht nur die Menschen nach einem langen Winter. Sie stellen wichtige erste Nahrungsquellen dar. Im Anschluss bl\u00fchen Obstgeh\u00f6lze wie Kirsche, Zwetschge, Birne, Apfel, Johannisbeere und Co. Auch vermeintliche &#8222;Unkr\u00e4uter&#8220; wie L\u00f6wenzahn, G\u00fcnsel, Gundermann, Lungenkraut, Nesseln und Ehrenpreis sind wichtig f\u00fcr Insekten.<br \/>\nZum Sommer erfreuen Gem\u00fcsebl\u00fcten, aber auch Brom- und Himbeere, Wicke und Klee sowie alle bl\u00fchenden Kr\u00e4uter. Salbei, Oregano, Thymian, Rosmarin, Pfefferminze, Borretsch, Bohnenkraut und Lavendel sind eine wahre Insektenweide und sollten daher vor der Ernte unbedingt bl\u00fchen gelassen werden. Auch Beinwell, Glockenblume, Holunder und Wildrose werden sehr gern angenommen.<br \/>\nIm sp\u00e4ten Sommer und Herbst wird es f\u00fcr die meisten Best\u00e4uber schwierig, ausreichend Nahrung zu finden. Daher sind sp\u00e4t bl\u00fchende Pflanzen essentiell. Beispiele sind Kapuzinerkresse, Natternkopf, Kornblume, Flockenblume, Resede, Blutweiderich, Wegwarte, Echter Alant, heimischer Eisenhut und Fetthenne. An bl\u00fchendem Efeu k\u00f6nnen sogar bis in den Oktober und November noch hunderte Insekten &#8211; und an den Beeren im Folgejahr viele V\u00f6gel &#8211; beobachtet werden.<br \/>\nNisthilfen oder Insektenhotels k\u00f6nnen ebenso hilfreich sein, aber noch besser und wichtiger sind &#8222;wilde&#8220; Bereiche im Garten, die zahlreichen Arten ein perfektes Zuhause bieten. Dreiviertel aller Wildbienen nisten in der Erde. Sie bevorzugen offene Bodenstellen mit Sand und Lehm, aber es werden mitunter auch sandige Fugen zwischen Pflastersteinen, Ritzen in Trockenmauern und markige Pflanzenst\u00e4ngel wie Brombeeren-Ruten, die man auf circa einen Meter L\u00e4nge k\u00fcrzen und senkrecht aufh\u00e4ngen kann, als Lebensraum und Kinderstube angenommen. &#8222;Seltener M\u00e4hen oder Bereiche stehen lassen, Totholz, Wasserstellen und vor allem ein Verzicht auf Chemie im Garten sind ebenfalls Grundlage f\u00fcr vielt\u00f6niges Summen und Brummen&#8220;, berichtete K\u00fcchen.<br \/>\nIn Deutschland sind viele Insekten vom Aussterben bedroht. Es ist also h\u00f6chste Zeit, gegenzusteuern. Von den \u00fcber 560 heimischen Wildbienenarten stehen laut Bundesamt f\u00fcr Naturschutz mindestens 300 auf der Roten Liste der gef\u00e4hrdeten Arten.<br \/>\n\u00dcber alle Insektenarten hinweg sind in den vergangenen Jahren massive Populationsr\u00fcckg\u00e4nge und -einbr\u00fcche zu verzeichnen. &#8222;Auch die zuverl\u00e4ssige Honigbiene steht zunehmend unter Umweltstress; und viele V\u00f6lker fallen Krankheiten und Sch\u00e4dlingen zum Opfer&#8220;, wei\u00df K\u00fcchen.<br \/>\nDas Insektensterben hat fatale Folgen f\u00fcr Mensch und Natur. 80 Prozent aller Pflanzen &#8211; darunter alleine zwei Drittel unserer Nahrungsmittel &#8211; sind von Best\u00e4ubern abh\u00e4ngig. Dazu z\u00e4hlen Lebensmittel, Gew\u00fcrze und Arzneimittel.<br \/>\nAuch sind Insekten Bestandteil zahlloser Nahrungsketten, sind essentiell beim Erhalt der genetischen Pflanzenvielfalt und damit auch bei der Verbreitung von Pflanzen weltweit. &#8222;Insekten haben es inzwischen sehr schwer, ihnen fehlen geeignete Lebensr\u00e4ume und ein vielf\u00e4ltiges, ganzj\u00e4hriges Nahrungsangebot&#8220;, berichtete die RP-Mitarbeiterin weiter. Nicht zuletzt finden jeden Sommer zahllose Insekten in Bremsen- und Wespenfallen ihren Tod.<\/p>\n<p>* pm: Regierungspr\u00e4sidium Gie\u00dfen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum &#8222;Weltbienentag&#8220; am Dienstag (20. Mai) geben Artensch\u00fctzer des Regierungspr\u00e4sidiums Gie\u00dfen praktische Tipps, um die lebenswichtige Vielfalt der Insekten zu erhalten. 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