{"id":18005,"date":"2025-05-15T12:15:00","date_gmt":"2025-05-15T10:15:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=18005"},"modified":"2025-05-15T12:15:00","modified_gmt":"2025-05-15T10:15:00","slug":"wissen-zu-wasserlaeufen-renaturierung-des-ohe-tals-schafft-lebensraum-fuer-amphibien","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=18005","title":{"rendered":"Wissen zu Wasserl\u00e4ufen: Renaturierung des Ohe-Tals schafft Lebensraum f\u00fcr Amphibien"},"content":{"rendered":"<p>Im Ohe-Tal entsteht neuer Lebensraum f\u00fcr Amphibien. Grundlage daf\u00fcr bietet die Renaturierung zwischen Hermershausen und Nesselbrunn. <!--more--><br \/>\nDie Stadt Marburg hat ihre Fl\u00e4chen im Ohe-Tal zwischen Hermershausen und Nesselbrunn renaturiert und Nebengerinne angelegt. Das sch\u00fctzt im Ohe-Tal besser vor Hochwasser und bietet zugleich Amphibien neuen Lebensraum.<br \/>\n&#8222;Die Renaturierung des Ohe-Tals ist ein beispielhaftes Projekt, das zeigt, wie sich Naturschutz und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels gut miteinander verbinden lassen&#8220;, erkl\u00e4rte B\u00fcrgermeisterin Nadine Bernshausen. &#8222;Die Steigerung der Wasserr\u00fcckhaltung verringert zum einen die Hochwasserspitzen in der Allna und schafft zum anderen zus\u00e4tzlichen Lebensraum f\u00fcr gef\u00e4hrdete Arten.&#8220;<br \/>\nAuf einem rund 700 Meter langen Talabschnitt hat die Stadt Marburg im Herbst 2024 in Kooperation mit der Oberen Naturschutzbeh\u00f6rde des Regierungspr\u00e4sidiums (RP) Gie\u00dfen die Ohe renaturiert, also in einen nat\u00fcrlicheren Zustand zur\u00fcckversetzt. Die Stelle befindet sich etwa einen Kilometer oberhalb der M\u00fcndung des Elnh\u00e4user Wassers zwischen Hermershausen und Nesselbrunn. Dort finden sich nun unter anderem Nebengerinne mit sogenannten &#8222;Bl\u00e4nken&#8220;.<br \/>\nUmgangssprachlich sind sie als &#8222;T\u00fcmpel&#8220; bekannt. Bl\u00e4nken sind saisonale Teiche, die sich im Winter und bei Hochwasser f\u00fcllen und die in hei\u00dfen Sommern komplett austrocknen k\u00f6nnen. Diese seichten T\u00fcmpel sind h\u00e4ufig Ablaich-Orte f\u00fcr Amphibien. Das Nebengerinne wird nur bei hohen Wassermengen in der Ohe durchstr\u00f6mt, damit das Hauptgerinne der Ohe in Trockenperioden m\u00f6glichst nicht austrocknet.<br \/>\nBarbara Zimmermann, die seitens der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde der Stadt Marburg das Projekt seit den ersten Planungsideen im Jahr 1996 begleitet, freute sich \u00fcber die Umsetzung: &#8222;Ich finde es toll, dass alle Beteiligten &#8211;<br \/>\ninklusive der Landwirt*innen &#8211; hier gemeinsam etwas Nachhaltiges und Sinnvolles geschaffen haben. Man kann jetzt nach kurzer Zeit schon sehen, dass die Amphibien ihren neuen Lebensraum bereits angenommen haben.&#8220;<br \/>\nVor Ort machte Zimmermann auf die vielen Kaulquappen und Graureiher-Spuren aufmerksam, die in den Bl\u00e4nken zu finden waren. Die Umgestaltung des Ohe-Tals schafft somit Lebensr\u00e4ume f\u00fcr gef\u00e4hrdete Arten. Dazu z\u00e4hlen insbesondere die sogenannten &#8222;Klimaverlierer-Arten&#8220;.<br \/>\n&#8222;Das sind Arten, die durch die Folgen und Auswirkungen des Klimawandels besonders gef\u00e4hrdet sind&#8220;, berichtete Franziska Bopf vom RP Gie\u00dfen. Durch die Umsetzung dieses Projekts profitieren insbesondere Amphibien wie der Grasfrosch und der Kammmolch, die Fischarten Groppe und Bachneunauge sowie die Bachmuschel. Die Amphibien sorgen auch f\u00fcr ein verbessertes Nahrungsangebot f\u00fcr andere Tiere wie zum Beispiel den Schwarzstorch. Er ist ebenfalls eine klimasensible Art.<br \/>\nZudem f\u00fchrt der gesteigerte Wasserr\u00fcckhalt in der Ohe-Aue bei Starkregen zur Senkung von Hochwasserspitzen in der Allna. Denn in diesen Fluss m\u00fcndet die Ohe bei Hermershausen. Damit sollten auch die \u00f6rtlichen \u00dcberschwemmungen in Hermershausen selbst seltener werden.<br \/>\nOrtsvorsteher Hubert Detriche aus Hermershausen k\u00fcndigte an, dass der Ortsbeirat zu einem gemeinsamen Termin einladen werde, um das Projekt vorzustellen und die Wertigkeit zu erl\u00e4utern. &#8222;Die Wiese soll ansonsten nicht betreten und auch nur zu bestimmten Zeiten durch die Landwirt*innen gem\u00e4ht werden&#8220;, erg\u00e4nzte Ortrud Simon von der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde der Stadt Marburg. Durch die Nutzung der Landwirtschaft m\u00fcsse der Zustand der neuen Renaturierungsfl\u00e4che h\u00f6chstens zweimal im Jahr kontrolliert werden, erl\u00e4uterte Zimmermann.<br \/>\n&#8222;Hauptaugenmerk liegt dabei auf der m\u00f6glichen Versandung der Ohe&#8220;, erkl\u00e4rte Zimmermann. &#8222;Durch den hier doch starken Wasserfluss nach Starkregen-Ereignissen neigt die Ohe dazu, viel Sediment abzulagern. Daher muss geschaut werden, ob die Durchl\u00e4ssigkeit und das geplante \u00dcberlaufen in die neuen Nebengerinne gegeben ist.&#8220;<br \/>\nDie Kosten f\u00fcr das Projekt belaufen sich auf rund 145.000 Euro. Sie wurden zu 100 Prozent aus dem &#8222;Klimaplan Hessen 2030&#8220; der Ma\u00dfnahme LN-10 &#8222;Biotopverbund f\u00fcr klimasensible Arten verbessern&#8220; finanziert. Die Gelder aus der Finanzierung des Landes Hessen wurden dem RP Gie\u00dfen zugewiesen und von der Oberen Naturschutzbeh\u00f6rde verwaltet.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Ohe-Tal entsteht neuer Lebensraum f\u00fcr Amphibien. Grundlage daf\u00fcr bietet die Renaturierung zwischen Hermershausen und Nesselbrunn.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"","spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[2],"tags":[5764,6853,2045],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8mhvd-4Gp","jetpack-related-posts":[{"id":4087,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=4087","url_meta":{"origin":18005,"position":0},"title":"Eine gute Nachricht: Renaturierung der Lahn hilft bei Klimaschutz","date":"10. 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