{"id":17734,"date":"2025-03-26T15:45:00","date_gmt":"2025-03-26T14:45:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=17734"},"modified":"2025-03-26T15:45:00","modified_gmt":"2025-03-26T14:45:00","slug":"keilschrift-erforschung-hethitische-textquellen-im-internet","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=17734","title":{"rendered":"Keilschrift-Erforschung: hethitische Textquellen im Internet"},"content":{"rendered":"<p>Ein neues digitales Werkzeug zur Erforschung der Keilschrift haben seine Entwickler vorgestellt. Beteiligt daran ist auch Prof. Elisabeth Rieken von der Philipps-Universit\u00e4t. <!--more--><br \/>\nEin Team aus Mainz, Marburg und W\u00fcrzburg stellt ein innovatives Werkzeug vor, das viele neue M\u00f6glichkeiten bietet. Es sei ein &#8222;Meilenstein f\u00fcr die digitale Keilschriftforschung&#8220;, erkl\u00e4ren seine Entwickler.<br \/>\nIm Norden der T\u00fcrkei liegt die UNESCO-Welterbest\u00e4tte &#8222;Bogazk\u00f6y-Hattusa&#8220;. Sie war einmal die Hauptstadt des hethitischen Reiches. Dieses Reich war eine Gro\u00dfmacht in der sp\u00e4ten Bronzezeit um 1650 bis 1200 vor Christus.<br \/>\nDie Keilschrifttafeln, die dort und an anderen hethitischen St\u00e4tten entdeckt wurden, bilden eine der gr\u00f6\u00dften Textgruppen aus dem Alten Orient. Sie enthalten Tausende von Quellen in Hethitisch sowie zahlreiche Fragmente in anderen anatolischen Sprachen. Hethitisch ist eine fr\u00fch bezeugte indoeurop\u00e4ische Sprache. Auf den Tafeln sind au\u00dferdem sumerische, akkadische und hurritische Texte zu finden.<br \/>\nEin innovatives digitales Werkzeug bietet Forschenden und Studierenden seit 2023 Online-Zugang zu diesen historischen Quellen: der &#8222;Thesaurus Linguarum Hethaeorum&#8220; Digitalis (TLHdig 0.1) auf der Plattform des Hethitologie-Portals Mainz (HPM). Seit seinem Start verzeichnet dieser Thesaurus mehr als 100.000 Zugriffe pro Monat. Damit ist er zu einem der digitalen Werkzeuge geworden, das in der Hethitologie t\u00e4glich genutzt wird.<br \/>\nDieses Werkzeug ist ab sofort noch m\u00e4chtiger: Als &#8222;TLHdig 0.2&#8220; umfasst es nun mehr als 98 Prozent aller ver\u00f6ffentlichten Quellen &#8211; das sind etwa 22.000 XML-Textdokumente, von denen viele aus mehreren, wieder zusammengeschlossenen Fragmenten bestehen. Derzeit besteht das Korpus aus fast 400.000 transliterierten Zeilen.<br \/>\nDas ist aber noch nicht genug: Ende 2025 soll &#8222;TLHdig 1.0&#8220; zur Verf\u00fcgung stehen und dann alle ver\u00f6ffentlichten Texte abdecken. Forschende k\u00f6nnen die Texte in Transliteration oder Keilschrift durchsuchen und verschiedene Filter f\u00fcr komplexere Abfragen anwenden. &#8222;TLHdig&#8220; ist in die Infrastruktur des Hethitologie-Portals Mainz eingebettet und mit verschiedenen digitalen Katalogwerkzeugen, Mediendatenbanken und Texteditionen dynamisch verbunden.<br \/>\n&#8222;TLHdig&#8220; ist als gemeinschaftliches Forschungswerkzeug konzipiert. Schon bei der Zusammenstellung des Korpus hat das &#8222;TLHdig&#8220;-Team auf digitale und analoge Ressourcen zur\u00fcckgegriffen, die von mehreren Generationen von Hethitologen entwickelt wurden. Dazu geh\u00f6ren auch digitale Texteditionsprojekte auf dem Hethitologie-Portal Mainz und Beitr\u00e4ge vieler einzelner Forschender.<br \/>\nAls Werkzeug der Zusammenarbeit dient &#8222;TLHdig&#8220; auch als Online-Pipeline f\u00fcr Forschende, die neue hethitische Keilschrifttexte ver\u00f6ffentlichen. Sie k\u00f6nnen ihre Transliterationen aus \u00fcblichen Textverarbeitungsprogrammen kopieren, in eine einfach konzipierte Benutzerschnittstelle einf\u00fcgen, um dann Schritt f\u00fcr Schritt ihre Beitr\u00e4ge online fertigzustellen.<br \/>\nDurch diesen dynamischen Ansatz wird &#8222;TLHdig&#8220; weiterhin mit dem Fachgebiet wachsen. So ist sichergestellt, dass das Werkzeug so aktuell wie m\u00f6glich bleibt und dass Quantit\u00e4t und Qualit\u00e4t der Daten kontinuierlich zunehmen. Es dient somit sowohl als Grundlage f\u00fcr Texteditionen als auch als wertvolle Ressource f\u00fcr ein breites Spektrum von Forschungsfragen und -methoden, einschlie\u00dflich der Verwendung innovativer KI-Ans\u00e4tze.<br \/>\nDie Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat den Aufbau von &#8222;TLHdig&#8220; gef\u00f6rdert. Das Projekt wurde geleitet von Prof. Gerfrid M\u00fcller von der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur sowie zugleich Professor an der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg, Prof. Doris Prechel von der Johannes-Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz, Prof. Elisabeth Rieken von der Philipps-Universit\u00e4t in Marburg) und Prof. Daniel Schwemer von der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg. Zu finden ist &#8222;TLHdig &#8222;auf dem Hethitologie-Portal Mainz unter <a href=\"https:\/\/www.hethport.uni-wuerzburg.de\/TLHdig\/\">www.hethport.uni-wuerzburg.de\/TLHdig\/<\/a>.<\/p>\n<p>* pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein neues digitales Werkzeug zur Erforschung der Keilschrift haben seine Entwickler vorgestellt. 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