{"id":17417,"date":"2025-01-29T16:45:00","date_gmt":"2025-01-29T15:45:00","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=17417"},"modified":"2025-01-29T16:45:00","modified_gmt":"2025-01-29T15:45:00","slug":"ein-prozent-stopp-kein-plastik-in-die-biotonne","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=17417","title":{"rendered":"Ein Prozent: Stopp, kein Plastik in die Biotonne"},"content":{"rendered":"<p>Marburg sagt: &#8222;Stopp! Kein Plastik in die Biotonne!&#8220;. Biotonnen bekommen Infos &#8222;auf den Deckel&#8220;. <!--more--><br \/>\n&#8222;Stopp! Kein Plastik!&#8220; wird in K\u00fcrze auf den Marburger Biotonnen zu lesen sein. Denn ab Mai wird die gesetzliche Obergrenze f\u00fcr M\u00fcll, der nicht in der Biotonne entsorgt werden darf, auf ein Prozent gesenkt. Um den Grenzwert einzuhalten, setzt die Stadt Marburg auf Aufkl\u00e4rung und gibt als ersten Schritt die wichtigsten Infos f\u00fcr sauberen Bioabfall &#8222;auf den Deckel&#8220;.<br \/>\nBioabfall ist mehr als nur M\u00fcll: Denn die organischen Abf\u00e4lle eignen sich f\u00fcr die Herstellung von Biogas sowie von qualitativ hochwertigem Kompost f\u00fcr die \u00f6kologische Landwirtschaft. Doch das gilt nur, wenn der Bioabfall nicht verunreinigt ist beispielsweise durch Plastik. Andernfalls ist der verunreinigte Bioabfall als Restm\u00fcll zu behandeln; und die Entsorgung in der M\u00fcllverbrennungsanlage wird teuer.<br \/>\nNun wird ab Mai die gesetzliche Obergrenze f\u00fcr &#8222;St\u00f6rstoffe&#8220;, der nicht in der Biotonne entsorgt werden d\u00fcrfen, versch\u00e4rft und auf ein Prozent gesenkt. Das ist ein wichtiger Schritt zur F\u00f6rderung der Kreislaufwirtschaft und f\u00fcr den Umweltschutz. Denn Plastik und andere Fremdstoffe k\u00f6nnen nicht kompostiert werden, gelangen stattdessen in die Umwelt und sogar in die Nahrungskette. Deshalb ist es sinnvoll, dass in die Komposttonne nur das reinkommt, was auch reingeh\u00f6rt.<br \/>\nUm das ehrgeizige Ziel zur Einhaltung der Obergrenze zu erreichen, setzt die Stadt Marburg auf umfangreiche Aufkl\u00e4rung und Sensibilisierung der Bev\u00f6lkerung. Ein zentraler Bestandteil dabei ist die Aktion &#8222;Stopp! Kein Plastik&#8220;, bei der Biotonnen mit entsprechenden Hinweisen beklebt werden. Neben der Aufschrift &#8222;Kein Plastik&#8220;, die in mehreren Sprachen zu lesen ist, zeigen Symbole, wie Bioabf\u00e4lle richtig entsorgt werden: am besten geschieht das lose oder in Papiert\u00fcten und notfalls in kompostierbaren Biofolien.<br \/>\n&#8222;Grunds\u00e4tzlich ist die Qualit\u00e4t der in Marburg gesammelten Bioabf\u00e4lle zufriedenstellend&#8220;, erkl\u00e4rte B\u00fcrgermeisterin Nadine Bernshausen. &#8222;Aber es gibt auch immer wieder unerfreuliche \u00dcberraschungen, wenn die M\u00fcllfahrzeuge geleert werden.&#8220; Denn die Mitarbeitenden der Kompostierungsanlage in Cyriaxweimar finden oft auch viele Plastikt\u00fcten im Biom\u00fcll und mit Batterien und Spraydosen sogar gef\u00e4hrliche Fremdstoffe.<br \/>\nWo Marburg mit der Qualit\u00e4t seiner Bioabf\u00e4lle genau steht und welche Touren besonders belastet sind, sollen zwei St\u00f6rstoffanalysen ermitteln. Dabei werden Proben aus Sammelbeh\u00e4ltnissen wie Biotonnen oder Sammelfahrzeugen untersucht. Die Analyse soll aufzeigen, wie viele St\u00f6rstoffe &#8211; also Materialien, die nicht in die Biotonne geh\u00f6ren &#8211; im Biom\u00fcll entsorgt wurden und wie sie sich zusammensetzen. Solche St\u00f6rstoffe sind beispielsweise Plastik, Metall- und weitere Anteile.<br \/>\nDie St\u00f6rstoffanalysen sollen im Februar starten und voraussichtlich im M\u00e4rz abgeschlossen sein. &#8222;Diese Daten sind wichtig, damit wir wissen, wo Aufkl\u00e4rungsbedarf herrscht und wir ansetzen m\u00fcssen, um den Grenzwert einhalten zu k\u00f6nnen&#8220;, sagte Sven Bratek. Er ist der Leiter der Kompostierungsanlage Cyriaxweimar. &#8222;Plastik kommt immer zur\u00fcck&#8220;, warnte Bratek.<br \/>\nUntersuchungen legen nahe, dass Menschen w\u00f6chentlich bis zu f\u00fcnf Gramm Mikroplastik zu sich nehmen. Das entspricht in etwa dem Gewicht einer Kreditkarte. Dar\u00fcber hinaus kommen f\u00fcr alle B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger steigende Entsorgungskosten hinzu, wenn die verunreinigten Bioabf\u00e4lle wegen des hohen Anteils an St\u00f6rstoffen nach den gesetzlichen Vorgaben teuer als Restm\u00fcll entsorgt werden m\u00fcssen.<br \/>\nZum Erreichen des Ein-Prozent-Ziels braucht es die breite Unterst\u00fctzung der Bev\u00f6lkerung. Die Stadt Marburg setzt daf\u00fcr auf umfassende Informationen und Sensibilisierung f\u00fcr das Thema. Ein erster Schritt ist die Beklebung der Biotonnen mit &#8222;Stopp! Kein Plastik&#8220;-Aufklebern. Diese Aufkleber erinnern vor dem Einwerfen der K\u00fcchenabf\u00e4lle daran, dass Plastikt\u00fcten in der gr\u00fcnen Tonne nichts zu suchen haben und zeigen den richtigen Weg auf.<br \/>\n&#8222;Erg\u00e4nzt wird diese Ma\u00dfnahme durch Vor-Ort-Beratungen der Praxis GmbH&#8220;, erg\u00e4nzte Helena Lotz vom Fachdienst Umwelt, Klima- und Naturschutz, Fairer Handel. &#8222;Zudem m\u00f6chten wir gerne die Ortsbeir\u00e4te und die Stadtteilgemeinden mit ins Boot holen.&#8220;<br \/>\nAuch die aktualisierte Brosch\u00fcre &#8222;Abf\u00e4lle richtig sortiert? Abfallvermeidung ist Klimaschutz&#8220; bietet Antworten auf Fragen zur richtigen Abfallsortierung. Dar\u00fcber hinaus enth\u00e4lt sie Tipps zum umweltfreundlichen und verpackungsarmen Einkaufen, denn: Wenn keine Abf\u00e4lle entstehen, muss auch nichts recycelt oder entsorgt werden. Die Borsch\u00fcre kann auf der Homepage der Stadt Marburg heruntergeladen werden und findet sich unter <a href=\"http:\/\/www.marburg.de\/abfall\">www.marburg.de\/abfall<\/a>. Die Druckversion wird in K\u00fcrze erh\u00e4ltlich sein.<br \/>\nKartoffelschalen und andere eher feste oder trockene K\u00fcchenreste k\u00f6nnen problemlos lose in die Tonne gef\u00fcllt werden. Alles andere ist gut aufgehoben in Zeitungspapier oder Papiert\u00fcten, die es \u00fcberall im Handel gibt. Als &#8222;Notl\u00f6sung&#8220; ebenfalls im Angebot sind Abfallt\u00fcten aus sogenannter &#8222;Biofolie&#8220;.<br \/>\nMittlerweile sind sie ausreichend schnell kompostierbar und finden sich nicht als Folienrest im Kompost wieder. Wichtig ist jedoch, diese T\u00fcten nicht zu verknoten, da sonst ihr Inhalt f\u00fcr die Produktion von Biogas verloren ist. Nachfragen zu kompostierbaren Stoffen werden gerne von den Fachdiensten der Stadt beantwortet.<br \/>\nIn Marburg werden bereits seit Ende der 90er Jahre K\u00fcchen- und Gartenabf\u00e4lle in der Biotonne erfasst und auf der Kompostierungsanlage in Cyriaxweimar verwertet. So versorgt die Anlage allein 400 Marburger Haushalte im Stadtwald regional und nachhaltig mit Strom und W\u00e4rme. Dazu kommt das Endprodukt der Kompostierung: Das ist h\u00fctegesicherter Qualit\u00e4tskompost. Diesen hochwertigen Kompost k\u00f6nnen sich Gartenbesitzer*innen auf der Kompostierungsanlage zweimal im Jahr sogar kostenlos abholen.<\/p>\n<p>* pm: Stadt Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marburg sagt: &#8222;Stopp! Kein Plastik in die Biotonne!&#8220;. 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