{"id":1740,"date":"2018-02-23T16:08:53","date_gmt":"2018-02-23T15:08:53","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=1740"},"modified":"2018-02-23T16:09:02","modified_gmt":"2018-02-23T15:09:02","slug":"behandlung-beguenstigt-hirnschrittmacher-helfen-bei-parkinson","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=1740","title":{"rendered":"Behandlung beg\u00fcnstigt: Hirnschrittmacher helfen bei Parkinson"},"content":{"rendered":"<p>Bessere Behandlungserfolge bei Parkinson erhoffen sich Wissenschaftler der Philipps-Universit\u00e4t. Hoffnung dazu geben Ergebnisse einer deutsch-franz\u00f6sischen Studie.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nParkinsonkranke zeigen eine bessere Impulskontrolle, wenn die Therapie eine Hirnstimulation umfasst, als wenn sie sich auf reine Medikamenten-verabreichung\u00a0 beschr\u00e4nkt. Zu diesem Ergebnis kommt die umfangreiche Studie.An der Studie war auch ein Team der Philipps-Universit\u00e4t beteiligt. Die Wissenschaftler berichten \u00fcber die Ergebnisse der &#8222;EARLYSTIM&#8220;-Studie in der M\u00e4rzausgabe der Fachzeitschrift &#8222;Lancet Neurology&#8220;.<br \/>\nMehr als vier Millionen Menschen weltweit leiden an der Parkinson-Krankheit, die damit eine der h\u00e4ufigsten neurologischen St\u00f6rungen ist. &#8222;Aufgrund des zunehmenden Altersdurchschnitts ist damit zu rechnen, dass die Zahl der Betroffenen sich bis zum Jahr 2030 auf weltweit 8,7 Millionen verdoppelt&#8220;, sagte der Neurologe Prof. Dr. Lars Timmermann, der dem Steuerungskomitee f\u00fcr die Studie angeh\u00f6rt.<br \/>\n&#8222;Durch moderne Medikamente sind die Symptome gut zu behandeln&#8220;, erl\u00e4uterte Timmermann. Die Arzneimittel bewirkten indes oftmals schwerwiegende Verhaltensst\u00f6rungen gerade bei jungen Patienten. Der Neurologe nennt Spielsucht, zu viel Lust auf Sex, Fressattacken und krankhaften Kaufrausch als Beispiele.<br \/>\nTypische Auswirkungen der Parkinson-Krankheit wie Zittern, verlangsamte Bewegung oder Muskelsteifigkeit beruhen auf einer ver\u00e4nderten Aktivit\u00e4t der Nervenzellen in tiefliegenden Regionen des Gehirns. Daher kann die Behandlung auch direkt an tiefen Hirnkernen ansetzen.<br \/>\nBei einer Hirnstimulation pflanzt man Erkrankten d\u00fcnne Elektroden ins Gehirn ein. Sie geben elektrische Impulse an die Zielregion ab, die dadurch deaktiviert oder stimuliert wird, je nach Stromfrequenz.Ein solcher Hirnschrittmacher erlaubt es, die Medikamentenverabreichung erheblich zu reduzieren.<br \/>\n&#8222;Wir wollten herausfinden, ob die tiefe Hirnstimulation auch Verhaltensst\u00f6rungen verringert&#8220;, erl\u00e4uterte Koautorin Carmen Schade-Brittinger. Sie leitet das Koordinierungszentrum f\u00fcr Klinische Studien der Philipps-Universit\u00e4t.<br \/>\nDie &#8222;EARLYSTIM&#8220;-Studie schlie\u00dft 251 Patientinnen und Patienten ein, die \u00fcber einen Zeitraum von zwei Jahren beobachtet wurden. Die Teilnehmenden waren im Schnitt knapp acht Jahre lang an Parkinson erkrankt.<br \/>\nSchon vor f\u00fcnf Jahren berichtete das Team der &#8222;EARLYSTIM&#8220;-Studie, dass sich die Lebensqualit\u00e4t bei Parkinson verbessert, wenn Erkrankte zus\u00e4tzlich zu Medikamenten fr\u00fchzeitig Hirnstimulationen erhielten. Die Forschungsgruppe nahm sich die Daten nunmehr erneut vor. Um die Verhaltens\u00e4nderungen zu messen, griff sie auf einen neu entwickelten psychiatrischen Bewertungsma\u00dfstab zur\u00fcck, den &#8222;Ardouin Scale of Behavior in Parkinson\u2019s Disease&#8220;.<br \/>\nDie Ergebnisse sprechen f\u00fcr sich. Verhaltensauff\u00e4lligkeiten verringern sich, ohne dass die Untersuchten vermehrt das gegengerichtete Verhalten zeigen, etwa Apathie, Depression oder \u00c4ngstlichkeit.<br \/>\n&#8222;Unsere Befunde erlauben einen Kurswechsel in der Behandlung&#8220;, folgerte Timmermann. W\u00e4hrend bislang jede Form von Verhaltensst\u00f6rung als Hindernis f\u00fcr chirurgische Eingriffe gegolten habe, sollte ein Kontrollverlust eher dazu f\u00fchren, Parkinsonpatientinnen und -patienten eine Tiefenstimulation angedeihen zu lassen.<br \/>\n&#8222;Die Ergebnisse sind aufschlussreich, weil sie nahelegen, dass die tiefe Hirnstimulation des Subthalamus selbst nicht zu Verhaltensst\u00f6rungen f\u00fchrt&#8220;, best\u00e4tigten die Neurowissenschaftler Angelo Antonini und Jose Obeso in einem Kommentar zu der Studie. &#8222;Der Erfolg einer Hirnschrittmacher-Behandlung ist immer abh\u00e4ngig von einer optimalen Operation&#8220;, erg\u00e4nzte Prof. Dr. Christopher Nimsky, der die Marburger Neurochirurgie leitet, an der solche Eingriffe vorgenommen werden.<br \/>\nTimmermann gab au\u00dferdem zu bedenken, dass die Studien-Ergebnisse bei Patienten unter 61 Jahren erzielt worden seien. &#8222;Ob die Resultate auf alle Altersgruppen zu \u00fcbertragen sind, ist in k\u00fcnftigen Studien zu \u00fcberpr\u00fcfen.&#8220;<br \/>\nF\u00fcr die Studie schlossen sich Arbeitsgruppen aus 18 europ\u00e4ischen Universit\u00e4ten zusammen.<\/p>\n<p>*pm: Philipps-Universit\u00e4t Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bessere Behandlungserfolge bei Parkinson erhoffen sich Wissenschaftler der Philipps-Universit\u00e4t. 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