{"id":17333,"date":"2025-01-16T13:44:35","date_gmt":"2025-01-16T12:44:35","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=17333"},"modified":"2025-01-16T13:44:35","modified_gmt":"2025-01-16T12:44:35","slug":"mehr-unterstuetzung-br-stiftung-foerdert-zehn-projekte-der-medizinischen-forschung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=17333","title":{"rendered":"Mehr Unterst\u00fctzung: BR-Stiftung f\u00f6rdert zehn Projekte der medizinischen Forschung"},"content":{"rendered":"<p>Die Von-Behring-R\u00f6ntgen-Stiftung unterst\u00fctzt zehn wegweisende Forschungsprojekte in Marburg und Gie\u00dfen. Sie erhalten 1,6 Millionen Euro f\u00fcr medizinische Spitzenforschung. <!--more--><br \/>\nKrebs, Virusinfektionen und psychische Erkrankungen sind einige der bedeutenden medizinischen Herausforderungen, denen sich die aktuellen Forschungsprojekte der Von-Behring-R\u00f6ntgen-Stiftung widmen. Bereits zum 18. Mal f\u00f6rdert die Medizinstiftung innovative Forschungsvorhaben an der Philipps-Universit\u00e4t und der Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen. \u00dcber insgesamt 1,6 Millionen Euro f\u00fcr zehn Projekte k\u00f6nnen sich die Beg\u00fcnstigten freuen. Bei einer Feierstunde am Mittwoch (15. Januar) am Stiftungssitz im Marburger Landgrafenschloss \u00fcberreichte der Stiftungsvorstand die F\u00f6rderurkunden.<br \/>\n&#8222;Die F\u00f6rderung zukunftsweisender Medizin ist entscheidend f\u00fcr den Fortschritt der Gesundheitsversorgung&#8220;, betonte Stiftungspr\u00e4sident Dr. Lars Witteck bei der \u00dcbergabe. &#8222;Unsere Unterst\u00fctzung bietet den Forschenden die M\u00f6glichkeit, bahnbrechende L\u00f6sungen zu entwickeln, die langfristig das Leben von Millionen Menschen verbessern k\u00f6nnen. Wir sind stolz darauf, einen Beitrag zu dieser wichtigen Aufgabe zu leisten.&#8220;<br \/>\nIm Januar 2025 starten die acht vielversprechenden Einzelprojekte von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern sowie die beiden Gemeinschaftsprojekte von Forschenden beider Medizinstandorte. Die Forschungsvorhaben wurden von einem hochkar\u00e4tigen Wissenschaftlichen Beirat aus 50 eingereichten Vorschl\u00e4gen der aktuellen F\u00f6rderrunde der Von-Behring-R\u00f6ntgen-Stiftung ausgew\u00e4hlt. Maximal drei Jahre haben die Projektleiterinnen und -leiter Zeit, um ihre ambitionierten Ziele zu verwirklichen.<br \/>\nNit einer Sterblichkeitsrate von 40 bis 60 Prozent geh\u00f6rt das Ebolavirus zu den gef\u00e4hrlichsten Viren. Die j\u00fcngsten Ausbr\u00fcche in afrikanischen L\u00e4ndern haben eindrucksvoll gezeigt, wie schnell sich Ebolavirus und andere \u00e4hnliche Viren (Filoviren) ausbreiten und schwere Epidemien verursachen k\u00f6nnen, die sowohl soziale als auch wirtschaftliche Sch\u00e4den anrichten. Um k\u00fcnftig besser auf solche Ausbr\u00fcche reagieren zu k\u00f6nnen, ist es entscheidend, die genauen Mechanismen der Virusvermehrung und die Wechselwirkungen zwischen dem Virus und den Zellen des menschlichen K\u00f6rpers zu verstehen. Nur so k\u00f6nnen gezielte Angriffspunkte f\u00fcr die Entwicklung von antiviralen Medikamenten gefunden werden.<br \/>\nIn ihrem Forschungsprojekt untersucht die Virologin Dr. Nadine Biedenkopf aus Marburg, welche Rolle die Methylierung &#8211; ein chemischer Prozess &#8211; des viralen Nukleoproteins NP bei der Vermehrung des Ebolavirus spielt. Zudem erforscht sie, welche Proteine in den Wirtszellen an diesem Prozess beteiligt sind. Ihr Ziel ist, neue Erkenntnisse zu gewinnen, die zur Entwicklung von wirksamen Therapien gegen das Virus beitragen k\u00f6nnen. Das Projekt wird mit 190.200 Euro gef\u00f6rdert.<br \/>\nViren, die \u00fcber die Atemwege oder durch Moskitos und Zecken \u00fcbertragen werden, k\u00f6nnen schwere Erkrankungen ausl\u00f6sen und Epidemien verursachen. Prof. Dr. Janis M\u00fcller aus Marburg untersucht, welche Immunbarrieren diese Viren \u00fcberwinden m\u00fcssen, um neue Ans\u00e4tze zur Eind\u00e4mmung ihrer Ausbreitung zu entwickeln. Im Fokus seines Projekts stehen sogenannte &#8222;extrazellul\u00e4re Vesikel&#8220; (EVs). Das sind kleine, k\u00f6rpereigene Bl\u00e4schen, die von Zellen abgeschn\u00fcrt werden und in K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten vorkommen. Diese Vesikel haben antivirale Eigenschaften und k\u00f6nnen vor Infektionen sch\u00fctzen.<br \/>\nM\u00fcller und seine Arbeitsgruppe untersuchen, wie sich die antivirale Wirkung von EVs gegen Viren wie Zika und Gelbfieber zwischen menschlichen Zellen und den Zellen von Moskitos unterscheidet. Zudem wird erforscht, ob und wie EVs Schutz gegen das hochpathogene Krim-Kongo-H\u00e4morrhagische-Fieber-Virus bieten k\u00f6nnen, das sich in Europa ausbreitet, sowie gegen Atemwegsviren wie Influenza und RSV (Respiratorisches Synzytialvirus). Das Projekt wird mit 199.980 Euro gef\u00f6rdert.<br \/>\nPsychische Erkrankungen wie Depressionen, bipolare St\u00f6rungen und Schizophrenie betreffen Millionen von Menschen in Europa. Sie treten h\u00e4ufig erstmalig im jungen Erwachsenenalter auf und verlaufen oft in unvorhersehbaren Episoden, die das Leben der Betroffenen stark beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnen. Das Forschungsprojekt von Dr. Frederike Stein aus Marburg untersucht, welche Faktoren und Mechanismen den Verlauf dieser Erkrankungen beeinflussen.<br \/>\nMit Hilfe von Daten aus klinischen Untersuchungen, Smartphone-Analysen und bildgebenden Verfahren sollen Krankheitsmuster identifiziert und zuk\u00fcnftig vorhergesagt werden. Langfristig sollen die Ergebnisse dazu beitragen psychische Erkrankungen fr\u00fcher zu erkennen und gezielter zu behandeln. Stein erh\u00e4lt 100.000 Euro f\u00fcr die Durchf\u00fchrung ihres Forschungsvorhabens.<br \/>\nDie Tiefe Hirnstimulation (THS) ist eine etablierte Behandlungsmethode im fortgeschrittenen Stadium der Parkinson-Krankheit. Dabei werden Elektroden in zentrale Bereiche des Gehirns implantiert, um diese mit elektrischen Impulsen zu stimulieren W\u00e4hrend die THS bei vielen Patientinnen und Patienten deutliche Verbesserungen bringt, zeigen sich erhebliche Unterschiede in den Behandlungsergebnissen. Aktuelle Studien deuten darauf hin, dass diese Variabilit\u00e4t auf die Stimulation unterschiedlicher neuronaler Netzwerke zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<br \/>\nDr. Philipp L\u00f6hrer aus Marburg will durch die Kombination von Bildgebung und computergest\u00fctztem Modellieren jene neuronalen Netzwerke identifizieren, deren Stimulation mit einer Minderung spezifischer neuropsychiatrischer Symptome wie Angst, Depression oder Impulsivit\u00e4t in Verbindung steht. Das k\u00f6nnte dazu beitragen, die Platzierung und postoperative Einstellung der Stimulation individuell auf das Symptomprofil der Patientinnen und Patienten abzustimmen und so eine personalisierte THS-Therapie zu erm\u00f6glichen. Das Projekt wird mit 200.000 Euro unterst\u00fctzt.<br \/>\nEinige Proteine von Coronaviren, sogenannte Viroporine, beeinflussen Ionenkan\u00e4le in Wirtszellen. Ihre genauen Funktionen sind jedoch noch nicht vollst\u00e4ndig verstanden. Um die Auswirkungen von Coronavirus-Infektionen auf Organe besser zu verstehen, ist es wichtig, die Interaktionen zwischen viralen und wirtszellul\u00e4ren Ionenkan\u00e4len zu untersuchen.<br \/>\nDas Projekt von Dr. Aparna Renigunta und Dr. Vijay Renigunta aus Marburg sowie Prof. Dr. John Ziebuhr und Dr. Ramakanth Madhugiri aus Gie\u00dfen konzentriert sich auf die Auswirkungen von Viroporinen auf Ionenkan\u00e4le in Zellen von Lungen- und Nierengewebe, die bei einer Coronavirus-Infektion beeintr\u00e4chtigt werden. In ihrem mit 146.647 Euro gef\u00f6rderten Gemeinschaftsprojekt wollen sie herausfinden, wie diese Viren die Ionenkan\u00e4le in diesen Geweben beeinflussen. Da etwa 19 % aller von der FDA zugelassenen Medikamente Ionenkanalmodulatoren sind, k\u00f6nnte diese Forschung neue Ans\u00e4tze f\u00fcr die Behandlung von Coronavirus-Infektionen aufzeigen. Insbesondere k\u00f6nnten bereits zugelassene Ionenkanalmodulatoren als sichere Therapien f\u00fcr die Behandlung von Coronavirus-Infektionen genutzt werden.<br \/>\nPatientinnen und Patienten mit Schizophrenie leiden h\u00e4ufig unter auditorischen Halluzinationen und haben Schwierigkeiten, zwischen eigenen Handlungen und denen anderer zu unterscheiden. In ihrem Kooperationsprojekt m\u00f6chten Prof. Dr. Bianca van Kemenade aus Gie\u00dfen und Dr. Yifei He aus Marburg die zugrunde liegenden Mechanismen dieser Symptome untersuchen. Dazu setzen sie eine Kombination aus multivariaten Analysen neuronaler Daten sowie verhaltensbasierten und neuronalen Modellierungsstrategien ein. Das Ziel ist, tiefere Einblicke in die krankheitsbedingten Prozesse zu gewinnen und neue Ans\u00e4tze f\u00fcr eine verbesserte Behandlung der Schizophrenie zu entwickeln. Das Gemeinschaftsprojekt wird mit 199.288 Euro gef\u00f6rdert.<br \/>\nEtwa 80 % der Krebspatienten im fortgeschrittenen Stadium leiden an Kachexie, einem schweren Gewichtsverlust, bei dem Tumorzellen den Stoffwechsel gesunder Zellen des Patienten ver\u00e4ndern. Diese Krebserkrankung beeintr\u00e4chtigt nicht nur die Lebensqualit\u00e4t, sondern verringert auch die Erfolgsaussichten einer Therapie. Jeder vierte Krebspatient stirbt direkt an den Folgen der Kachexie. Trotz dieser enormen Belastung existieren derzeit keine spezifischen Therapiem\u00f6glichkeiten.<br \/>\nIn ihrem Projekt erforscht Dr. Katja Rust aus Marburg mit Hilfe eines Tumormodells in der Fruchtfliege sowohl die Entstehung von Tumoren als auch die Ursachen der Kachexie. Zus\u00e4tzlich erforscht sie m\u00f6gliche therapeutische Ans\u00e4tze zur Behandlung der Kachexie. Das Forschungsvorhaben wird mit 185.610 Euro unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>* pm: Von-Behring-R\u00f6ntgen-Stiftung, Marburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Von-Behring-R\u00f6ntgen-Stiftung unterst\u00fctzt zehn wegweisende Forschungsprojekte in Marburg und Gie\u00dfen. 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