{"id":16861,"date":"2024-11-08T17:39:21","date_gmt":"2024-11-08T16:39:21","guid":{"rendered":"http:\/\/marburg.news\/?p=16861"},"modified":"2024-11-08T17:39:21","modified_gmt":"2024-11-08T16:39:21","slug":"streuobstschaetze-kreis-foerdert-naturschutzmassnahmen-finanziell","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/marburg.news\/?p=16861","title":{"rendered":"Streuobstsch\u00e4tze: Kreis f\u00f6rdert Naturschutzma\u00dfnahmen finanziell"},"content":{"rendered":"<p>Der Kreis m\u00f6chte &#8222;Streuobst-Sch\u00e4tze&#8220; bewahren. Die Naturschutzbeh\u00f6rde des Kreises f\u00f6rdert den Erhalt von Streuobstwiesen finanziell. <!--more--><br \/>\nStreuobstwiesen sind ein bedeutender Teil der Kulturlandschaft in Marburg-Biedenkopf und st\u00e4rken gleichzeitig die Artenvielfalt. Deshalb unterst\u00fctzt die Untere Naturschutzbeh\u00f6rde des Landkreises B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger bei dem Erhalt bestehender Streuobstwiesen finanziell. Eine F\u00f6rderung ist sowohl f\u00fcr die Nachpflanzung von Obstb\u00e4umen in vorhandenen Best\u00e4nden als auch f\u00fcr fachgerechte Pflege- und Erhaltungsschnitte m\u00f6glich.<br \/>\n&#8222;Streuobstwiesen spielen eine zentrale Rolle f\u00fcr die biologische Vielfalt, aber auch f\u00fcr die l\u00e4ndliche Lebensweise&#8220;, erkl\u00e4rte Katharina Franziska Hof vom Fachdienst f\u00fcr Naturschutz des Landkreises. Traditionell dienten Streuobstwiesen dazu, Obst zu erzeugen, das f\u00fcr den Eigenbedarf oder die regionale Vermarktung genutzt wurde. Es diente also etwa f\u00fcr die Herstellung von Saft, Most, Apfelwein oder Marmeladen.<br \/>\n&#8222;Dabei vereinen sie eine schonende Form der Landwirtschaft mit einem hohen Wert f\u00fcr die Natur und tragen so dazu bei, die Artenvielfalt zu st\u00e4rken und regionale Obstsorten zu erhalten&#8220;, erl\u00e4uterte Hof. Auch kulturell seien Streuobstwiesen von gro\u00dfer Bedeutung. Das zeige sich beispielsweise an den traditionellen Erntedankfesten, die eng mit den Obstb\u00e4umen und der Ernte von \u00c4pfeln, Birnen oder Zwetschgen verkn\u00fcpft sind.<br \/>\nDoch Streuobstwiesen sind auch wichtig f\u00fcr den Naturschutz: &#8222;Als artenreiche Lebensr\u00e4ume bieten sie zahlreichen Pflanzen- und Tierarten einen wichtigen R\u00fcckzugsort&#8220;, betonte Hof. &#8222;Besonders bemerkenswert ist die Vielfalt an V\u00f6geln, Insekten und Flederm\u00e4usen, die in diesen nachhaltig genutzten Fl\u00e4chen ideale Lebensbedingungen finden.&#8220;<br \/>\nBeispielsweise br\u00fcten gef\u00e4hrdete Arten wie der Steinkauz und der Wendehals bevorzugt in den H\u00f6hlen alter Obstb\u00e4ume, w\u00e4hrend Wildbienen und Schmetterlinge von den artenreichen Krautschichten profitieren. In den vergangenen Jahren h\u00e4tten die Streuobstbest\u00e4nde allerdings immer weiter abgenommen, wodurch eben auch diese besonderen Lebensr\u00e4ume gef\u00e4hrdet seien. Mittlerweile w\u00fcrden Streuobstbest\u00e4nde zu den am st\u00e4rksten gef\u00e4hrdeten Lebensr\u00e4umen f\u00fcr Tiere und Pflanzen, in Mitteleuropa geh\u00f6ren. F\u00fcr den R\u00fcckgang seien unter anderem Ver\u00e4nderungen in der Lebensweise der Menschen, eine intensivere Landnutzung und ein steigender Fl\u00e4chenverbrauch verantwortlich.<br \/>\nMit der finanziellen Unterst\u00fctzung \u00fcber das neue F\u00f6rderprojekt &#8222;Streuobst-Sch\u00e4tze Marburg-Biedenkopf&#8220; m\u00f6chte die Untere Naturschutzbeh\u00f6rde dieser Entwicklung weiter entgegenwirken: F\u00f6rderf\u00e4hig ist in diesem Rahmen auf bestehenden Streuobstwiesen die Pflanzung sowohl von hochst\u00e4mmigen, alten aber auch klimaangepassten neuen Kern- und Steinobstsorten von Apfel-,<br \/>\nBirnen- und Kirschb\u00e4umen. Aber auch von Speierling, Walnuss und Esskastanie. Alte und neue Sorten unterscheiden sich in ihren Z\u00fcchtungszielen: Neue Sorten bieten oft gezielte Anpassungen, w\u00e4hrend alte Sorten durch genetische Vielfalt und regionale Robustheit punkten k\u00f6nnen.<br \/>\nAuch die Kosten f\u00fcr Pflanzmaterialien und die Anbringung von Nisthilfen an geeigneten Stellen k\u00f6nnen bezuschusst werden. Um alte Obstb\u00e4ume zu erhalten und Neuanpflanzungen zu pflegen, k\u00f6nnen au\u00dferdem F\u00f6rdermittel f\u00fcr fachgerechte Obstbaumschnitte beantragt werden. Die H\u00f6he der jeweiligen F\u00f6rderung ist von der entsprechenden Ma\u00dfnahme abh\u00e4ngig, insgesamt steht eine F\u00f6rdersumme von 20.000 Euro zur Verf\u00fcgung.<br \/>\nDie Finanzierung erfolgt aus Mitteln des sogenannten &#8222;naturschutzrechtlichen Ersatzgelds&#8220;. Solche Ersatzzahlungen werden von der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde eingenommen, wenn Beeintr\u00e4chtigungen auf Natur und Landschaft, wie sie im Rahmen von Baut\u00e4tigkeiten entstehen k\u00f6nnen, nicht durch geeignete Naturschutzma\u00dfnahmen oder \u00d6kopunkte ausgeglichen werden k\u00f6nnen. Die Zahlungen werden durch das Land Hessen verwaltet und k\u00f6nnen von der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde f\u00fcr Projekte zur Aufwertung von Natur und Landschaft verwendet werden.<br \/>\nMit dem neuen F\u00f6rderprojekt werden die bereits bestehenden F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten des Landkreises zur St\u00e4rkung von Streuobstwiesen auch \u00fcber die Naturschutzprojekt-F\u00f6rderung sowie das &#8222;Kelterwiesenprojekt&#8220; des Fachbereichs L\u00e4ndlicher Raum und Verbraucherschutz hinaus erweitert und erg\u00e4nzt. igent\u00fcmerinnen oder Eigent\u00fcmer, Nutzerinnen oder Nutzer sowie auch Vereine, die an dem Erhalt ihrer alten Streuobstbest\u00e4nde interessiert sind, k\u00f6nnen sich mit der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde des Landkreises in Verbindung setzen. Das ist per E-Mail an Naturschutz@marburg-biedenkopf.dem\u00f6glich. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten gerne zu bestehenden F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten. Weitere Informationen wie die F\u00f6rderrichtlinien sowie die im Rahmen der Antragstellung ben\u00f6tigten Formulare finden sich online auf <a href=\"http:\/\/www.marburg-biedenkopf.de\/streuobst\">www.marburg-biedenkopf.de\/streuobst<\/a>.<\/p>\n<p>* pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kreis m\u00f6chte &#8222;Streuobst-Sch\u00e4tze&#8220; bewahren. 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Um bestehende Streuobstwiesen im Landkreis Marburg-Biedenkopf langfristig zu erhalten, hat die Untere Naturschutzbeh\u00f6rde des Kreises 2024 das Projekt \"Streuobst-Sch\u00e4tze Marburg-Biedenkopf\" gestartet. Derzeit steht in diesem Rahmen noch F\u00f6rdergeld von rund 17.000 Euro zur Verf\u00fcgung. B\u00fcrgerinnen\u2026","rel":"","context":"In &quot;Politik&quot;","img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":14655,"url":"http:\/\/marburg.news\/?p=14655","url_meta":{"origin":16861,"position":1},"title":"Angeschafft: Nistk\u00e4sten als Bruthilfe auf Streuobstwiesen","date":"22. Dezember 2023","format":false,"excerpt":"Der Landkreis schafft 200 Nistk\u00e4sten an. Die Bruthilfen geben Vogelarten auf Streuobstwiesen ein Zuhause. Um die biologische Vielfalt auf Streuobstwiesen zu st\u00e4rken, hat der Landkreis Marburg-Biedenkopf 200 Nistk\u00e4sten angeschafft. 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